George Santos: Harte Gefängnisstrafe für Hochstapler und Ex-Politiker - DER SPIEGEL
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Ehemaliger US-Parlamentarier Harte Gefängnisstrafe für Hochstapler George Santos

Er hat über seine Vergangenheit gelogen und Spender getäuscht. Jetzt muss George Santos für lange Zeit hinter Gitter. Als das Urteil fällt, wird der ehemalige Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses emotional.
Politik-Hochstapler: George Santos
Politik-Hochstapler: George Santos

Politik-Hochstapler: George Santos

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Peter Foley / EPA

Der in Ungnade gefallene ehemalige US-Abgeordnete George Santos wurde am Freitag im US-Bundesstaat New York zu mehr als sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte über seine Lebensgeschichte gelogen und Spender betrogen. Als das Strafmaß von 87 Monaten verkündet wurde, schluchzte der Hochstapler.

Die US-Bezirksrichterin Joanna Seybert hatte zuvor Emotionen bei dem Hochstapler vermisst. »Wo ist Ihre Reue?«, fragte sie den Republikaner während des Urteilsspruchs. Sie sagte, der ehemalige Politiker scheine das Gefühl zu haben, dass »immer jemand anderes schuld ist«.

Santos gab Datenbetrug und Identitätsdiebstahl zu

Der New Yorker Politiker musste seinen Posten 2023 wegen Betrugsvorwürfen aufgeben, nach nur einem Jahr im US-Kongress. Im vergangenen Sommer bekannte er sich des Betrugs und schweren Identitätsdiebstahls schuldig. Santos gab zu, Spender getäuscht und die Identitäten von fast einem Dutzend Personen, einschließlich seiner Familienmitglieder, gestohlen zu haben, um seine Kampagne zu finanzieren.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft für Santos gefordert, unter anderem, weil der Politiker bis zuletzt keine Reue zeige. Die Ankläger beriefen sich dabei auf jüngste Äußerungen in den sozialen Medien. Dort stellte Santos sich als Opfer dar.

Santos’ Anwälte hingegen hatten eine zweijährige Haftstrafe gefordert, die das vorgeschriebene Mindestmaß für schweren Identitätsdiebstahl darstellt. Sie argumentierten, eine solche Strafe sei vergleichbar mit den Strafen für den ehemaligen US-Abgeordneten Jesse Jackson Jr. und andere politische Persönlichkeiten, die wegen ähnlicher Finanzdelikte verurteilt wurden. Im Rahmen eines Vergleichs hat sich Santos außerdem bereit erklärt, zusätzlich zu seiner Gefängnisstrafe rund 580.000 Dollar Strafe zu zahlen.

Santos wurde 2022 in den Kongress gewählt. Bald darauf stellte sich heraus, dass der politisch Unbekannte einen Großteil seiner Lebensgeschichte erfunden hatte. Er hatte sich als erfolgreicher Geschäftsmann inszeniert, der in angesehenen Wall-Street-Firmen gearbeitet hatte und ein wertvolles Immobilienportfolio besaß. In Wirklichkeit hatte Santos mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen und war sogar von einer Zwangsräumung bedroht.

lrm/AP