Iran: Gescheiterte Friedensgespräche - Israel versetzt Armee in Gefechtsbereitschaft - DER SPIEGEL
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Nach Scheitern der Friedensgespräche Israel versetzt Armee offenbar in erhöhte Gefechtsbereitschaft

Die Gespräche zwischen den USA und Iran sind gescheitert. Nun rechnet Israel Medienberichten zufolge mit einer »kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen«.
Israelische Soldaten an der Grenze zum Libanon
Israelische Soldaten an der Grenze zum Libanon

Israelische Soldaten an der Grenze zum Libanon

Foto: Jalaa Marey / AFP

Nach dem vorläufigen Scheitern der Gespräche zwischen den USA und Iran über ein Kriegsende stellt Israel sich nach Medienberichten auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein. Das israelische Nachrichtenportal »ynet« berichtete, Generalstabschef Eyal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen.

Das Militär solle sich »auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten«, hieß es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen. Ein israelischer Militärsprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht.

Auch der israelische Kan-Sender berichtete unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Regierungsvertreter, Israel sei gemeinsam mit den USA bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs gegen Iran. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Samstag gesagt, die Kampagne in Iran sei weiterhin nicht beendet.

Laut »ynet« hat die Armee Gefechtsvorbereitungen ähnlich wie vor den beiden Irankriegen – dem jüngsten und dem im vergangenen Jahr – aufgenommen. Dabei würden »sämtliche Planungs- und Umsetzungsprozesse beschleunigt«. Es sei Anweisung erteilt worden, eine hohe Einsatzbereitschaft in allen Bereichen aufrechtzuerhalten, Reaktionszeiten zu verkürzen und operative Lücken zu schließen, hieß es weiter in dem Bericht.

Heftige Kämpfe gegen die proiranische Hisbollah

Derweil ist es nach israelischen und libanesischen Berichten in einer Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Libanons zu heftigen Kämpfen gekommen. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, israelische Truppen seien noch weiter nach Bint Dschubail vorgedrungen. In dem Ort, der wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt, sind den Berichten zufolge seit Tagen Dutzende von Hisbollah-Kämpfern eingeschlossen. Israel hatte auch nach der Waffenruhe mit dem Iran angekündigt, die Kämpfe gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah fortzusetzen.

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Die israelische Armee teilte mit, in den letzten Tagen seien mindestens 20 Hisbollah-Kämpfer auf dem Gelände eines Regierungskrankenhauses in Bint Dschubail getötet worden. Vorwürfe des Militärs, die Hisbollah habe in der Klinik Waffen gelagert und von dort aus israelische Soldaten beschossen, ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Bereits während des zweiten Libanon-Kriegs vor 20 Jahren war es in Bint Dschubail zu erbitterten Kämpfen zwischen israelischen Bodentruppen und der Hisbollah gekommen.

dpa/cgu