Großbritannien: Kater Larry in der Downing Street – Der »Chief Mouser« ist der heimliche Premier - DER SPIEGEL
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»Chief Mouser« in der Downing Street Kater Larry, der heimliche Premier

Er ist flauschig, er ist beliebt und er hat bereits fünf britische Regierungschefs gehen sehen. Kater Larry ist der eigentliche Star der Downing Street. Wie der »Chief Mouser« die Herzen der Nation gewinnt.
Larry vor der Downing Street Nr. 10
Larry vor der Downing Street Nr. 10

Larry vor der Downing Street Nr. 10

Foto: Alberto Pezzali / AP

Rishi Sunak geht, doch einer bleibt: Kater Larry hat heute seinen sechsten britischen Premierminister in der Downing Street begrüßt. Doch auch Wahlsieger Keir Starmers Beliebtheitswerte sind nichts im Vergleich zu der wohl meistfotografierten Katze Großbritanniens. »Larry for Prime Minister«, heißt es im Netz immer wieder. Larry ist weder Tory noch Labour-Mitglied und trotzdem wohnt er seit 2011 im Amtssitz des britischen Premiers. Seine Aufgabe? »Chief Mouser to the Cabinet Office« – also Chef-Mäusefänger des Kabinetts.

Mit vier Jahren zog der Kater in die Downing Street ein, um sich dem Mäuse- und Rattenproblem zu widmen. Und obwohl schon jahrzehntelang Katzen zu diesem Zweck im Regierungssitz beschäftigt wurden, ist Larry der Erste mit dem offiziellen Titel »Chief Mouser«. Der damalige Premierminister David Cameron und das Personal der Downing Street nahmen Larry als geretteten Straßenstreuner auf, auch um ein Haustier für Camerons Kinder zu haben. Doch Larry hat sich hochgearbeitet – vom »Chief Mouser« zum Premierminister der Herzen.

Regierungserklärung von Larry? Vielen Briten wäre das lieber, als Politiker am Pult zu sehen

Regierungserklärung von Larry? Vielen Briten wäre das lieber, als Politiker am Pult zu sehen

Foto: Hannah Mckay / REUTERS

Er ist ein beliebtes Motiv für Journalisten und Fotografen vor dem Amtssitz und hat seinen eigenen X-Account . Wer hier schreibt, ist nicht bekannt. Doch Larry ist im Netz äußerst beliebt. Der Account hat über 800.000 Follower und mit seinen spitzen Posts über seine aktuellen Mitbewohner, britische Politik und die Wahlen für viele Nutzer sehr unterhaltsam. Vor der Wahl schrieb er: »Ich kann bei dieser Wahl nicht abstimmen, muss aber mit demjenigen leben, den ihr wählt. Aber kein Druck.« Für Rishi Sunak fand er zum Abschied wenig versöhnliche Worte: »Habe gerade noch mal ein Häufchen in Sunak’s Schuh hinterlassen, der alten Zeiten willen …«

Larry auf Krawall gebürstet

Reibungslos lief das Zusammenleben in der Downing Street nicht immer für Larry. Mit Boris Johnsons Hund Dilyn habe es Startschwierigkeiten gegeben, sagte der Ex-Premier. Und auch mit einer anderen Katze legte Larry sich an. Er drang in das Territorium von Palmerston ein, der Katze des britischen Außenministeriums. Larry konnte die Kämpfe jedoch für sich entscheiden. Er verteidigte seinen Posten im Machtzentrum der britischen Politiklandschaft gegen Palmerston. Dieser verabschiedete sich 2020 in die Rente.

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»Chief Mouser« Larry ist dagegen weiter im Dienst. Wie der Kater zur US-Politik steht, hat er auch deutlich gemacht. Von Barack Obama ließ er sich 2011 streicheln. Als der damalige Präsident Donald Trump 2019 auf Staatsbesuch in Großbritannien war, hielt Larry dessen Abreise auf, weil er ein Nickerchen unter dem Präsidentenwagen machte.

Wie Larry mit seinem neuen Mitbewohner Keir Starmer zurechtkommt, wird sich zeigen. Für seine Anhänger ist jetzt schon klar: Der Kater bleibt der wahre Chef der Downing Street, egal ob wer einzieht.

czl