Großbritannien: Polizei in London fasst flüchtigen Terrorverdächtigen - DER SPIEGEL
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Nach Ausbruch Londoner Polizei fasst flüchtigen Terrorverdächtigen

Der Ausbruch eines Terrorverdächtigen aus einem Londoner Gefängnis hatte in Großbritannien eine große Fahndung ausgelöst. Nun ist die Flucht des 21-Jährigen vorbei: Der Mann ist im Westen der Stadt verhaftet worden.
Polizeistreife in Chiswick, dem Londoner Stadtteil, in dem die Behörden den ausgebrochenen Terrorverdächtigen gefasst haben
Polizeistreife in Chiswick, dem Londoner Stadtteil, in dem die Behörden den ausgebrochenen Terrorverdächtigen gefasst haben

Polizeistreife in Chiswick, dem Londoner Stadtteil, in dem die Behörden den ausgebrochenen Terrorverdächtigen gefasst haben

Foto: Jamie Lashmar / dpa

Drei Tage nach seinem Ausbruch aus der Londoner Haftanstalt Wandsworth hat die britische Polizei einen flüchtigen Terrorverdächtigen festgenommen. Beamte konnten den 21-Jährigen am Samstagvormittag im Londoner Stadtteil Chiswick fassen, wie die Metropolitan Police mitteilte. Die Polizei hatte ihre Suche zuvor auf den wohlhabenden Stadtteil im Südwesten der Hauptstadt konzentriert, nachdem es dort Berichte über Sichtungen des Ex-Soldaten gegeben hatte.

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Mit der Festnahme endet eine dreitägige, groß angelegte Fahndung, bei der auch an Häfen und Flughäfen die Sicherheitschecks erheblich verschärft worden waren. Auch Autobahnkreuze zwischen London und dem Fährhafen Dover sowie zum Eurotunnel waren im Zuge der Suchaktion vorübergehend gesperrt worden.

Flucht in Küchenuniform

Dem ehemaligen Soldaten wird vorgeworfen, Bombenattrappen auf einer Militärbasis platziert zu haben. Er streitet die Vorwürfe ab.

Der Mann war am vergangenen Mittwochmorgen aus dem Gefängnis Wandsworth im Südwesten Londons ausgebrochen. Dabei hatte er sich an die Unterseite eines Lastwagens geklammert. Die Polizei hatte angegeben, dass er während der Flucht noch die Küchenuniform aus dem Gefängnis trug, diese jedoch gegen eine schwarze Baseballkappe, ein schwarzes T-Shirt und eine dunkle Hose ausgetauscht habe, berichtet der britische »Guardian« .

Die unbemerkte Flucht des Terrorverdächtigen hatte für Verwunderung und Kritik gegen die Regierung wegen Einsparungen und Personalengpässen im Justizvollzugssystem gesorgt. Die Regierung kündigte eingehende Untersuchungen an. Justizminister Alex Chalk hatte im Unterhaus gesagt, dass es sich um einen schwerwiegenden Vorfall handle.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die angespannte Lage im britischen Justizvollzug. Viele der Gefängnisse sind hoffnungslos überfüllt. Hinzu kommen Personalmangel, ein hoher Krankenstand und eine starke Fluktuation. Auch eine große Zahl der Gebäude, die teils noch aus dem 19. Jahrhundert stammen, gilt als nicht mehr zeitgemäß. Im Gefängnis Wandsworth war schon der wegen seiner Homosexualität verfolgte Schriftsteller Oscar Wilde eingesperrt. Zuletzt verbrachte auch der deutsche Ex-Tennis-Star Boris Becker einige Zeit in dem Gefängnis.

col/dpa