Großbritannien: Regierung will härter gegen Vandalismus vorgehen - DER SPIEGEL
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»Keine Bagatelldelikte« Londoner Regierung will härter gegen Vandalismus vorgehen

Wer beim Graffitisprühen erwischt wird, muss sein Werk nach Plänen der britischen Regierung künftig rasch selbst wieder entfernen – ausgestattet mit gelber Warnweste und damit für alle als Übeltäter erkennbar.
Ein Mann entfernt ein Graffiti von einer Hauswand (Symbolbild)
Ein Mann entfernt ein Graffiti von einer Hauswand (Symbolbild)

Ein Mann entfernt ein Graffiti von einer Hauswand (Symbolbild)

Foto: Etienne Girardet / fStop / Getty Images

Die britische Regierung will härter gegen Vandalismus, Graffiti und kleinere Delikte durchgreifen – und dabei auf neue Methoden der Abschreckung setzen. Der konservative Premierminister Rishi Sunak kündigte am Sonntag an, dass die Verantwortlichen den angerichteten Schaden künftig binnen 48 Stunden nach einer entsprechenden Anordnung bereinigen sollen. Dabei sollen sie grelle Warnschutzjacken tragen und beaufsichtigt werden.

Damit solle der Bevölkerung demonstriert werden, dass der Gerechtigkeit Genüge getan werde, zitierte die BBC  aus einer Regierungsmitteilung. Wo der Schaden bereits beseitigt wurde, sollen andere Aufgaben wie Müllsammeln oder ehrenamtliche Arbeit in Läden anfallen. Zunächst ist demnach ein Pilotprojekt in zehn Gegenden geplant, 2024 soll das Vorhaben dann in England und Wales flächendeckend eingeführt werden.

»Zu lange schon haben die Menschen die Geißel des asozialen Verhaltens in ihrer Nachbarschaft ertragen«, sagte Premierminister Sunak. »Das sind keine Bagatelldelikte. Sie stören den Alltag, halten Unternehmen zurück und untergraben das Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft, das Menschen zusammenbringt.«

Kritiker werfen der konservativen Regierung vor, sich zunehmend als »Law and Order«-Kraft zu präsentieren. Die Ursachen würden aber nicht ausreichend bekämpft.

mar/dpa