Harvard, Princeton und Co.: So finanzieren sich die renommiertesten US-Universitäten - DER SPIEGEL
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Trump gegen Elitehochschulen Wie sich die renommiertesten US-Universitäten finanzieren

Donald Trumps Regierung geht immer härter gegen Harvard & Co. vor. Könnten die Hochschulen auch ohne staatliche Unterstützung finanziell überleben?
Campus der Harvard-University in Cambridge, Massachusetts
Campus der Harvard-University in Cambridge, Massachusetts

Campus der Harvard-University in Cambridge, Massachusetts

Foto: Joseph Prezioso / AFP

Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und den international hoch angesehenen Hochschulen des Landes eskaliert weiter. Am Donnerstag untersagte das Heimatschutzministerium der Eliteuniversität Harvard, internationale Studierende aufzunehmen .

»Diese Regierung zieht Harvard zur Rechenschaft, weil die Universität Gewalt und Antisemitismus fördert und mit der Kommunistischen Partei Chinas auf ihrem Campus zusammenarbeitet«, erklärte Heimatschutzministerin Kristi Noem. Harvard bezeichnete den Schritt in einer ersten Reaktion als rechtswidrig.

Die Entscheidung erschüttert Amerikas reichste und wohl berühmteste Universität in ihren Grundfesten. Zwar verfügt Harvard über gigantische finanzielle Reserven, doch auch die hohen Studiengebühren tragen zur Finanzierung der Uni bei.

Ein Blick auf die Einnahmen der Universität im vergangenen Jahr verdeutlicht die Bedeutung von Studiengebühren für das Budget der Hochschule.

Auch bei einigen anderen Elitehochschulen machen die Kapitalerträge einen beachtlichen Teil ihres Budgets aus. Bei der Princeton-Universität etwa, deren Präsident Christopher Eisgruber Trumps Anordnungen schon Wochen vor Harvard-Chef Garber öffentlich eine »Attacke auf die akademische Freiheit« nannte, kamen im Finanzjahr 2023/24 etwa 17 Prozent der Einnahmen aus Bundeszuschüssen – und mehr als 65 Prozent aus Investments.

Allerdings ist die Vermögensverteilung unter den Universitäten ähnlich ungleich wie in der US-Bevölkerung. Einige wenige, meist private Eliteunis haben gewaltige Reserven aufgebaut, so wie Harvard, das Universitätssystem von Texas, die Yale University, die kalifornische Stanford University, Princeton oder das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge.

21 Institutionen haben mehr als zehn Milliarden Dollar Vermögen, 149 verfügen über mindestens eine Milliarde Dollar. Das heißt aber auch: ungefähr 95 Prozent der 4000 Hochschulen haben geringere Reserven als eine Milliarde.

Und auf ihr Vermögen können die Unis oft nur beschränkt und nicht sofort zugreifen. Die 53,2 Milliarden von Harvard etwa (die Tabelle für 2024 zeigt noch 52 Milliarden) verteilen sich auf mehr als 14.000 verschiedene Töpfe und Fonds, die zu etwa vier Fünfteln zweckgebunden sind: etwa wenn private Spender gezielt Geld für bestimmte Professuren, Projekte oder Stipendien gegeben haben.

Einige der Eliteuniversitäten können die Verluste durch gestrichene staatliche Förderungen durch Finanzierung über die Kapitalmärkte ausgleichen. Harvard etwa beschaffte sich im März 434 Millionen Dollar über die Ausgabe von Anleihen und dann im April noch einmal 750 Millionen Dollar.

Die jährlichen Zinsen, die sie dafür ihren Gläubigern zahlen muss, sind mit rund fünf Prozent überschaubar. Harvard besitzt eine außerordentlich hohe Kreditwürdigkeit, sie ist besser als die des hoch verschuldeten Staats USA. Wegen der milliardenschweren Finanzreserven bewerten führende Ratingagenturen sie mit der höchsten Bonitätsstufe AAA.

Auch Princeton hat ein solches Triple-A-Rating – und es genutzt, um sich im April über Anleihen 320 Millionen Dollar zu besorgen, für nicht einmal fünf Prozent Zinsen pro Jahr.

Nicht in Zahlen ausdrücken lässt sich indes wohl der Schaden, der durch das Verbot ausländischer Studenten etwa in Harvard entstehen könnte. Sie würden als Forscher und Wissensvermittler, Fragensteller und Ideengeber, künftige Erfinder und Entdecker fehlen. Ersetzen lassen sie sich nicht.

fek/che