Hitzewelle in Europa: Süd- und Westeuropa ächzt weiter unter Extremwetter und Trockenheit - DER SPIEGEL
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Hitzewelle Süd- und Westeuropa ächzen weiter unter hohen Temperaturen und Trockenheit

Höchste Warnstufe an Frankreichs Atlantikküste, Löscharbeiten in Italien: Die Hitze in weiten Teilen Süd- und Westeuropas hält an. Allein in Griechenland meldeten die Behörden 119 Waldbrände binnen eines Tages.
Löscharbeiten im Westen der griechischen Hauptstadt Athen
Löscharbeiten im Westen der griechischen Hauptstadt Athen

Löscharbeiten im Westen der griechischen Hauptstadt Athen

Foto: Marios Lolos / Xinhua / IMAGO

Millionen Menschen in Süd- und Westeuropa leiden seit Tagen unter Hitze, Dürre und verheerenden Waldbränden. Im Westen Frankreichs sind die Menschen nun zu absoluter Vorsicht aufgerufen. Der Wetterdienst Météo France verhängte für fast die komplette französische Atlantikküste und weitere westliche Gebiete die höchste Warnstufe Rot. Lediglich der südlichste Zipfel der Küstenlinie mit dem Département Pyrénées-Atlantiques erhielt die Warnstufe Orange. Diese zweithöchste Warnstufe gilt insgesamt in 51 französischen Départements. Die Warnungen gelten für 24 Stunden und werden am frühen Morgen und am Nachmittag aktualisiert.

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Die Hitze breite sich laut Wetterdienst vom Südwesten Richtung Norden aus. Den Höhepunkt der Hitzeperiode erwarte man im Westen Frankreichs für den Montag mit Temperaturen von 40 Grad Celsius oder mehr. Ziemlich sicher würden Temperaturrekorde gebrochen. Auch im Osten solle es laut dem Wetterdienst dann heißer werden.

Kämpfen gegen die Flammen in Italien

In Italien gehen die Löscharbeiten zur Eindämmung mehrerer Waldbrände unterdessen weiter. Die Einsatzkräfte rückten etwa auf Sizilien nahe Palermo aus, um gegen die Flammen in Montelepre zu kämpfen. Südlich der Stadt L'Aquila in den Abruzzen unterstütze ein Löschflieger aus Rom drei Feuerwehreinheiten am Boden, die dort gegen einen Waldbrand kämpften. Nahe Florenz rückten die Rettungskräfte wiederum in der Kommune Vinci zu einem Flächenbrand aus, der laut Medienberichten auch ein Wohnhaus bedrohte. Nach dem Großbrand in einer Wander- und Skigegend östlich von Trient im norditalienischen Trentino brannten dort laut Feuerwehr am Sonntag lediglich noch kleine Flammenherde.

Auch im norditalienischen Adria-Badeorte Bibione ist die Lage wieder unter Kontrolle, nachdem sich ein Wald- und Buschbrand am Strand ausgedehnt hatte. Zahlreiche Touristen hätten sich am Samstag bei den Behörden aus Sorge gemeldet, wegen der Brände dort ihren Urlaub nicht verbringen zu können, berichteten Medien. Touristische Einrichtungen seien aber nicht von den Flammen betroffen gewesen. Lediglich die Fähre nach Lignano ist derzeit nicht in Betrieb, weil die Feuer einen Steg stellenweise zerstörten und Urlauber deshalb nicht mehr auf das Boot kämen.

Waldbrände auch in Griechenland, Spanien und Portugal

In Griechenland geht das Wettrennen gegen die Flammen ebenfalls weiter. Von Samstag auf Sonntag wurden binnen 24 Stunden 119 Waldbrände registriert. Die meisten Brände werden recht schnell gelöscht, manche wachsen sich jedoch zu Großbränden aus. So schwelte am Sonntag auf Kreta südlich der Hafenstadt Rethymno weiterhin ein Brand, der bereits am Freitag ausgebrochen war und zwischendurch Dörfer bedrohte, die evakuiert werden mussten.

Zwar sei dieser Brand mittlerweile unter Kontrolle, die Glut verstecke sich jedoch »sehr geschickt« im Boden, berichtete die Zeitung »Kathimerini« . Schwierigkeiten bereiten vor allem die bisweilen starken Winde, die um diese Jahreszeit in der Ägäis wehen – sie können ein fast ersticktes Feuer im Nu wieder anheizen und vorantreiben. Neben Kreta werden Waldbrände am Montag vor allem in der Region Attika mit der Hauptstadt Athen sowie auf den Inseln Euböa, Lesbos und Samos und im Nordosten der Halbinsel Peloponnes erwartet, wie die örtlichen Behörden und die Feuerwehr mitteilten. In vielen weiteren Regionen herrsche zudem »hohe Waldbrandgefahr«.

In Spanien bereitete ein Feuer in der Gemeinde Pont de Vilomara – etwa 50 Kilometer nördlich der katalanischen Metropole Barcelona – große Sorge. Dort zerstörten die Flammen nach Angaben der Behörden in nur sechs Stunden rund eintausend Hektar Wald. Sie erfassten auch einige Häuser und Fahrzeuge. 200 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, erklärte der katalanische Innenminister Joan Elena. Die Rauchsäulen waren kilometerweit zu sehen, etwa auch in Barcelona. In Spanien waren am Sonntagabend insgesamt noch rund 30 Waldbrände aktiv. Die Brände machten in den vergangenen Tagen Zehntausende Hektar dem Erdboden gleich, wie der staatliche Fernsehsender RTVE  unter Berufung auf die verschiedenen Regionalbehörden berichtete.

In Portugal kämpften am Sonntagabend unterdessen insgesamt rund eintausend Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Unterstützung des Militärs und des Zivilschutzes gegen 16 aktive Waldbrände. Nach Angaben der Naturschutzbehörde ICNF vernichteten die Flammen in Portugal in einer guten Woche rund 30.000 Hektar Wald. Das entspricht einer Fläche von ungefähr 42.000 Fußballfeldern.

Für Anfang der Woche wird auch in Deutschland eine Hitzewelle erwartet. Am Dienstag werden verbreitet Temperaturen über 35 Grad erreicht, im Westen bis zu 40 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.

atb/dpa