Indigene bei der Klimakonferenz Hört uns zu!
Mit Federkopfschmuck, ritueller Bemalung und Bannern wie »Unser Land ist nicht zu verkaufen« stürmen Dutzende indigene und nicht indigene Aktivisten bei der UN-Klimakonferenz COP30 in der brasilianischen Stadt Belém die streng gesicherte blaue Zone, den innersten Bereich der Tagung. Sie wollen Zugang zu den Verhandlungen erzwingen und ihren Forderungen nach Landrechten und mehr Mitsprache Nachdruck verleihen. Es gibt lautstarke Auseinandersetzungen; zwei Sicherheitskräfte werden leicht verletzt.
Im Amazonasgebiet nehmen Tausende Delegierte aus aller Welt am Klimagipfel teil. Der Vorfall zeigt den Unmut indigener Gemeinschaften über die mangelnde Beteiligung an Entscheidungen, die ihre Lebensräume unmittelbar betreffen. Denn ihre Stimmen finden oft wenig Gehör, in der internationalen Klimapolitik spielen sie bislang nur eine Nebenrolle. Die Protestaktion ist Ausdruck tief sitzender Frustration, so die Aktivisten: Milliarden seien in eine vorübergehend errichtete Kongressstadt geflossen, während Bildung, Gesundheitsversorgung und der Schutz der Wälder vielerorts brachlägen.
Indigene Gemeinschaften gehören weltweit zu den wichtigsten Akteuren im Kampf gegen die Klimakrise. Ihre tiefe Verbundenheit mit dem Land, das sie bewohnen, macht sie besonders sensibel für die Auswirkungen der Erderwärmung – zugleich verfügen sie über Wissen, das entscheidende Antworten liefern kann. Für viele Gemeinschaften geht es außerdem um mehr als politische Symbolik, es geht ums Überleben. Immerhin: Zum ersten Mal seit Jahren tagt die UN-Klimakonferenz wieder in einem demokratischen Land, in dem Proteste wie diese überhaupt möglich sind.