Saudi-Arabien: Huthis drohen mit Schlägen gegen Ölanlagen - DER SPIEGEL
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Konflikt im Nahen Osten Huthis drohen mit Schlägen gegen Ölanlagen in Saudi-Arabien

Explosionen in Riad, Berichte über Luftangriffe auf Hudaida: Die jemenitischen Regierungstruppen haben mithilfe der Saudis eine Offensive gestartet, die Huthis schlagen zurück. Nun stellt die Lufthansa ihre Flüge nach Riad ein.
Huthi-Anhänger im Jemen bei einer Kundgebung
Huthi-Anhänger im Jemen bei einer Kundgebung

Huthi-Anhänger im Jemen bei einer Kundgebung

Foto: Osamah Abdulrahman / AP / dpa

Die Huthis drohen mit einer weiteren Eskalation des Konflikts mit Saudi-Arabien sowie der Regierung im Jemen. Alle Ölanlagen des mächtigen Nachbarlandes könnten Ziel ihrer Angriffe werden, warnte die jemenitische Miliz, die von Iran unterstützt wird. In der Vergangenheit hatten die Huthis bereits Angriffe auf Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Saudi-Arabien für sich beansprucht.

Der Bürgerkrieg im Jemen war im Sommer im Zuge des Irankriegs erneut aufgeflammt. Seitdem kämpfen die Huthis wieder gegen die von Saudi-Arabien unterstützte international anerkannte Regierung. Saudi-Arabien fliegt dabei immer wieder auch Luftangriffe im Nachbarland. Am Wochenende hatte die jemenitische Regierung eine Offensive zur Rückeroberung von Gebieten unter Huthi-Kontrolle angekündigt . Die Miliz konnten zuletzt strategisch wichtige Gebiete für sich gewinnen.

Nun wurden nach Angaben aus Saudi-Arabien mehrere Geschosse abgewehrt. Zwei auf Riad abgefeuerte Raketen und eine weitere auf Chamis Muschait im Südwesten des Landes seien abgefangen worden, teilte der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses mit. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur dpa von vier aufeinanderfolgenden Explosionen in Riad. Der saudische Zivilschutz meldete, dass durch herabfallende Trümmerteile Sachschäden an einem Kindergarten und einem Klinikkomplex in Riad entstanden seien. Aus saudischen Flughafenkreisen hieß es, es seien Trümmer abgefangener Raketen auf ein Terminalgebäude des Flughafens gefallen.

Nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörden wurden bereits am Dienstag und Mittwoch die Flughäfen von Riad und Abha im Südwesten des Landes angegriffen. Dabei seien insgesamt drei Menschen getötet worden. Die Huthis reklamierten beide Angriffe für sich und rufen Airlines auf, Flüge nach Saudi-Arabien einzustellen. Ausgenommen von der Warnung seien lediglich die Gebiete über den heiligen Städten Mekka und Medina.

Die Lufthansa-Gruppe reagiert auf die Angriffe: Alle Flüge nach Riad sind vorübergehend ausgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Die Verbindungen würden bis einschließlich 16. Oktober gestrichen.

Unterdessen berichtete der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah von saudi-arabischen Luftangriffen auf den Flughafen der westjemenitischen Hafenstadt Hudaida sowie auf weitere Gebiete. Bewohner der Stadt berichteten der Nachrichtenagentur dpa von heftigen Explosionen und Rauchwolken in der Nähe des Hafens von Hudaida. Eine Stellungnahme Saudi-Arabiens dazu liegt bislang nicht vor.

Jemenitische Regierungstruppen haben mithilfe Saudi-Arabiens eine Offensive gegen die Huthis gestartet. Es könnte der Anfang eines neuen, langwierigen Kriegs sein, der auch für die Weltwirtschaft Gefahren birgt. Mehr über die Entscheidung Saudi-Arabiens für den Krieg lesen Sie hier .

jml/dpa

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