Ilhan Omar: US-Ermittler durchsuchen Haus von Donald-Trump-Kritikerin in Washington, D.C. - DER SPIEGEL
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Razzia in Washington US-Ermittler durchsuchen Haus von Trumpkritikerin Ilhan Omar

Donald Trump nannte sie einst »Abfall« und forderte sie auf, in ihr Geburtsland Somalia zu gehen. Nun ermittelt eine ICE-Abteilung gegen die Demokratin Ilhan Omar – wegen angeblicher Ungereimtheiten bei der Einbürgerung.
Ilhan Omar (im Februar)
Ilhan Omar (im Februar)

Ilhan Omar (im Februar)

Foto: Annabelle Gordon / REUTERS

In den USA haben Ermittler das Haus der demokratischen Abgeordneten Ilhan Omar in der Hauptstadt Washington durchsucht. Wie der Sender Fox News berichtete, ging es bei der Razzia bei der ausgewiesenen Kritikerin von Präsident Donald Trump um den Vorwurf, Omars inzwischen verstorbener Vater habe bei der Einbürgerung seiner Tochter falsche Angaben in den Unterlagen gemacht, als diese noch ein Kind war. Über die Durchsuchung bei Omar berichteten auch weitere US-Medien wie die »New York Times«  und der Sender NBC .

Das US-Justizministerium bestätigte eine Durchsuchung, nannte aber keine Namen. Im »Raum Washington« sei ein vom Justizministerium erwirkter Durchsuchungsbeschluss vollstreckt worden, erklärte das Ministerium. Die Maßnahme sei »Teil einer laufenden Untersuchung auf Bundesebene«.

Fox News zufolge wurde die Durchsuchung am frühen Morgen von Ermittlern der Ermittlungsabteilung HSI der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE vollzogen. Trumps Grenzschutzbeauftragter Tom Homan hatte bereits im September erklärt, Omar sei Gegenstand von Untersuchungen. Einzelheiten nannte er damals nicht.

Von Trump beleidigt, kurz darauf mit Flüssigkeit bespritzt

Omar erklärte seinerzeit, sie sei nicht von der Behörde kontaktiert worden. Bei den Vorwürfen handele es sich um eine politische Kampagne. Zu der Razzia äußerte sie sich bislang nicht.

Die 44-jährige Omar ist somalischer Herkunft und gehört einer Gruppe linker Abgeordneter im Repräsentantenhaus an, die unter dem Namen The Squad bekannt sind und Trump besonders kritisch gegenüberstehen. Sie wird von Trump und anderen Republikanern immer wieder als Ziel für rassistische Anfeindungen missbraucht. Trump bezeichnete Omar Ende 2025 als »Abfall« und legte ihr nahe, sie solle nach Somalia »zurückgehen«. Wenige Wochen später wurde Omar bei einer Bürgerversammlung in Minneapolis mit Flüssigkeit bespritzt.

Die Razzia fand gut drei Wochen vor den US-Zwischenwahlen am 3. November statt, bei denen die Republikaner um ihre knappe Mehrheit im Kongress fürchten müssen. Omar tritt dabei in Minnesota zur Wiederwahl an.

Die Richtlinien des Justizministeriums untersagen es Bundesstaatsanwälten und -ermittlern eigentlich, Maßnahmen so zu planen, dass sie den Ausgang einer Wahl beeinflussen oder einem Kandidaten oder einer politischen Partei Vorteile verschaffen könnten. Das Ministerium hatte in der Vergangenheit etwa 60 Tage vor einer Wahl von Ermittlungen gegen politische Kandidaten abgesehen.

Am 3. November steht die republikanische Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus auf dem Spiel. Verfolgen Sie hier  die wichtigsten Rennen und aktuellen Umfragen.

sol/AFP/Reuters