Iran-Krieg: Donald Trump teilt gegen Friedrich Merz aus - »Er weiß nicht, wovon er redet« - DER SPIEGEL
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Krieg in Iran »Er weiß nicht, wovon er redet«: Trump teilt gegen Merz aus

US-Präsident Trump hat auf die Kritik des deutschen Bundeskanzlers an seinem Krieg in Iran reagiert. Dabei greift er Merz nicht nur massiv an – sondern unterstellt ihm, iranische Atomwaffen zu befürworten.
Friedrich Merz (links) und Donald Trump am 3. März im Oval Office
Friedrich Merz (links) und Donald Trump am 3. März im Oval Office

Friedrich Merz (links) und Donald Trump am 3. März im Oval Office

Foto: Andrew Caballero-Reynolds / AFP

Einen Tag, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz die Strategie der USA in Iran kritisiert hat, geht US-Präsident Donald Trump in die Offensive. Auf seiner Plattform »Truth Social« erklärte er, Merz sei einverstanden damit, dass Iran über Atomwaffen verfüge. »Er weiß nicht, wovon er redet!«.

»Falls Iran Atomwaffen hätte, würde die ganze Welt in Geiselhaft genommen werden«, so Trump. Er mache in Iran, was andere Länder und andere Präsidenten längst hätten machen sollen. Zum Abschluss schrieb er, es sei kein Wunder, »dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!«.

Eigentlich pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein gutes Verhältnis zueinander. So sieht sich Merz selbst als einen von wenigen Politikern, die einen guten Zugang zu Trump haben. Bereits mehrfach war er zudem im Weißen Haus zu Gast, die Treffen verliefen ohne Auseinandersetzung.

Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exitstrategie für den Irankrieg zu haben. »Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben«, sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland. Iran würde »offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln«, sagte Merz. »Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.«

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Zu iranischen Atomwaffen sagte Merz bei diesem Anlass nichts. Es ist auch nicht öffentlich bekannt, dass sich Merz dafür ausgesprochen hätte, dass Iran Atomwaffen besitzen solle – wie ‌von Trump in seinem Beitrag behauptet. Tatsächlich hat Deutschland zusammen ​mit anderen Ländern ‌über Jahre mit Iran darüber verhandelt, dass dessen Atomprogramm von internationalen Experten überwacht wird, damit das Land nicht heimlich an einer Atombombe bauen kann.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war ein Zitat von Merz ungenau wiedergegeben. Nicht die USA würden geschickt verhandeln, sagte Merz, sondern Iran. Wir haben die Stelle korrigiert.

jah/AFP/dpa/Reuters