Iran-News US-Journalistin im Irak entführt
Die amerikanische Kriegsreporterin Shelly Kittleson ist in Bagdad verschleppt worden, sie arbeitete in der Vergangenheit auch für den SPIEGEL. Und: US-Präsident Trump keilt gegen Nato-Mitglieder. Die News.
Mit
Holger Dambeck,
Claus Hecking,
Philipp Löwe,
Maximilian Popp,
Florian Pütz,
Fritz Schaap,
Elisa Schwarze,
Sebastian Stoll,
Anastasia Trenkler,
Mathieu von Rohr,
Jan Petter und
Julius Seibt
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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Die amerikanische Journalistin Shelly Kittleson ist in Bagdad verschleppt worden – womöglich in eine Hochburg irantreuer Milizen
- US-Präsident Donald Trump will den Krieg laut einem Bericht offenbar beenden, auch wenn die Straße von Hormus noch blockiert ist. Später rief er Verbündete auf, die Meerenge mit eigenen Streitkräften zu sichern, wenn sie Öl möchten.
- Israel ist nach eigenen Angaben für einen »wochenlangen« Krieg aufgestellt. Für den Libanon hat Verteidigungsminister Israel Katz die Zerstörung aller Häuser in grenznahen Dörfern im Süden des Landes angekündigt.
- Italien hat den USA laut Medienberichten untersagt, auf einem ihrer Militärstützpunkte zu landen.
Mehr Hintergrund und Analyse mit SPIEGEL+
- SPIEGEL-Titelstory: Aus Trumps Iran-Desaster wurde ein Krieg gegen die Weltwirtschaft
- Ausgerechnet JD Vance soll jetzt Trumps Irankrieg beenden. Der US-Präsident hat seinen Vize zum Verhandler mit dem Regime ernannt. Das kann ihn zum Helden machen. Oder seine Karriere gefährden.
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Christoph Reuter
Auslandsressort

📌 US-Journalistin im Irak entführt
Mitten in Bagdad ist am frühen Dienstagabend die amerikanische Journalistin Shelly Kittleson verschleppt worden, wie irakische Medien berichten. Mehrere vermummte Entführer haben demnach die freiberufliche Reporterin vor dem Palestine-Hotel in ein Auto gezerrt. Anschließend hätten sie versucht, mit ihrer Geisel die Stadt gen Süden zu verlassen in Richtung der Kleinstadt Jurf al-Sakhar, die seit Langem als Hochburg radikaler schiitischer Milizen bekannt ist.
Das irakische Innenministerium gab kurze Zeit später bekannt, man habe die Spur der Täter aufnehmen können: »Die Verfolgung führte dazu, dass ein Fahrzug der Entführer gestoppt werden konnte, das sich in der Folge überschlug.« Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Anfängliche Berichte, dass Kittleson dabei verletzt befreit werden konnte, wurden nicht bestätigt.
Kittleson berichtet seit anderthalb Jahrzehnten aus den Krisengebieten der Region, begann 2010 in Afghanistan, war später lang im Irak tätig, hat zuletzt hauptsächlich in Syrien gearbeitet. Von dort recherchierte sie im Januar und Februar 2026 auch für den SPIEGEL über den Kollaps der kurdisch befehligten SDF-Miliz. Ihre Texte und Bilder sind im BBC World Service, Politico, Foreign Policy und diversen weiteren Medien veröffentlicht worden. 2017 erhielt sie die italienische Auszeichnung »Premio Caravella« für ihre Arbeit.
Das irakische Innenministerium versicherte, dass die Ermittlungen mit Hochdruck weitergingen, man sämtliche Umstände der Entführung aufklären wolle. Man werde »keinerlei Versuche dulden, die Sicherheit zu untergraben, und diejenigen verfolgen und vor Gericht stellen, die gegen das Gesetz verstoßen«.
Was klingt, wie eine Selbstverständlichkeit, betrifft einen rasant eskalierenden innenpolitischen Konflikt: zwischen der Regierung und einem Teil jener schiitischen Milizen, die vor Jahren zwar in die offiziellen Streitkräfte eingegliedert, auch vom Staat bezahlt werden – aber niemals gänzlich unter Kontrolle des Staates kamen. Sondern weiterhin auf Befehle aus Iran hörten, dessen Revolutionswächter sie nach 2003 mitgegründet hatten. Seit dem Irankrieg feuern die Iran-treuen unter ihnen Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte, aber auch auf Basen anderer irakischer Streitkräfte.
Allen voran: die Gruppe Kataib Hisbollah (nicht zu verwechseln mit der libanesischen Hisbollah). Sie soll unbestätigten Meldungen zufolge hinter Kittlesons Entführung stecken. Sie war zuvor schon verantwortlich für die Entführung von Elizabeth Tsurkov, einer russisch-israelischen Rechercheurin des amerikanischen Thinktanks New Lines Institute, die erst nach mehr als zwei Jahren im Herbst 2025 freikam.

Foto: Zhang Miao / dpa
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Liebe Leserinnen und Leser,
wir beenden unsere Liveanalyse vom Dienstag an dieser Stelle. Über alle weiteren aktuellen Entwicklungen in Nahost halten wir Sie nun hier auf dem Laufenden.
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Heftige Angriffe im Libanon und in Israel
Die Hisbollah-Miliz feuert weiterhin Raketen und Drohnen auf Israel. In mehreren Gebieten im Norden des Landes heulten am Abend immer wieder die Warnsirenen. Betroffen war auch die Küstenstadt Haifa. Im westlichen Teil Galiläas gab es nach Angaben der Zeitung »Haaretz« innerhalb einer Stunde sechsmal Raketenalarm. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete mehrere Verletzte in Nordisrael, darunter ein Kind, das leicht verletzt worden sei.
Israels Armee teilte mit, die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz habe im Laufe des Tages Dutzende Drohnen und Raketen auf Israel gefeuert. Die Hisbollah reklamierte mehrere Angriffe auf Israel für sich.
Währenddessen greift auch Israel im Libanon weiter an. Nach offiziellen libanesischen Angaben sind bei israelischen Luftangriffen am Dienstag mindestens acht Menschen getötet worden. Vor einem Bombardement in den südlichen Vororten von Beirut hatte das israelische Militär Menschen in einem Gebäude und angrenzenden Häusern aufgerufen, diese zu verlassen, da sie sich in der Nähe einer »Einrichtung der Hisbollah« befänden. Die dicht besiedelten Vororte im Süden Beiruts gelten als Hochburg der Miliz.
Israels Armee teilte mit, die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz habe im Laufe des Tages Dutzende Drohnen und Raketen auf Israel gefeuert. Die Hisbollah reklamierte mehrere Angriffe auf Israel für sich.
Währenddessen greift auch Israel im Libanon weiter an. Nach offiziellen libanesischen Angaben sind bei israelischen Luftangriffen am Dienstag mindestens acht Menschen getötet worden. Vor einem Bombardement in den südlichen Vororten von Beirut hatte das israelische Militär Menschen in einem Gebäude und angrenzenden Häusern aufgerufen, diese zu verlassen, da sie sich in der Nähe einer »Einrichtung der Hisbollah« befänden. Die dicht besiedelten Vororte im Süden Beiruts gelten als Hochburg der Miliz.
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Papst appelliert direkt an Trump
Papst Leo hat US-Präsident Donald Trump dazu aufgerufen, einen »Ausweg« zur Beendigung des Irankriegs zu suchen. »Mir wurde gesagt, dass Präsident Trump kürzlich erklärt habe, er wolle den Krieg beenden.«
»Hoffentlich sucht er nach einem Ausweg« so der amerikanische Pontifex in Castel Gandolfo. »Hoffentlich sucht er nach einem Weg, die Gewalt zu verringern.«
Leo, der für seine bedachte Wortwahl bekannt ist, hat in den vergangenen Wochen seine Kritik am Irankrieg verstärkt. Am Sonntag sagte er, dass Gott die Gebete von Machthabern mit »blutbefleckten Händen« zurückweise.
Nun beklagte er die Zahl der Toten und erklärte, er hoffe auf ein Ende der Gewalt vor Ostern. »Es gab so viele Tote, darunter auch unschuldige Kinder«, so der Papst. »Lasst uns unaufhörlich für den Frieden eintreten.«
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Analyse: Trumps Drohungen treiben den Ölpreis noch weiter hoch
Nach dem Wut-Post von US-Präsident Donald Trump sind die Preise an mehreren internationalen Rohölbörsen nochmals deutlich gestiegen. Die Nordsee-Referenzsorte Brent verteuerte sich binnen weniger Stunden von 112 auf zeitweise über 119 Dollar je Barrel (159 Liter). Gegen 19.20 Uhr MEZ lag der Preis bei etwa 118,50 Dollar. Damit war er fast auf dem höchsten Stand seit der Energiekrise 2022 infolge von Russlands Überfall auf die Ukraine. Das besonders bei asiatischen Abnehmern gefragte Murban Crude aus Abu Dhabi kostete zeitweise sogar mehr als 120 Dollar je Fass.
Trump hatte in einem Post auf seiner Plattform Truth Social andere westliche Länder attackiert und Großbritannien aufgefordert, selbst die von Iran faktisch blockierte Straße von Hormus einzunehmen. Die USA würden dabei nicht mehr helfen. Durch die Meerenge wurde in Friedenszeiten rund ein Drittel des weltweit verschifften Erdöls transportiert. Verteidigungsminister Pete Hegseth behauptete später, die Öffnung der Straße von Hormus sei kein Kriegsziel der Vereinigten Staaten.
Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich zunächst lange nicht so stark wie Brent oder Murban; zeitweise kostete sie knapp 105 Dollar je Fass. WTI wird nicht durch die Straße von Hormus transportiert und in normalen Zeiten außerhalb Amerikas nicht so viel gehandelt wie etwa Brent. Dies könnte sich aber ändern. Denn die Abnehmer des Öls vom Persischen Golf, vor allem Verbraucher in asiatischen Staaten, müssen nun versuchen, den fehlenden Stoff in anderen Weltregionen zu besorgen. Trump forderte in seinem Truth-Social-Post: »Kauft von den USA, wir haben massig.«
Allerdings ist die US-Ölproduktion in den vergangenen Wochen kaum gestiegen. Die Förderkosten in den Vereinigten Staaten sind vielerorts außerordentlich hoch. Mehr Nachfrage aus dem Ausland würde den Preis für WTI und andere US-Rohölsorten daher wohl noch weiter in die Höhe treiben. Und damit auch die Spritpreise an US-Tankstellen.
Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich zunächst lange nicht so stark wie Brent oder Murban; zeitweise kostete sie knapp 105 Dollar je Fass. WTI wird nicht durch die Straße von Hormus transportiert und in normalen Zeiten außerhalb Amerikas nicht so viel gehandelt wie etwa Brent. Dies könnte sich aber ändern. Denn die Abnehmer des Öls vom Persischen Golf, vor allem Verbraucher in asiatischen Staaten, müssen nun versuchen, den fehlenden Stoff in anderen Weltregionen zu besorgen. Trump forderte in seinem Truth-Social-Post: »Kauft von den USA, wir haben massig.«
Allerdings ist die US-Ölproduktion in den vergangenen Wochen kaum gestiegen. Die Förderkosten in den Vereinigten Staaten sind vielerorts außerordentlich hoch. Mehr Nachfrage aus dem Ausland würde den Preis für WTI und andere US-Rohölsorten daher wohl noch weiter in die Höhe treiben. Und damit auch die Spritpreise an US-Tankstellen.
Trump: »Holt euch euer eigenes Öl!«
Donald Trump hat Verbündeten, die unter Versorgungsengpässen beim Kerosin leiden, geraten, Treibstoff in den USA zu kaufen. Alternativ sollten sie die Straße von Hormus mit eigenen Streitkräften sichern. »Ihr müsst lernen, für euch selbst zu kämpfen«, schreibt der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social.
Großbritannien, das eine Beteiligung an den Angriffen auf Iran abgelehnt hatte, nannte Trump dabei ausdrücklich. Washington werde künftig nicht mehr einspringen, so der Präsident. Iran sei militärisch weitgehend ausgeschaltet, »das Schwerste« sei getan. Die Länder sollten sich nun »ihr eigenes Öl holen«.
Großbritannien, das eine Beteiligung an den Angriffen auf Iran abgelehnt hatte, nannte Trump dabei ausdrücklich. Washington werde künftig nicht mehr einspringen, so der Präsident. Iran sei militärisch weitgehend ausgeschaltet, »das Schwerste« sei getan. Die Länder sollten sich nun »ihr eigenes Öl holen«.
Scharfe Kritik äußerte Trump auch an Frankreich: Paris hatte US-Militärmaschinen mit Rüstungslieferungen für Israel verweigert, über französisches Territorium zu fliegen. Mit Blick auf die Ausschaltung der iranischen Führung sei das Verhalten Frankreichs »äußerst unkooperativ« gewesen, schreibt Trump. Die USA würden dies nicht vergessen.

Foto: Mark Schiefelbein / AP
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Jørgensen: »Keine Rückkehr zur Normalität in absehbarer Zukunft«
Der Energiekommissar der Europäischen Union, Dan Jørgensen, rechnet mit längeren Auswirkungen des Irankriegs auf die Energiepreise. »Natürlich hoffen wir alle auf einen möglichst raschen Frieden, aber ich halte es für äußerst wichtig, so deutlich wie möglich zu sagen, dass wir selbst bei einem morgigen Friedensschluss in absehbarer Zukunft nicht zur Normalität zurückkehren werden«, sagte Jørgensen nach einer Videoschalte der Energieminister der EU. Der Däne hatte zuvor Vorbereitungen gegen mögliche Öl-Engpässe gefordert.
Die Energieinfrastruktur in der Region sei durch den Krieg zerstört worden und werde weiter zerstört, so Jørgensen. Die Gaspreise in der EU seien seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten um rund 70 Prozent gestiegen, die für Öl um 60 Prozent. 30 Tage Konflikt hätten die Importkosten der Union für fossile Brennstoffe um 14 Milliarden Euro erhöht.
Es gebe zwar derzeit in der EU »keine unmittelbaren Versorgungsengpässe bei Öl und Gas«, doch man beobachte eine Verknappung insbesondere bei Diesel und Flugkraftstoff sowie zunehmende Engpässe auf den globalen Gasmärkten und in der Folge Auswirkungen auf die Strompreise. Die Kommission koordiniere Maßnahmen zur Wiederauffüllung der Gasspeicher und zur Sicherung der Ölversorgung.
Es gebe zwar derzeit in der EU »keine unmittelbaren Versorgungsengpässe bei Öl und Gas«, doch man beobachte eine Verknappung insbesondere bei Diesel und Flugkraftstoff sowie zunehmende Engpässe auf den globalen Gasmärkten und in der Folge Auswirkungen auf die Strompreise. Die Kommission koordiniere Maßnahmen zur Wiederauffüllung der Gasspeicher und zur Sicherung der Ölversorgung.
EU mahnt Vorbereitungen gegen mögliche Öl-Engpässe an
Die europäischen Energieminister wollen am Nachmittag in einer außerplanmäßigen Videokonferenz über die Sicherheit der Energieversorgung wegen der Krise im Nahen Osten sprechen. Energiekommissar Dan Jørgensen ruft die Teilnehmer laut EU-Kommission in einem Brief dazu auf, unter anderem Maßnahmen in Betracht zu ziehen, um die Nachfrage nach Öl zu reduzieren – vorwiegend im Transportsektor. Hintergrund ist die möglicherweise länger andauernde Störung des internationalen Energiehandels.
Die Mitgliedstaaten sollen Vorkehrungen treffen, um die Versorgung mit Öl und raffinierten Erdölprodukten sicherzustellen, wie es in der Mitteilung der Kommission heißt. Die Versorgungssicherheit der Europäischen Union sei jedoch weiterhin gewährleistet, so Jørgensen. Als Sparmaßnahmen schlägt die Internationale Energieagentur (IEA) etwa vor, Businessflüge zu reduzieren, Carsharing und den öffentlichen Nahverkehr zu fördern oder die Zufahrt für Autos in Großstädten teils einzuschränken. Nicht dringende Wartungsarbeiten an Raffinerien sollten laut Jørgensen verschoben werden. Außerdem sollten verstärkt Biokraftstoffe anstelle von Erdölprodukten genutzt werden.
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Unicef: Mehr als 340 getötete Kinder im Irankrieg
Etwa einen Monat nach Beginn des Irankriegs sind nach Angaben des Uno-Kinderhilfswerks Unicef in der Nahostregion bereits mehr als 340 Kinder getötet und Tausende verletzt worden. Demnach starben in Iran 216 Kinder, im Libanon 124, in Israel vier Kinder, in Kuwait kam ein Kind ums Leben, wie die Organisation mitteilte. Verletzt wurden in Iran demnach mehr als 1.700 Kinder, im Libanon mehr als 400, in Israel mehr als 850. Auch in Bahrain und Jordanien wurden Kinder verletzt.
Unicef forderte ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten. Alle Konfliktparteien sollten größtmögliche Zurückhaltung üben. Die Zivilbevölkerung – insbesondere Kinder – sowie zivile Einrichtungen müssten jederzeit geschützt werden. »Alle Konfliktparteien müssen dringend handeln, um das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen und die Rechte von Kindern zu wahren«, sagte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell.
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Sorge um Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi
Die Stiftung der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi vermutet, dass die Menschenrechtlerin im Gefängnis einen Herzinfarkt erlitten hat. Das teilte die Stiftung in einem Post bei X mit. Die 53-Jährige sei am 24. März bewusstlos in ihrer Zelle aufgefunden worden. Vergangenen Samstag habe sie bei einem Besuch im Gefängnis Zandschan geschwächt, blass und abgemagert gewirkt, so ihre Mitstreiter weiter. Trotz deutlicher Anzeichen eines Herzinfarkts sollen die Behörden eine Verlegung in ein Krankenhaus verweigert haben. Mohammadi leide zudem seit ihrer gewaltsamen Verhaftung im Dezember 2025 unter anhaltenden Kopfschmerzen, Sehstörungen und gefährlichen Blutdruckschwankungen.
Der zuständige Staatsanwalt von Zandschan soll Mohammadis Telefonkontakte auf Gespräche unter drei Minuten mit Geschwistern beschränkt und jeden Kontakt zu ihren Anwälten untersagt haben. Mitte Februar hatte das Revolutionsgericht Maschhad Mohammadi zu sechs Jahren Haft wegen »Verschwörung gegen die nationale Sicherheit« sowie zu weiteren 18 Monaten wegen »Propaganda gegen den Staat« verurteilt. Wegen weiterer Vorwürfe drohen ihr darüber hinaus weitere Haftjahre. Lesen Sie hier ein Interview, das die Friedensnobelpreisträgerin dem SPIEGEL im August 2025 gab.
Der zuständige Staatsanwalt von Zandschan soll Mohammadis Telefonkontakte auf Gespräche unter drei Minuten mit Geschwistern beschränkt und jeden Kontakt zu ihren Anwälten untersagt haben. Mitte Februar hatte das Revolutionsgericht Maschhad Mohammadi zu sechs Jahren Haft wegen »Verschwörung gegen die nationale Sicherheit« sowie zu weiteren 18 Monaten wegen »Propaganda gegen den Staat« verurteilt. Wegen weiterer Vorwürfe drohen ihr darüber hinaus weitere Haftjahre. Lesen Sie hier ein Interview, das die Friedensnobelpreisträgerin dem SPIEGEL im August 2025 gab.

Narges Mohammadi. Foto: Elham Abbasloo / IMAGO
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Analyse: Trump will das Hormus-Problem den Europäern zuschieben – wie realistisch ist das?
Donald Trump will das Problem, das er der Welt beschert hat, angeblich nicht mehr selbst lösen – sondern ausgerechnet jenen Verbündeten zuschieben, mit denen er gerade im schärfsten Clinch liegt. Er macht keinen Hehl aus seiner Wut. In einem Post auf Truth Social attackierte er Frankreich, weil es US-Militärmaschinen mit Nachschub für Israel den Überflug verweigert habe: Frankreich sei »VERY UNHELPFUL« gewesen – »The U.S.A. will REMEMBER!!!« In einem anderen Post forderte er Großbritannien auf, sich »etwas verspäteten Mut zuzulegen«, zur Straße von Hormus zu fahren und sie sich »einfach nehmen«.
Die USA würden dabei nicht mehr helfen, so Trump: »Buy from the U.S., we have plenty.« Abschluss: »Go get your own oil!« Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte vom Podium: Die Öffnung der Meerenge sei kein US-Ziel. Das »Wall Street Journal« hatte zuvor berichtet, Trump sei bereit, den Irankrieg zu beenden, auch wenn die Straße von Hormus blockiert bleibe.
Die USA würden dabei nicht mehr helfen, so Trump: »Buy from the U.S., we have plenty.« Abschluss: »Go get your own oil!« Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte vom Podium: Die Öffnung der Meerenge sei kein US-Ziel. Das »Wall Street Journal« hatte zuvor berichtet, Trump sei bereit, den Irankrieg zu beenden, auch wenn die Straße von Hormus blockiert bleibe.
Trumps Behauptung, die Blockade betreffe die USA kaum, ist allerdings schlicht falsch. Der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin überschritt am Dienstag die Vier-Dollar-Marke – 35 Prozent über dem Stand bei Kriegsbeginn, der höchste Wert seit 2022. Die Inflation steigt, eine Rezession wird wahrscheinlicher. Es geht längst nicht nur um Benzin: Die Düngemittelpreise sind um die Hälfte gestiegen, mitten in der US-Pflanzsaison für Mais und Soja – eine Nahrungsmittelknappheit droht.
Noch härter trifft es in der Tat Europa – also jene Verbündeten, denen Trump die Öffnung der Meerenge überlassen will. Die Gasspeicher waren Ende Februar nur zu einem Drittel gefüllt, Ökonomen warnen vor einer Rezession. Das führt aber nicht dazu, dass die Europäer Trumps Krieg unterstützen. Im Gegenteil: Spanien schloss am Montag seinen gesamten Luftraum für am Irankrieg beteiligte US-Flugzeuge, Italien verweigerte US-Kampfflugzeugen die Landung in Sigonella, Frankreich verweigert Überflüge. Die Haltung ist nach Friedrich Merz einhellig: Dies ist nicht unser Krieg. Rund 40 Länder signalisieren zwar Bereitschaft, die Durchfahrt am Persischen Golf zu sichern – aber erst, wenn die Kämpfe enden.
Trump hat sich in eine Falle manövriert, die er selbst gebaut hat. Er möchte die Straße von Hormus zum Problem der anderen erklären, während in den USA Benzinpreise steigen und Rezessionsrisiken wachsen. Er verlangt von Verbündeten, die Folgen eines Kriegs auszubaden, den er ohne jede Konsultation begonnen hat. Sein Feldzug sollte Iran eigentlich als Bedrohung ausschalten. Einen Monat später kontrolliert Teheran die Meerenge, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls fließt – und das transatlantische Verhältnis hat Schäden genommen, die auch nach Kriegsende nicht verschwinden werden.
Noch härter trifft es in der Tat Europa – also jene Verbündeten, denen Trump die Öffnung der Meerenge überlassen will. Die Gasspeicher waren Ende Februar nur zu einem Drittel gefüllt, Ökonomen warnen vor einer Rezession. Das führt aber nicht dazu, dass die Europäer Trumps Krieg unterstützen. Im Gegenteil: Spanien schloss am Montag seinen gesamten Luftraum für am Irankrieg beteiligte US-Flugzeuge, Italien verweigerte US-Kampfflugzeugen die Landung in Sigonella, Frankreich verweigert Überflüge. Die Haltung ist nach Friedrich Merz einhellig: Dies ist nicht unser Krieg. Rund 40 Länder signalisieren zwar Bereitschaft, die Durchfahrt am Persischen Golf zu sichern – aber erst, wenn die Kämpfe enden.
Trump hat sich in eine Falle manövriert, die er selbst gebaut hat. Er möchte die Straße von Hormus zum Problem der anderen erklären, während in den USA Benzinpreise steigen und Rezessionsrisiken wachsen. Er verlangt von Verbündeten, die Folgen eines Kriegs auszubaden, den er ohne jede Konsultation begonnen hat. Sein Feldzug sollte Iran eigentlich als Bedrohung ausschalten. Einen Monat später kontrolliert Teheran die Meerenge, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls fließt – und das transatlantische Verhältnis hat Schäden genommen, die auch nach Kriegsende nicht verschwinden werden.
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Bombeneinschläge in der Nähe des Büros der Weltgesundheitsorganisation
Nahe dem Teheraner Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in den vergangenen zwei Nächten Einschläge registriert worden. Das teilte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X mit. Alle Mitarbeiter des WHO-Büros in Iran seien wohlauf und unverletzt, schrieb er. Es seien lediglich Fensterscheiben zu Bruch gegangen. »Angriffe, die den Betrieb von WHO und anderen Uno-Organisationen stören und deren bekannte Einrichtungen beschädigen, sind inakzeptabel und müssen unter allen Umständen verhindert werden«, so Tedros weiter.
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Pakistan und China sprechen sich für Frieden in Nahost aus
Nach einem Treffen der Außenminister Chinas und Pakistans in Peking haben die Länder gemeinsame Positionen zum Krieg in Nahost vorgestellt. »China und Pakistan fordern eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und größtmögliche Anstrengungen, um eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern«, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Zudem solle humanitäre Hilfe in die vom Krieg betroffenen Gebiete vorgelassen und eine normale Passage der Straße von Hormus ermöglicht werden.
Pakistan hatte sich zuletzt um Vermittlung zwischen den USA und Iran bemüht. Am Wochenende hatte Islamabad die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei zu Gesprächen über den Irankrieg empfangen. Pakistans Außenminister Ishaq Dar war infolge zu Gesprächen nach China aufgebrochen. China und Pakistan gelten als strategische Partner.

Chinas Außenminister Wang Yi (rechts) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar . Foto: Pakistan's Ministry of Foreign Affairs / AFP
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Lessempfehlung: Rätselhafter Geheimsender funkte wohl aus Deutschland
Mit einer akribischen Spurensuche wollen Funkamateure einen mysteriösen Sender bei Stuttgart geortet haben, im Wald zwischen Kasernen. Dient er den USA im Krieg gegen Iran? Lesen Sie hier den Text meines Kollegen Christoph Seidler.

Satellitenbild einer Antennenanlage zwischen der Panzerkaserne Böblingen und den Patch Barracks in Stuttgart-Vaihingen (2025). Foto: Airbus / Google Earth
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Iran droht mit Angriffen auf US-Unternehmen
Die Revolutionswächter haben iranischen Staatsmedien zufolge Angriffe auf US-Unternehmen in der Region angedroht. Mit Attacken sei ab dem 1. April zu rechnen, wird eine Erklärung der Garden zitiert. Demnach gelte die Drohung 18 Unternehmen – darunter Microsoft, Google, Apple, Intel, IBM, Tesla und Boeing. »Diese Unternehmen müssen ab 20 Uhr Teheraner Zeit am Mittwoch, dem 1. April, für jeden Terrorakt in Iran mit der Zerstörung ihrer jeweiligen Zweigstellen rechnen.« Die Drohung sei eine Vergeltungsmaßnahme für die Angriffe auf Iran, hieß es weiter.
Microsoft beispielsweise betreibt in der Region unter anderem ein Rechenzentrum in Abu Dhabi sowie ein regionales Hauptquartier in Riad, während Google ein wichtiges regionales Büro in Dubai und ein regionales Hauptquartier in Tel Aviv nutzt. Apple ist mit mehreren Stores in den Vereinigten Arabischen Emiraten präsent, insbesondere in Dubai und Abu Dhabi, die ihr erstes wichtiges Standbein im Nahen Osten bilden. Intel verfügt in Israel über zentrale Produktions- und Forschungsstandorte, etwa eine große Chipfabrik in Kirjat Gat.
Microsoft beispielsweise betreibt in der Region unter anderem ein Rechenzentrum in Abu Dhabi sowie ein regionales Hauptquartier in Riad, während Google ein wichtiges regionales Büro in Dubai und ein regionales Hauptquartier in Tel Aviv nutzt. Apple ist mit mehreren Stores in den Vereinigten Arabischen Emiraten präsent, insbesondere in Dubai und Abu Dhabi, die ihr erstes wichtiges Standbein im Nahen Osten bilden. Intel verfügt in Israel über zentrale Produktions- und Forschungsstandorte, etwa eine große Chipfabrik in Kirjat Gat.
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Analyse: US-Benzinpreis über 4-Dollar-Marke
An US-Tankstellen wird Sprit teurer und teurer. Nun werden erstmals seit Kriegsbeginn mehr als 4 Dollar für eine Gallone (3,79 Liter) Regular verlangt, wie eine Aufstellung des Automobilclubs AAA zeigt.
Regular ist die mit Abstand meistverkaufte und in der Regel günstigste Benzinsorte der Vereinigten Staaten. Im Landesmittel kostet Regular an diesem Dienstag 4,02 Dollar je Gallone – nur in der Energiekrise 2022 waren die Preise zeitweise noch höher. Vor den US-amerikanischen und israelischen Angriffen am 28. Februar kostete die Gallone Regular im Mittel nicht einmal drei Dollar.
Regular ist die mit Abstand meistverkaufte und in der Regel günstigste Benzinsorte der Vereinigten Staaten. Im Landesmittel kostet Regular an diesem Dienstag 4,02 Dollar je Gallone – nur in der Energiekrise 2022 waren die Preise zeitweise noch höher. Vor den US-amerikanischen und israelischen Angriffen am 28. Februar kostete die Gallone Regular im Mittel nicht einmal drei Dollar.

Foto: Sue Ogrocki / AP
Diesel verteuert sich noch stärker. Der unter anderem für Farmer und Trucker unentbehrliche Kraftstoff kostet am Dienstag im Mittel 5,45 Dollar: Das sind 1,72 Dollar mehr als zu Beginn des Irankriegs – und ebenfalls der höchste Wert seit 2022. Dies dürfte über kurz oder lang auch zu steigenden Preisen für Nahrungsmittel oder andere Güter führen.
Flugtickets haben sich laut Medienberichten offenbar schon verteuert, denn auch die Kosten für Kerosin sind abrupt gestiegen.
Für Trump wird die Spritpreisinflation immer mehr zum Problem. Er hatte im Präsidentschaftswahlkampf versprochen, die Preise für Energie binnen 12 bis höchstens 18 Monaten zu halbieren – und so den Anstieg der Lebenshaltungskosten zu bremsen. Tatsächlich jedoch sind sowohl Strom und Erdgas als auch Benzin, Diesel und Heizöl teils erheblich teurer geworden.
Medienberichten zufolge soll Trump nun erwägen, den Krieg zu beenden, auch wenn die Straße von Hormus noch von Iran faktisch blockiert ist. Dies allerdings würde wohl dauerhaft hohe Öl- und Kraftstoffpreise rund um den Globus bedeuten – auch in den USA.
Flugtickets haben sich laut Medienberichten offenbar schon verteuert, denn auch die Kosten für Kerosin sind abrupt gestiegen.
Für Trump wird die Spritpreisinflation immer mehr zum Problem. Er hatte im Präsidentschaftswahlkampf versprochen, die Preise für Energie binnen 12 bis höchstens 18 Monaten zu halbieren – und so den Anstieg der Lebenshaltungskosten zu bremsen. Tatsächlich jedoch sind sowohl Strom und Erdgas als auch Benzin, Diesel und Heizöl teils erheblich teurer geworden.
Medienberichten zufolge soll Trump nun erwägen, den Krieg zu beenden, auch wenn die Straße von Hormus noch von Iran faktisch blockiert ist. Dies allerdings würde wohl dauerhaft hohe Öl- und Kraftstoffpreise rund um den Globus bedeuten – auch in den USA.
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Iran verschärft Todesstrafe: »Keine Gnade« der Justiz
Das iranische Regime will die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher vollstrecken – »ohne Gnade und Nachsicht«. Das sagte Justizsprecher Asghar Dschahangir dem staatlichen Sender Irib. Zudem solle das gesamte Vermögen der Betroffenen im Land konfisziert werden.
Die Maßnahmen werden künftig nicht mehr nur Spionage für die USA, Israel oder andere »feindliche Staaten« betreffen. Auch Terrorhandlungen, die Zerstörung staatlicher Einrichtungen sowie Taten, die »Angst und Schrecken« in der Bevölkerung auslösten, sollen mit der Todesstrafe geahndet werden. Personen, die durch Fotos oder Videos dem Feind Zielhinweise gäben, würden ebenfalls derart bestraft.
Die Maßnahmen werden künftig nicht mehr nur Spionage für die USA, Israel oder andere »feindliche Staaten« betreffen. Auch Terrorhandlungen, die Zerstörung staatlicher Einrichtungen sowie Taten, die »Angst und Schrecken« in der Bevölkerung auslösten, sollen mit der Todesstrafe geahndet werden. Personen, die durch Fotos oder Videos dem Feind Zielhinweise gäben, würden ebenfalls derart bestraft.
Zuletzt hatte Iran auch im Zuge der landesweiten Proteste zahlreiche mutmaßliche Agenten oder Söldner festgenommen. Kritiker widersprechen: Unter den Festgenommenen seien auch Bürger, die die Lage für politischen Widerstand genutzt hätten. In den vergangenen 48 Stunden wurden bereits vier Dissidenten hingerichtet.
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Iran soll Kinder ab 12 Jahren auch für paramilitärische Einsätze anwerben
Nach Angaben von Human Rights Watch (HRW) soll Iran Kinder ab 12 Jahren für Einsätze im Umfeld der Revolutionswächter rekrutieren. Demnach können sich Minderjährige im Rahmen einer Kampagne zur »Verteidigung des Vaterlands« freiwillig melden.
Vorgesehen seien nach offiziellen Angaben nicht nur Hilfsdienste wie Kochen, medizinische Versorgung und das Verteilen von Gütern. Auch Sicherheitsaufgaben wie die Bemannung von Checkpoints, Patrouillen, Aufklärungsdienste und Begleitung von Fahrzeugkonvois werden genannt.
»Für eine militärische Rekrutierungskampagne, die gezielt Kinder zur Anmeldung auffordert – erst recht Zwölfjährige –, gibt es keinerlei Entschuldigung«, sagte Bill Van Esveld, stellvertretender Direktor der Kinderrechtsabteilung von HRW. »Letztlich bedeutet das, dass die iranischen Behörden offenbar bereit sind, das Leben von Kindern für zusätzliche Manpower aufs Spiel zu setzen.«
Militärische Einrichtungen der Basidsch-Milizen und der Revolutionswächter seien tausendfach Ziel von Angriffen geworden. Minderjährige an solchen Orten seien daher besonders gefährdet, getötet oder verletzt zu werden.
Nach internationalem Recht gilt die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren als Kriegsverbrechen. Iran hat in der Vergangenheit bereits Minderjährige in Basidsch-Einheiten eingesetzt. Laut HRW wurden zudem afghanische Kinder, die in Iran lebten, von den Revolutionswächtern für Kämpfe im syrischen Bürgerkrieg rekrutiert. Und schon in den Achtzigerjahren schickte das Regime Hunderttausende Kinder in den Krieg gegen den Irak. Zehntausende wurden getötet.

Foto: Vahid Salemi / AP
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Italien will Kohleausstieg um 13 Jahre verschieben
Das italienische Abgeordnetenhaus hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der den endgültigen Ausstieg aus der Kohleverstromung von 2025 auf 2038 verschiebt. Der Senat muss dem Vorhaben noch zustimmen, was angesichts der Regierungsmehrheit als sicher gilt.
Energieminister Gilberto Pichetto Fratin hatte bereits angekündigt, vier derzeit stillgelegte Kohlekraftwerke bei einer Energiekrise infolge des Irankriegs wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Drei der Anlagen gehören dem Staatskonzern Enel. Die Entscheidung gilt als Signal der rechtsgerichteten Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Klimaschutzmaßnahmen angesichts wachsender Energieversorgungsprobleme zurückzustellen.
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Doha warnt vor weiterer Destabilisierung
Katar hat sich indirekt gegen eine mögliche US-Bodeninvasion in Iran ausgesprochen. »Wir sind gegen jede Eskalation, die die Stabilität der Region weiter gefährden könnte«, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, laut der Nachrichtenagentur dpa in Bezug auf entsprechende Berichte. »Wir müssen einen Ausweg für diese Krise finden, denn die verschärfende Eskalation wird von Tag zu Tag schlimmer«, so al-Ansari. Eigene Gegenschläge Katars auf Iran habe er demnach nicht besprechen wollen. Der Golfstaat behalte sich Vergeltung dennoch vor.
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Israel plant Zerstörung von Grenzdörfern im Libanon
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat die Zerstörung aller Häuser in grenznahen Dörfern im Süden des Libanon angekündigt. Damit solle die Bedrohung durch die Hisbollah-Miliz »ein für alle Mal beseitigt« werden, sagte Katz. Als Vorbild nannte er die im Gazakrieg weitgehend zerstörten Orte Rafah und Beit Hanun. Die Rückkehr von mehr als 600.000 geflohenen Bewohnern südlich des Litani-Flusses werde vollständig untersagt, solange die Sicherheit der israelischen Grenzbevölkerung nicht gewährleistet sei.
Die israelische Armee ist bereits auf libanesisches Gebiet vorgedrungen und führt dort Bodeneinsätze durch. Katz bekräftigte, Israel wolle das Gebiet bis zum Litani-Fluss bis auf Weiteres kontrollieren. Libanesische Sicherheitskreise berichten von massiven Schäden in zahlreichen Grenzdörfern sowie von verstärkten israelischen Angriffen in der Bekaa-Ebene, mit denen Versorgungswege der Hisbollah unterbrochen werden sollen.
Die israelische Armee ist bereits auf libanesisches Gebiet vorgedrungen und führt dort Bodeneinsätze durch. Katz bekräftigte, Israel wolle das Gebiet bis zum Litani-Fluss bis auf Weiteres kontrollieren. Libanesische Sicherheitskreise berichten von massiven Schäden in zahlreichen Grenzdörfern sowie von verstärkten israelischen Angriffen in der Bekaa-Ebene, mit denen Versorgungswege der Hisbollah unterbrochen werden sollen.

Angriff auf das Dorf Zawtar El Charkiyeh im Südlibanon. Foto: AFP
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Hegseth: Iran nach wie vor zu Militärschlägen fähig
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat soeben die erste Pressekonferenz zum Irankrieg seit bald zwei Wochen abgehalten. Dabei lobte er den Einsatz der US-Truppen in Nahost, die er am Wochenende besucht habe. Zu aktuellen Entwicklungen im Irankrieg äußerte er sich dagegen wenig konkret: »Die nächsten Tage werden im Nahostkonflikt entscheidend sein«, so Hegseth.
Er forderte Iran erneut auf, einen Deal mit den USA abzuschließen. »Wir haben immer mehr Optionen und sie immer weniger«, sagte er mit Blick auf Teheran. Gleichzeitig räumte er ein, Iran sei auch nach einem Monat Krieg zu Gegenschlägen fähig.
Wie US-Präsident Donald Trump kritisierte auch er die Europäer dafür, dass sie – aus Sicht der Trump-Regierung – den USA nicht ausreichend im Irankrieg helfen. Danach gefragt, ob die in der Region eintreffenden US-Soldaten in einer Bodenoffensive eingesetzt würden, sagte Hegseth: »Verrate deinem Feind nicht, was du zu tun oder zu lassen bereit bist.« Wie lange der Irankrieg noch andauern würde, entscheide Trump allein, sagte Hegseth.

Pete Hegseth. Foro: Jonathan Ernst / Reuters
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Trump: »Holt euch euer eigenes Öl!«
Donald Trump hat Verbündeten, die unter Versorgungsengpässen beim Kerosin leiden, geraten, Treibstoff in den USA zu kaufen. Alternativ sollten sie die Straße von Hormus mit eigenen Streitkräften sichern. »Ihr müsst lernen, für euch selbst zu kämpfen«, schreibt der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social.
Großbritannien, das eine Beteiligung an den Angriffen auf Iran abgelehnt hatte, nannte Trump dabei ausdrücklich. Washington werde künftig nicht mehr einspringen, so der Präsident. Iran sei militärisch weitgehend ausgeschaltet, »das Schwerste« sei getan. Die Länder sollten sich nun »ihr eigenes Öl holen«.
Großbritannien, das eine Beteiligung an den Angriffen auf Iran abgelehnt hatte, nannte Trump dabei ausdrücklich. Washington werde künftig nicht mehr einspringen, so der Präsident. Iran sei militärisch weitgehend ausgeschaltet, »das Schwerste« sei getan. Die Länder sollten sich nun »ihr eigenes Öl holen«.
Scharfe Kritik äußerte Trump auch an Frankreich: Paris hatte US-Militärmaschinen mit Rüstungslieferungen für Israel verweigert, über französisches Territorium zu fliegen. Mit Blick auf die Ausschaltung der iranischen Führung sei das Verhalten Frankreichs »äußerst unkooperativ« gewesen, schreibt Trump. Die USA würden dies nicht vergessen.

Foto: Mark Schiefelbein / AP
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EU mahnt Vorbereitungen gegen mögliche Öl-Engpässe an
Die europäischen Energieminister wollen am Nachmittag in einer außerplanmäßigen Videokonferenz über die Sicherheit der Energieversorgung wegen der Krise im Nahen Osten sprechen. Energiekommissar Dan Jørgensen ruft die Teilnehmer laut EU-Kommission in einem Brief dazu auf, unter anderem Maßnahmen in Betracht zu ziehen, um die Nachfrage nach Öl zu reduzieren – vorwiegend im Transportsektor. Hintergrund ist die möglicherweise länger andauernde Störung des internationalen Energiehandels.
Die Mitgliedstaaten sollen Vorkehrungen treffen, um die Versorgung mit Öl und raffinierten Erdölprodukten sicherzustellen, wie es in der Mitteilung der Kommission heißt. Die Versorgungssicherheit der Europäischen Union sei jedoch weiterhin gewährleistet, so Jørgensen. Als Sparmaßnahmen schlägt die Internationale Energieagentur (IEA) etwa vor, Businessflüge zu reduzieren, Carsharing und den öffentlichen Nahverkehr zu fördern oder die Zufahrt für Autos in Großstädten teils einzuschränken. Nicht dringende Wartungsarbeiten an Raffinerien sollten laut Jørgensen verschoben werden. Außerdem sollten verstärkt Biokraftstoffe anstelle von Erdölprodukten genutzt werden.
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Lessempfehlung: Wie sich das Verhältnis von Merz und Trump verändert
Friedrich Merz geht im Irankrieg immer deutlicher auf Distanz zu Donald Trump. Der US-Präsident reagiert verstimmt. Wie wird er den Kanzler seinen Ärger spüren lassen? Lesen Sie hier Text meiner Kollegen Paul-Anton Krüger und Philipp Wittrock zu den drei größten Risiken.

Merz und Trump im Weißen Haus (am 3. März 2026). Foto: Jonathan Ernst / REUTERS
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Analyse: Die Schwäche der iranischen Führung könnte zum Problem für Trump werden
Wenn man Donald Trump glaubt, ist das Ziel eines Machtwechsels in Iran bereits erreicht. »Das eine Regime wurde dezimiert, vernichtet, sie sind alle tot. Das nächste Regime ist größtenteils tot«, sagte der US-Präsident. Nun habe man mit einem »dritten Regime« zu tun, größtenteils »sehr vernünftige« Leute, die angeblich unbedingt einen Deal mit den USA machen wollten.
Tatsächlich haben die USA und Israel eine Reihe von iranischen Regimekadern getötet, allen voran Staatsoberhaupt Ali Khamenei. Doch die Islamische Republik scheint nach wie vor intakt. Ali Khamenei wurde durch seinen Sohn Mojtaba ersetzt, Revolutionswächter haben mehr und mehr die Kontrolle übernommen.
Dass die politisch-religiöse Führung geschwächt ist, könnte paradoxerweise noch zu einem Problem für Trump werden. Iranische Regimevertreter hätten Schwierigkeiten, sich zu treffen und würden auch nur bedingt über Telefon kommunizieren, aus Angst, abgehört und attackiert zu werden, berichtet die »New York Times« unter Berufung auf Geheimdienstquellen.
Sollte es zu Gesprächen zwischen den USA und Iran kommen, könnte das Schwierigkeiten verursachen. Iranische Unterhändler könnten Mühe haben, Positionen mit der Staatsspitze abzustimmen. Hardliner innerhalb der Revolutionswächter könnten unterdessen eigene Fakten auf dem Schlachtfeld schaffen.
Tatsächlich haben die USA und Israel eine Reihe von iranischen Regimekadern getötet, allen voran Staatsoberhaupt Ali Khamenei. Doch die Islamische Republik scheint nach wie vor intakt. Ali Khamenei wurde durch seinen Sohn Mojtaba ersetzt, Revolutionswächter haben mehr und mehr die Kontrolle übernommen.
Dass die politisch-religiöse Führung geschwächt ist, könnte paradoxerweise noch zu einem Problem für Trump werden. Iranische Regimevertreter hätten Schwierigkeiten, sich zu treffen und würden auch nur bedingt über Telefon kommunizieren, aus Angst, abgehört und attackiert zu werden, berichtet die »New York Times« unter Berufung auf Geheimdienstquellen.
Sollte es zu Gesprächen zwischen den USA und Iran kommen, könnte das Schwierigkeiten verursachen. Iranische Unterhändler könnten Mühe haben, Positionen mit der Staatsspitze abzustimmen. Hardliner innerhalb der Revolutionswächter könnten unterdessen eigene Fakten auf dem Schlachtfeld schaffen.
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Mit Material der Agenturen





