Eskalation in Nahost EU-Analysten glauben an Machterhalt der Ajatollahs
Das Regime in Teheran ist getroffen. Nach SPIEGEL-Informationen gehen EU-Experten davon aus, dass es aber noch über militärische Kapazitäten verfügt. Alle News und Analysen zum Irankrieg vom Mittwoch.
Mit
Anna-Lena Abbott,
Henrik Bahlmann,
Carlotta Böttcher,
Michael Brächer,
Holger Dambeck,
Anna Ehlebracht,
Matthias Gebauer,
Claus Hecking,
Miriam Khan,
Paul-Anton Krüger,
Charlotte Lüder,
Marvin Milatz,
Jakob Marlon Müller,
Maximilian Popp,
Alexander Preker,
Anna-Sophie Schneider,
Thore Schröder,
Dominik Peters,
Steffen Lüdke,
Nadine Wolter,
Luca Wolpers und
Solveig Eichner (Fotos)
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Wichtige Updates
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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Die USA und Israel greifen weiter Iran an. Das US-Militär versenkte im Indischen Ozean ein iranisches Kriegsschiff. Die dortige Marine barg Dutzende tote Crewmitglieder.
- Teheran antwortet mit Gegenschlägen. Diese treffen auch Ziele in anderen Ländern, etwa in Bahrain, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo sich Militärstützpunkte der USA befinden.
- Auch die proiranische Hisbollah-Miliz greift in die Kämpfe ein und attackiert Israel. Das israelische Militär reagiert mit Gegenschlägen. Hisbollah-Chef Naim Kassim sprach von »Konfrontation und Widerstand bis an die äußersten Grenzen«.
- Im Streit zwischen Washington und Madrid hat das Weiße Haus angekündigt, dass Spanien zu einer Militärkooperation bereit sei. Der spanische Außenminister dementierte umgehend: »Unsere Position hat sich nicht geändert«, sagte José Manuel Albares dem Radiosender Cadena SER. Verkehrsminister Óscar Puente kritisierte das Weiße Haus scharf.
- Eine EU-Analyse geht davon aus, dass sich das Teheraner Regime wahrscheinlich halten können wird.
- Deutschland werde sich nicht am Krieg in Nahost beteiligen, sagt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius.
- Die Nato hat eine iranische Rakete in Richtung des türkischen Luftraums abgefangen. Sie sollte offenbar Incirlik treffen, eine für die USA wichtige Luftwaffenbasis.
Mehr Hintergrund und Analyse
- Irans Regime erleidet hohe Verluste: So lange kann es militärisch noch durchhalten
- Historiker über US-Interventionen: »Trump agiert wie ein Mafiaboss«
- Folgen für Deutschland: Warum der Irankrieg für Merz zum echten Problem werden könnte
- Fünf Erkenntnisse aus dem Treffen mit Trump: Eigentlich wollte der Kanzler in Washington über Zölle, China und den Ukrainekrieg sprechen. Der US-israelische Militärschlag gegen Iran änderte alles
- Den USA gehen die Abfangraketen aus: Hilfe könnte ausgerechnet aus Europa kommen
- Warum es darauf ankommt, wie ein Herrscher stirbt: Die Art von Khameneis Tod könnte über die Zukunft Irans mitentscheiden
- So gnadenlos späht Irans Regime die eigene Bevölkerung aus: SPIEGEL-Recherchen gewähren Einblick in das System der Mullahs
- Daten und Grafiken zum Irankrieg: Wo fliegen die Truppen von den USA und Israel ihre Angriffe? Welche US-Basen attackiert Iran? Welche Waffen sind im Einsatz? Hier geht’s zum Überblick
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Tag fünf des Irankriegs geht zu Ende – und damit auch dieser Liveblog. Wir berichten selbstverständlich weiter über die Eskalation in Nahost: aus unserem Hamburger Newsroom und den Büros unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten weltweit. Hier geht es zum nächsten Liveblog.
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Portugal: USA dürfen Militärbasis Lajes unter »bestimmten Bedingungen« nutzen
Die portugiesische Regierung erlaubt den USA, den Militärstützpunkt Lajes auf der Azoreninsel Terceira für Einsätze im Krieg gegen Iran zu nutzen. Ministerpräsident Luís Montenegro sagte jedoch im Parlament, die Erlaubnis gelte nur unter »bestimmten Bedingungen«. Demnach müssten die Einsätze »defensiv«, »notwendig und verhältnismäßig« sowie »ausschließlich gegen militärische Ziele« gerichtet sein. »Diese drei Bedingungen stehen im Einklang mit dem Völkerrecht«, betonte Montenegro.
Zuvor hatten portugiesische Behörden eingeräumt, dass die USA ihre Nutzung der Basis in den Wochen vor Kriegsbeginn intensiviert hatten. Diese Einsätze seien auf Grundlage einer allgemein gehaltenen, jährlich erneuerten Genehmigung erfolgt.
Der Stützpunkt Lajes gilt wegen seiner Lage mitten im Atlantik als strategisch wichtig. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nutzten ihn die Alliierten. Ein Abkommen, das die Nutzung durch die USA regelt, wurde 1951 unterzeichnet.

Militärstützpunkt Lajes auf der Insel Terceira. Foto: Antonio Araujo / EPA
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Leseempfehlung: An dieser Stelle haben die Ajatollahs die Weltwirtschaft im Würgegriff
Fast jeder dritte Liter Öl kommt aus der Region um den Persischen Golf, beim Flüssigerdgas sieht es ähnlich aus. Nun blockiert Iran die Straße von Hormus. Karten zeigen, wie abhängig die Welt ist. Mehr dazu lesen Sie hier.

[M] DER SPIEGEL, Foto: Giuseppe Cacace / AFP
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US-Regierung dementiert Berichte über Bewaffnung von Kurden
Will die US-Regierung kurdische Gruppen im Irankrieg bewaffnen? Das Weiße Haus hat entsprechende Berichte zurückgewiesen. Die Behauptung, US-Präsident Donald Trump habe derlei Plänen zugestimmt, sei falsch, sagte Sprecherin Karoline Leavitt in Washington. Richtig sei, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Irak gesprochen habe.
Trump soll Berichten zufolge mit dem irakischen Kurdenführer Masud Barsani gesprochen haben. Laut dem »Wall Street Journal« soll Trump erwägen, die irakischen Kurden bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen. Einem CNN-Bericht zufolge arbeitet der US-Geheimdienst CIA daran, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Die US-Regierung sei dazu in Gesprächen sowohl mit der iranischen Opposition als auch mit Kurdenvertretern im Irak, berichtete der US-Sender unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
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Hisbollah-Chef: »Wir werden uns nicht ergeben«
In seiner ersten Ansprache seit der jüngsten Eskalation hat Hisbollah-Chef Naim Kassim die Kampfbereitschaft seiner Organisation betont. »Wir werden uns dem Feind nicht ergeben«, sagte er in der im Fernsehen übertragenen Rede, und sprach von »Konfrontation und Widerstand bis an die äußersten Grenzen«.
Kassim sagte, Israel sei eine »existenzielle Bedrohung« für die Hisbollah, den Libanon und die gesamte Region. »Was Israel getan hat, war keine Reaktion auf einen Raketenbeschuss, sondern vielmehr ein vorsätzlich geplanter Akt der Aggression«, sagte er weiter. Es sei die Pflicht der Hisbollah, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den gefährlichen Kurs fortgesetzter israelischer Aggression zu stoppen.
Kassim sagte, Israel sei eine »existenzielle Bedrohung« für die Hisbollah, den Libanon und die gesamte Region. »Was Israel getan hat, war keine Reaktion auf einen Raketenbeschuss, sondern vielmehr ein vorsätzlich geplanter Akt der Aggression«, sagte er weiter. Es sei die Pflicht der Hisbollah, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den gefährlichen Kurs fortgesetzter israelischer Aggression zu stoppen.

Israelischer Luftangriff im libanesischen Hazmieh. Foto: Marwan Naamani / dpa
Ein israelischer Armeesprecher erklärte wiederum am Abend, die Hisbollah habe sich für einen Krieg mit Israel entschieden. Seinen Angaben zufolge hat der Iran die Miliz massiv unter Druck gesetzt, in den Konflikt einzugreifen. Die Hisbollah stelle iranische Interessen über das Wohl der libanesischen Zivilbevölkerung, sagte der Sprecher.
Die durch den Krieg mit Israel 2024 stark geschwächte Hisbollah hatte in der Nacht zum Montag als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel abgefeuert. Seitdem greift das israelische Militär wieder im größeren Umfang im Libanon an. Auch die Hisbollah schießt weiter Raketen auf israelische Ziele. Wie die Hisbollah in Israels Falle getappt ist, lesen Sie hier.
Die durch den Krieg mit Israel 2024 stark geschwächte Hisbollah hatte in der Nacht zum Montag als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel abgefeuert. Seitdem greift das israelische Militär wieder im größeren Umfang im Libanon an. Auch die Hisbollah schießt weiter Raketen auf israelische Ziele. Wie die Hisbollah in Israels Falle getappt ist, lesen Sie hier.
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Wann duschen, wenn Raketen drohen?
In den vergangenen Wochen schauten viele Israelis regelmäßig auf die Webseite »Strike Radar«, wo die Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffs auf Iran taxiert wurde. Zugrunde lagen Faktoren wie der Einsatz von Tankflugzeugen, die Nachrichtenlage, aber auch die Menge der Pizzabestellungen im Pentagon. Natürlich liegt der Wert dort nun bei 100 Prozent.
Jetzt haben sich israelische Entwickler etwas Neues ausgedacht: die Webseite »Can I Shower«. Der Name verrät, dass es um die Frage der Körperhygiene während des Krieges geht. Konkret um die richtige Gelegenheit, in die Dusche zu gehen, während Iran weiter Raketen auf Israel schießt. Hier zugrunde liegen vor allem die Warn-Apps des israelischen Heimatschutzkommandos, aber auch Statistiken voriger Angriffe sowie Faktoren wie »Dunkelheit und operative Absicherung« sowie »Gebetszeiten«. Zur Zeit der Niederschrift dieses Posts lag der Wert bei 27 Prozent, also »moderatem Risiko«.
Jetzt haben sich israelische Entwickler etwas Neues ausgedacht: die Webseite »Can I Shower«. Der Name verrät, dass es um die Frage der Körperhygiene während des Krieges geht. Konkret um die richtige Gelegenheit, in die Dusche zu gehen, während Iran weiter Raketen auf Israel schießt. Hier zugrunde liegen vor allem die Warn-Apps des israelischen Heimatschutzkommandos, aber auch Statistiken voriger Angriffe sowie Faktoren wie »Dunkelheit und operative Absicherung« sowie »Gebetszeiten«. Zur Zeit der Niederschrift dieses Posts lag der Wert bei 27 Prozent, also »moderatem Risiko«.

Screenshot: canishower.com
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Spanischer Minister verärgert: »Soweit ist es schon gekommen«
Der Ton zwischen Washington und Madrid ist weiterhin ziemlich scharf. Trump-Sprecherin Karoline Leavitt legte am Abend mit der überraschenden Behauptung nach, dass Spanien nachgegeben habe. Die Regierung arbeite nun mit dem US-Militär zusammen (worin die Zusammenarbeit genau bestehen soll, sagte sie nicht).
Wenige Minuten später saß Außenminister José Manuel Albares in einem Radiostudio und wurde dazu befragt. Ja, von der Aussage habe er gehört, sagte er. Allein: Sie stimme nicht.
Wenige Minuten später saß Außenminister José Manuel Albares in einem Radiostudio und wurde dazu befragt. Ja, von der Aussage habe er gehört, sagte er. Allein: Sie stimme nicht.
Der verblüffte Journalist spielte Albares den Clip mit Leavitts Aussage vor. »Minister, das ist die Sprecherin des Weißen Hauses. Lügt sie etwa?«
Albares blieb dabei: »Sie mag die Sprecherin des Weißen Hauses sein – aber ich bin der Außenminister der spanischen Regierung.« Die spanische Position habe sich keinen Millimeter verändert. Er habe »keine Ahnung«, woher Leavitt ihre Informationen nehme. Und er habe »weder Zeit noch Lust«, darüber zu spekulieren.
Verkehrsminister Óscar Puente, auf X neuerdings mit spanischer Nationalflagge im Profilbild unterwegs, postete den Ausschnitt und schrieb dazu: »Es ist erschreckend, dass man das Weiße Haus dementieren muss. Soweit ist es schon gekommen.«
Albares blieb dabei: »Sie mag die Sprecherin des Weißen Hauses sein – aber ich bin der Außenminister der spanischen Regierung.« Die spanische Position habe sich keinen Millimeter verändert. Er habe »keine Ahnung«, woher Leavitt ihre Informationen nehme. Und er habe »weder Zeit noch Lust«, darüber zu spekulieren.
Verkehrsminister Óscar Puente, auf X neuerdings mit spanischer Nationalflagge im Profilbild unterwegs, postete den Ausschnitt und schrieb dazu: »Es ist erschreckend, dass man das Weiße Haus dementieren muss. Soweit ist es schon gekommen.«
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Trump: »Irans Führung schwindet schnell«
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hatte bereits angekündigt, dass auch der Präsident noch am deutschen Abend sprechen soll. Gerade war es so weit: Donald Trump äußerte sich zum Irankrieg, viel Neues sagte er aber nicht. Den Aussagen nach weiß er immer noch nicht, wer künftig Iran führen soll. »Ihre Führung schwindet schnell«, »jeder, der eine Führungsrolle übernehmen will, stirbt letztlich«. Trump scheint ganz begeistert darüber. Gefragt nach der Leistung seiner Streitkräfte im Krieg auf einer Skala von 1 bis 10, antwortete Trump: 15.
Trump behauptete in der kurzen Pressekonferenz, man habe Iran binnen zwei Wochen angreifen müssen, sonst hätte Iran über Nuklearwaffen verfügt. Belege dafür blieb er schuldig, wie schon in den vergangenen Tagen. Jetzt sehe es gut aus, man mache weiter. Trump sprach von einer großen Demonstration militärischer Stärke, die die USA in Iran zeigen.
Trump behauptete in der kurzen Pressekonferenz, man habe Iran binnen zwei Wochen angreifen müssen, sonst hätte Iran über Nuklearwaffen verfügt. Belege dafür blieb er schuldig, wie schon in den vergangenen Tagen. Jetzt sehe es gut aus, man mache weiter. Trump sprach von einer großen Demonstration militärischer Stärke, die die USA in Iran zeigen.

Trump am Abend in Washington. Foto: Bonnie Cash / EPA
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Israel will 300 iranische Raketenabschussanlagen ausgeschaltet haben
In einem Briefing der israelischen Armee erklärte Militärsprecher Nadav Shoshani am Abend, während des nun fünf Tage andauernden Kriegs seien etwa 300 Raketenabschussanlagen ausgeschaltet worden. »Das erzeugt einen Flaschenhals und sorgt mit dafür, dass der Beschuss aus Iran weiter zurückgeht.« Weiterhin attackiere die Armee auch Raketenlager, zuletzt etwa in Isfahan und Shiraz, wo einzelne Anlagen unter der Erde gelegen hätten.
Einige Male habe Iran am Mittwoch nicht mal Salven, »sondern einzelne Raketen« auf Israel geschossen. Die israelische Luftwaffe habe während der Operation »Brüllender Löwe« 7000 Flugstunden gesammelt und genieße in immer weiteren Bereichen Irans komplette Lufthoheit, sodass die Jets »über Zielen stehen können«. Ein israelischer Pilot, »der noch in seinen Zwanzigern ist«, habe heute mit seinem F-35-Jet ein iranisches Flugzeug abgeschossen. Es sei der erste Abschuss eines feindlichen Flugzeugs durch einen F-35-Tarnkappenjet überhaupt gewesen.
Einige Male habe Iran am Mittwoch nicht mal Salven, »sondern einzelne Raketen« auf Israel geschossen. Die israelische Luftwaffe habe während der Operation »Brüllender Löwe« 7000 Flugstunden gesammelt und genieße in immer weiteren Bereichen Irans komplette Lufthoheit, sodass die Jets »über Zielen stehen können«. Ein israelischer Pilot, »der noch in seinen Zwanzigern ist«, habe heute mit seinem F-35-Jet ein iranisches Flugzeug abgeschossen. Es sei der erste Abschuss eines feindlichen Flugzeugs durch einen F-35-Tarnkappenjet überhaupt gewesen.
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Klingbeil bezweifelt, ob Irankrieg mit Völkerrecht vereinbar ist
Die Bundesregierung hat es bisher vermieden, sich eindeutig zur Völkerrechtsfrage im Irankrieg zu positionieren. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat gerade im »ZDF spezial« erhebliche Zweifel geäußert, ob der Angriff auf Iran mit dem Völkerrecht vereinbar ist. Er weine der Führung in Teheran keine Träne nach. »Und trotzdem sollten wir als Deutschland, sollten gerade wir Europäer ein großes Interesse daran haben, dass eine regelbasierte Ordnung, dass Normen, dass Regeln in dieser Welt eingehalten werden.«
Die ganze Region sei inzwischen in Aufruhr, es drohe ein Flächenbrand, sagte Klingbeil weiter. »Und da ist es jetzt auch eine Verantwortung der Amerikaner, dass man wieder für Ruhe sorgt.« Er fordere alle auf, schnell an den Verhandlungstisch zurückzukehren. »Das ist eine Verantwortung, die alle in der Region tragen.« Warum dieser Krieg gegen das Völkerrecht verstößt und auch nach US-Recht illegal ist, lesen Sie hier.

Klingbeil bei einer Kabinettssitzung am Mittwoch. Foto: Metodi Popow / IMAGO
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Iran droht mit Angriffen auf israelische Botschaften weltweit
Die iranischen Streitkräfte haben mit Anschlägen auf israelische Auslandsvertretungen weltweit gedroht. Falls Israel die iranische Botschaft in der libanesischen Hauptstadt Beirut attackieren sollte, würden die israelischen Botschaften auf der ganzen Welt als »legitime Ziele« angesehen, sagte Armeesprecher Abolfasl Schekartschi der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Der Iran verfüge über »sehr große Fähigkeiten«, wird der General zitiert. Bisher halte sich sein Land aus internationalen Rücksichten und Erwägungen zurück.
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Spanien laut Weißem Haus zur Militärkooperation bereit – Außenminister dementiert
Die spanische Regierung hatte aufgrund ihrer kritischen Haltung zum Irankrieg den Zugang der USA zu Militärbasen im eigenen Land infrage gestellt. Nun hat sich das Land nach Angaben der Sprecherin von US-Präsident Donald Trump angeblich bereit erklärt, bei US-Einsätzen im Nahen Osten zu kooperieren. »Was Spanien angeht, denke ich, dass sie die Botschaft des Präsidenten gestern laut und deutlich gehört haben«, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt. »Und nach meinem Verständnis haben sie in den vergangenen Stunden zugestimmt, mit dem US-Militär zusammenzuarbeiten. Ich weiß also, dass das US-Militär sich mit seinen Kollegen in Spanien abstimmt.«
In Spanien sieht man die Sache offenbar anders. Außenminister José Manuel Albares habe Leavitts Äußerungen umgehend dementiert, berichtete die Zeitung »El País« unter Berufung auf ein Interview des Radiosenders Cadena SER mit dem spanischen Regierungsmitglied. »Unsere Position hat sich nicht geändert«, wird Albares zitiert. »Unsere Position ›Nein zum Krieg‹ ist weiterhin klar und eindeutig.«
In Spanien sieht man die Sache offenbar anders. Außenminister José Manuel Albares habe Leavitts Äußerungen umgehend dementiert, berichtete die Zeitung »El País« unter Berufung auf ein Interview des Radiosenders Cadena SER mit dem spanischen Regierungsmitglied. »Unsere Position hat sich nicht geändert«, wird Albares zitiert. »Unsere Position ›Nein zum Krieg‹ ist weiterhin klar und eindeutig.«

Karoline Leavitt im Februar im Weißen Haus. Foto: Alex Brandon / AP / dpa
Trump hatte zuvor gedroht, »den gesamten Handel mit Spanien einzustellen«, nachdem Albares die Militärkooperation mit den USA an die Einhaltung des Völkerrechts geknüpft hatte. Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hatte die USA, Israel und Iran zudem mehrfach zur sofortigen Einstellung der gegenseitigen Angriffe aufgerufen.
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Carlotta Böttcher
Deutschlandressort

Libanesische Behörden: 72 Tote nach israelischen Angriffen
Bei israelischen Angriffen auf Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 72 Menschen getötet worden. 437 Menschen seien demnach verletzt worden.

Israelischer Angriff in der libanesischen Stadt Tyre. Foto: Kawant Haju / AFP
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Reedereien stoppen Buchungen in den Nahen Osten
Große Containerreedereien haben vorerst ihre Buchungen für Fracht in den Nahen Osten ausgesetzt. Nach dem weltgrößten Anbieter MSC hat sich nun auch Maersk sich zu diesem Schritt entschieden. Man nehme grundsätzlich keine Frachtbuchungen aus und nach Katar, VAE, Oman, Irak, Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien an, teilte das riesige dänische Logistikunternehmen auf seiner Homepage mit. Es gebe Ausnahmen für einzelne Häfen, aber auch für wichtige Lebensmittel, Medikamente und andere lebensnotwendige Güter, heißt es. Auch die deutsche Reederei Hapag-Lloyd hat Buchungen in die Krisenregion inzwischen gestoppt, wie das »Hamburger Abendblatt« und die »Deutsche Verkehrszeitung« übereinstimmend berichten.
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Leseempfehlung: »Ich habe ihn erwischt, bevor er mich erwischt hat«
Iran hat 2024 versucht, Donald Trump umzubringen. Der US-Präsident hat sich mit der Tötung von Ali Khamenei dafür gerächt. Dem US-Sender ABC sagte er: »Ich habe ihn erwischt, bevor er mich erwischt hat«. Nun ist auch der mutmaßliche Drahtzieher gezielt getötet worden – ein Topkader der Revolutionswächter. Mehr dazu lesen Sie hier.

Foto: Daniel Torok / AFP
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Carlotta Böttcher
Deutschlandressort

Bericht: Israels Verteidigungsminister spricht von vorgezogenem Angriffstermin
Laut dem israelischen Verteidigungsminister Israel Katz soll die Operation in Iran ursprünglich für Mitte 2026 geplant gewesen sein. Aufgrund »aller Entwicklungen und Umstände« sei es jedoch notwendig geworden, auf Februar vorzuverlegen. Das berichtet die israelische Zeitung »Haaretz«. Demnach äußerte sich Katz dazu während eines Besuchs bei hochrangigen Geheimdienstmitarbeitern der israelischen Streitkräfte.
Die Weichen für die Operation »Epic Fury« (Epische Wut) dürften bereits im Dezember gestellt worden sein, bei einem Besuch des israelischen Premiers Netanyahu bei US-Präsident Trump in Mar-a-Lago. Vergangene Woche verdichteten sich dann Hinweise der Geheimdienste auf das Treffen Ajatollah Ali Khameneis mit etlichen hochrangigen Mitgliedern der iranischen Führung in einem Gebäudekomplex in Teheran – und die USA und Israel starteten den Militärschlag. Warum sich Trump gerade jetzt zum Schlag gegen Iran entschied, lesen Sie hier.
Die Weichen für die Operation »Epic Fury« (Epische Wut) dürften bereits im Dezember gestellt worden sein, bei einem Besuch des israelischen Premiers Netanyahu bei US-Präsident Trump in Mar-a-Lago. Vergangene Woche verdichteten sich dann Hinweise der Geheimdienste auf das Treffen Ajatollah Ali Khameneis mit etlichen hochrangigen Mitgliedern der iranischen Führung in einem Gebäudekomplex in Teheran – und die USA und Israel starteten den Militärschlag. Warum sich Trump gerade jetzt zum Schlag gegen Iran entschied, lesen Sie hier.
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Leseempfehlung: »Trump agiert wie ein Mafiaboss«
Der misslungene Irakkrieg müsste Donald Trump eine Warnung sein, sagt Historiker Bernd Greiner. Er hält den Angriff auf Iran für eine Machtdemonstration. Und sagt, was Europa jetzt tun sollte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Foto: Goran Tomasevic / REUTERS
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Vertrauliche EU-Analyse: Iranisches Regime wird sich »wahrscheinlich« halten können
Analysten des Europäischen Auswärtigen Dienstes gehen derzeit nicht davon aus, dass der Irankrieg zu einem Sturz des Regimes führen wird. Das geht aus dem vertraulichen Protokoll einer Sitzung am Dienstag hervor, das dem SPIEGEL vorliegt. Es erscheine »wahrscheinlich«, dass das Regime in Teheran sich »als Zentralregierung halten werde«.
Die Einschätzung ist Teil einer Unterrichtung des sogenannten EU Intelligence Analysis Centre (INTCEN) mit Sitz in Brüssel. Es briefte am Dienstag europäische Diplomaten über die Lage im Nahen Osten.
Die Einschätzung ist Teil einer Unterrichtung des sogenannten EU Intelligence Analysis Centre (INTCEN) mit Sitz in Brüssel. Es briefte am Dienstag europäische Diplomaten über die Lage im Nahen Osten.

Foto: Morteza Nikoubazl / IMAGO
Demnach verfüge Teheran noch über militärische Kapazitäten und habe vor allem seine »Langstreckenwaffen noch nicht genutzt«. Zudem gebe es bisher keine überzeugende politische Alternative zum Regime: Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung unterstütze die aktuellen Herrscher, ein weiteres Drittel den Sohn des gestürzten Shah, Reza Pahlavi. Der Rest sei unentschlossen oder äußere sich nicht.
Grundsätzlich bestehe die Gefahr einer »Fragmentierung« des Landes, heißt es in der Unterrichtung weiter. Iran sei ethnisch divers und in den Grenzregionen gebe es lang schwelende interne Konflikte. Die Analyse erwähnt ausdrücklich das Risiko »bürgerkriegsartiger Szenarien«. Zuletzt hatte der US-Sender CNN gemeldet, dass der US-Auslandsgeheimdienst CIA kurdische Kräfte in Iran und im Nordirak aufrüsten möchte, um einen »Volksaufstand« anzuzetteln.
Laut INTCEN-Unterrichtung ist Israel »Haupttreiber der Intervention«, das Land wolle Iran maximalen Schaden zufügen – nach der Logik eines »final battle«, also einer letzten Schlacht. Israel konzentriere sich bei seinen Angriffen vor allem auf die politischen Strukturen des Regimes, die USA vornehmlich auf militärische Ziele. Beide Staaten hätten »im Vorfeld Kontakte zu Proxies« von Iran gehabt und versucht, diese von einer Beteiligung an dem Krieg abzubringen.
Grundsätzlich bestehe die Gefahr einer »Fragmentierung« des Landes, heißt es in der Unterrichtung weiter. Iran sei ethnisch divers und in den Grenzregionen gebe es lang schwelende interne Konflikte. Die Analyse erwähnt ausdrücklich das Risiko »bürgerkriegsartiger Szenarien«. Zuletzt hatte der US-Sender CNN gemeldet, dass der US-Auslandsgeheimdienst CIA kurdische Kräfte in Iran und im Nordirak aufrüsten möchte, um einen »Volksaufstand« anzuzetteln.
Laut INTCEN-Unterrichtung ist Israel »Haupttreiber der Intervention«, das Land wolle Iran maximalen Schaden zufügen – nach der Logik eines »final battle«, also einer letzten Schlacht. Israel konzentriere sich bei seinen Angriffen vor allem auf die politischen Strukturen des Regimes, die USA vornehmlich auf militärische Ziele. Beide Staaten hätten »im Vorfeld Kontakte zu Proxies« von Iran gehabt und versucht, diese von einer Beteiligung an dem Krieg abzubringen.
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Israel meldet neue Raketen im Anflug
Die israelische Luftwaffe hat am Abend nach eigenen Angaben den Start weiterer Raketen aus Iran registriert. »Die Verteidigungssysteme arbeiten daran, die Bedrohung abzuwehren«, teilte die Teilstreitkraft mit. In den voraussichtlich betroffenen Gebieten seien Warnungen an Mobiltelefone gesendet worden.
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Leseempfehlung: Das Dilemma der Golfstaaten
Iranische Angriffe treffen Konsulate, US-Stützpunkte und Energieanlagen auf der Arabischen Halbinsel. Nun müssen die Golfmonarchien entscheiden, ob sie weiter abwarten – oder selbst zur Kriegspartei werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Foto: Brendan Smialowski / AFP
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Niederlande bestellen iranischen Botschafter ein
Der niederländische Außenminister Tom Berendsen hat am Nachmittag den iranischen Botschafter einbestellt. Er wolle so »offiziell Protest gegen die anhaltenden iranischen Drohnen- und Raketenangriffe auf Länder am Golf und in der weiteren Region, darunter Zypern und die Türkei«, einlegen, teilte Berendsen mit.
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Vatikan warnt vor »Aushöhlung des Völkerrechts«
Ein hochrangiger Vertreter des Vatikans hat den Irankrieg und vor allem die von Israel und den Vereinigten Staaten geäußerte Grundlage dafür verurteilt. »Wenn Staaten das Recht auf einen Präventivkrieg zuerkannt würde, würde die ganze Welt in Flammen aufgehen«, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin dem Nachrichtenportal des Vatikans. »Diese Aushöhlung des Völkerrechts ist wirklich besorgniserregend: Gerechtigkeit ist Gewalt gewichen.« Die Nummer zwei des Vatikans nach Papst Leo XIV. forderte, »Konflikte auf unblutige und gerechtere Weise zu lösen«. Dies solle mit den Wegen der »Diplomatie innerhalb multilateraler Gremien« geschehen.
Der aus den USA stammende Papst Leo hatte bereits am Sonntag mit Blick auf die massiven Angriffe ein Ende der Gewaltspirale im Nahen Osten gefordert. Parolins Äußerungen sind aber die erste umfassende Stellungnahme des Heiligen Stuhls seit Beginn des Kriegs.
Der aus den USA stammende Papst Leo hatte bereits am Sonntag mit Blick auf die massiven Angriffe ein Ende der Gewaltspirale im Nahen Osten gefordert. Parolins Äußerungen sind aber die erste umfassende Stellungnahme des Heiligen Stuhls seit Beginn des Kriegs.

Foto: SOPA Images / LightRocket via Getty Images
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Dax erholt sich etwas – Hoffnung auf Energiesicherheit
Der deutsche Leitindex Dax hat sich etwas von den heftigen Kursverlusten der vergangenen zwei Tage erholt. Wohl vor allem vage Hoffnungen auf eine militärische Sicherung der Straße von Hormus ließen die Anleger an der Börse innehalten. Zum Ende des Handelstags notierte der Dax 1,74 Prozent im Plus – bei rund 24.200 Punkten. Auch der MDax der mittelgroßen Börsentitel kletterte – und zwar um 1,87 Prozent. Eine gewisse Rolle dürften auch Spekulationen über mögliche Verhandlungen zwischen den USA und Iran gespielt haben. Ein Bericht, der das nahelegte, wurde von Teheran inzwischen aber dementiert.
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Carlotta Böttcher
Deutschlandressort

Wadephul betont Solidarität mit Spanien
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat nach der Kritik von US-Präsident Donald Trump an Spanien die Solidarität innerhalb der EU betont. Europa lasse sich nicht auseinanderdividieren, sagte Wadephul nach dem informellen Treffen des Ostseerats in Warschau. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. »Und wir lassen auch nicht zu, dass ein einzelner Mitgliedstaat wettbewerbsrechtlich oder beim Marktzugang bedroht wird.«
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