Israel: David Zini wird neuer Chef des Inlandsgeheimdienstes Shin Beth - DER SPIEGEL
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David Zini Netanyahus umstrittener Kandidat wird Israels neuer Inlandsgeheimdienstchef

Kritiker halten David Zini für einen messianisch getriebenen Hardliner, Premier Netanyahu soll den Ex-General als Militärsekretär vor einer Weile selbst noch abgelehnt haben. Nun wird er Chef des Schin Bet.
David Zini (hier noch in Militäruniform) und Benjamin Netanyahu
David Zini (hier noch in Militäruniform) und Benjamin Netanyahu

David Zini (hier noch in Militäruniform) und Benjamin Netanyahu

Foto: Ma'ayan Toaf / GPO

Umstrittene Personalie: In Israel hat ein Ausschuss grünes Licht für die Nominierung von Generalmajor David Zini als neuen Chef des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet gegeben. Die mit der Überprüfung von Spitzenpositionen beauftragte Kommission habe den Kandidaten von Regierungschef Benjamin Netanyahu bestätigt, erklärte das Büro des Premiers diese Woche. Zini, ein national-religiöser Ex-General, Bewohner der Golanhöhen und Vater von elf Kindern, soll nach Netanyahus Wunsch die Nachfolge von Ronen Bar antreten.

Netanyahu hatte Bar Ende März entlassen und Zini im Mai als neuen Schin-Bet-Chef nominiert. Der israelische Regierungschef begründete den Schritt mit mangelndem Vertrauen in Bar und dem Versagen des Schin Bet beim Überfall der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.

Allerdings befand der Oberste Gerichtshof des Landes die Entlassung Bars für rechtswidrig. Die israelische Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara erklärte daraufhin, die Nominierung Zinis sei »illegal«.

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Der Ausschuss fand nun jedoch keine »ethischen Bedenken, die den Ministerpräsidenten daran hindern würden, einen Direktor für den Schin Bet zu ernennen«, wie aus der von Netanyahus Büro veröffentlichten Entscheidung des Gremiums hervorgeht.

Bar hatte seine Entlassung damals als politisch motiviert bezeichnet. Unter Eid warf er Netanyahu vor, von ihm persönliche Loyalität verlangt und ihn unter anderem zur Bespitzelung regierungskritischer Demonstranten aufgefordert zu haben. Im Juni trat er schließlich zurück.

Die Entlassung Bars hatte in Israel massive Proteste ausgelöst. Israelische Medien brachten den Schritt mit der als »Katargate« bekannten Affäre wie auch mit einem Untersuchungsbericht des Geheimdienstes zum 7. Oktober 2023 in Verbindung. In dem Bericht benannte der Geheimdienst neben eigenem Versagen auch Fehler der Regierung, im »Katargate«-Skandal ermittelt der Schin Bet zu mutmaßlichen Bestechungsgeldern aus Katar an mehrere Netanjahu-Vertraute.

dop/AFP