Israel: Ex-Verteidigungsminister spricht von »ethnischer Säuberung« im Gaza-Streifen - DER SPIEGEL
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Krieg im Nahen Osten Israels Ex-Verteidigungsminister Ya‘alon spricht von »ethnischer Säuberung« im Gazastreifen

Mit heftigen Worten hat der frühere Armeechef das Vorgehen seines Landes gegen die Palästinenser kritisiert: Im Gazastreifen werde »das Land von Arabern gesäubert«, sagte Netanyahus Ex-Verteidigungsminister Moshe Ya‘alon.
Früherer israelischer Verteidigungsminister Moshe Ya'alon (Bild von 2018): »Die Straße, die wir entlanggeführt werden, ist Eroberung, Annexion und ethnische Säuberung«
Früherer israelischer Verteidigungsminister Moshe Ya'alon (Bild von 2018): »Die Straße, die wir entlanggeführt werden, ist Eroberung, Annexion und ethnische Säuberung«

Früherer israelischer Verteidigungsminister Moshe Ya'alon (Bild von 2018): »Die Straße, die wir entlanggeführt werden, ist Eroberung, Annexion und ethnische Säuberung«

Foto: ABIR SULTAN/EPA-EFE/REX

Israels Ex-Verteidigungsminister Moshe Ya'alon hat der Armee seines Landes eine »ethnische Säuberung« im Gazastreifen vorgeworfen. »Die Straße, die wir entlanggeführt werden, ist Eroberung, Annexion und ethnische Säuberung«, sagte Ya'alon am Samstag in einem Interview mit dem privaten Sender DemocraTV.

Auf die Nachfrage der Journalistin, ob er glaube, dass Israel sich in Richtung »ethnische Säuberung« bewege, sagte Ya'alon: »Was passiert dort? Es gibt kein Beit Lahija mehr, kein Beit Hanun, die Armee interveniert in Dschabalia und in Wahrheit wird das Land von Arabern gesäubert.«

Der Norden des Gazastreifens, in dem die von Ya'alon genannten Gebiete liegen, ist seit dem 6. Oktober Ziel einer israelischen Offensive, mit der eine Neugruppierung der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas verhindert werden soll.

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Der 74 Jahre alte Ya'alon war von 2002 bis 2005 Armeechef, bevor Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzog. Er war Verteidigungsminister und Vize-Ministerpräsident, bevor er 2016 wegen Meinungsverschiedenheiten mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zurücktrat. Während seiner Karriere in der konservativen Likud-Partei hatte er den Ruf eines Falken. 2019 verbündete er sich mit dem aktuellen Oppositionschef Yair Lapid, bis er sich 2021 aus der Politik zurückzog.

Seine jüngsten Äußerungen lösten in Israel umgehend Verärgerung aus. Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir sagte, es sei eine »Schande« für Israel, »so eine Person als Armeechef und Verteidigungsminister gehabt zu haben«.

Netanyahus Likud-Partei verurteilte Ya'alons »unehrliche Bemerkungen« und bezeichnete sie als »Geschenk für den IStGH und das Lager der Israelfeinde«. Damit bezog sich die Partei auf den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), der am 21. November einen internationalen Haftbefehl gegen Netanyahu und dessen ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen des Vorwurfs der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen hatte.

sol/AFP