Unübersichtliche Szenen vor einer Militärbasis in Israel: Rechtsgerichtete Demonstranten stürmen den Stützpunkt Beit Lid, um gegen die dortige Inhaftierung von neun israelischen Soldaten zu protestieren.
Proteste auch in der Wüstenbasis Sde Teiman.
Jen Frieman, Demonstrant:
»Wir sind hier für unsere Soldaten, nicht für unsere Politiker, nicht für die Terroristen. Nein, wir sind hier, um alle wissen zu lassen: Niemand wird gegen unsere Soldaten vorgehen, unsere Waffenbrüder.«
Hier hatte die Militärpolizei zuvor die neun Soldaten festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, einen palästinensischen Kriegsgefangenen misshandelt zu haben. Eine palästinensische Organisation warf Wärtern des Lagers zudem vor, den Häftling sexuell missbraucht zu haben.
Einige Beschuldigte hatten sich ihrer Festnahme zunächst widersetzt und in einem Gebäude verbarrikadiert. Die Unterstützer der Soldaten lehnen eine juristische Aufarbeitung der Vorwürfe der Häftlings-Misshandlung grundsätzlich ab.
David Yosefi, Demonstrant:
»Wenn man mit Monstern wie diesen zu tun hat – die vergewaltigt, getötet, abgebrannt und geplündert haben, die Tausende von Menschen ermordet haben und an diesem Tag auf der Stelle hätten getötet werden müssen – und fängt jetzt mitten im Krieg an, Soldaten zu verhören, dann ist das falsch.«
An den Protesten in Beit Lid und Sde Teiman nahmen auch Abgeordnete rechtsextremer und nationalistischer Parteien teil. Israels Armeechef Herzi Halevi kritisierte die Protestierenden scharf. Auch Premierminister Benjamin Netanyahu verurteilte den Einbruchsversuch.
Israels rechtsextremer Minister für die nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, äußerte sich gegenteilig: »Nehmt eure Hände von den Reservisten«, schrieb er in einem Post auf X.
Das israelische Militär hatte das Gefangenenlager Sde Teiman nach Kriegsbeginn in Gaza zur Inhaftierung von Palästinensern eingerichtet. Seitdem prangerten unter anderem die Vereinten Nationen, die Hamas und ehemalige Gefangene Misshandlungen während der Haft an.