Israel greift weitere Ziele im Südlibanon an - DER SPIEGEL
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Libanon meldet mehr Israel greift weitere Ziele im Südlibanon an

Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon geht ungeachtet der Waffenruhe weiter. Israel meldet neue Angriffe auf die Infrastruktur der Miliz – wobei offenbar auch Kinder getötet wurden.
Libanon: Feuerball über einem Gebäude nach israelischem Luftangriff auf die Stadt Tyros
Libanon: Feuerball über einem Gebäude nach israelischem Luftangriff auf die Stadt Tyros

Libanon: Feuerball über einem Gebäude nach israelischem Luftangriff auf die Stadt Tyros

Foto: Kawant Haju / AFP

Israel hat seine Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon ausgeweitet und ein großes Gebiet im Süden des Landes zur »Kampfzone« erklärt. In der Stadt Tyrus sei Infrastruktur der von Iran unterstützten Miliz attackiert worden, teilte die Armee am frühen Morgen mit. Zu möglichen Opfern gab es zunächst keine Informationen.

Zugleich meldete die Armee, ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf israelische Truppen im Süden des Nachbarlandes sei abgewehrt worden. Das »verdächtige« Flugobjekt sei über einem Gebiet abgefangen worden, in dem Israels Soldaten im Einsatz seien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Libanon meldet mehrere Tote

Am Mittwoch forderte das israelische Militär die Bewohner im gesamten Südlibanon auf, diesen zu verlassen, da man »mit äußerster Härte« gegen die von Iran unterstützte Miliz vorgehen werde.

Bei dem Angriff südlich der Küstenstadt Sidon am Morgen sind dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge sechs Menschen getötet worden. Darunter seien zwei Kinder sowie deren Mutter und Vater, hieß es. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA hatte berichtet, dass es sich bei den Getöteten um eine Familie gehandelt habe, die aus dem Süden geflohen sei.

NNA meldete darüber hinaus, dass bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Motorrad bei der Küstenstadt Tyrus zwei Menschen getötet wurden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist darunter auch ein Kind. Es habe sich um syrische Staatsbürger gehandelt. Das israelische Militär äußerte sich bislang nicht zu den Todesmeldungen.

Eine Waffenruhe, die keine ist

Eigentlich gilt seit Mitte April eine Waffenruhe. Darauf hatten sich die israelische und die libanesische Regierung, die selbst keine Konfliktpartei in dem Krieg ist, geeinigt. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel ab.

Die Waffenruhe erlaubt Israel Verteidigungsmaßnahmen gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe, untersagt aber offensive Einsätze auf libanesischem Gebiet. Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig vor, gegen diese Vereinbarung zu verstoßen. Faktisch läuft der Krieg ohnehin weiter.

jmm/AFP/AP/dpa