Bevölkerungsrückgang in Japan: 800.000 Menschen weniger in einem Jahr - DER SPIEGEL
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Rekordwert 2022 Japan verzeichnet drastischen Bevölkerungsrückgang

800.000 Menschen weniger als im Vorjahr: Japan verlor zuletzt eine Rekordzahl an Bürgerinnen und Bürgern. Gleichzeitig stieg die Anzahl der ausländischen Bewohner auf einen Höchststand.
Straßenszene in Tokio
Straßenszene in Tokio

Straßenszene in Tokio

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Shoko Takayasu / Bloomberg / Getty Images

Die Zahl der Japanerinnen und Japaner sinkt seit Jahren. Der Rückgang im Jahr 2022 stellte einen neuen Höchstwert dar: Um etwa 800.000 Menschen ist die Anzahl japanischer Staatsbürger zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 0,65 Prozent auf nun noch gut 122 Millionen Menschen.

Gleichzeitig stieg die Anzahl der ausländischen Bewohner mit registrierten Adressen in Japan so stark wie seit 2013 nicht mehr. Die ausländische Bevölkerung macht jetzt etwa 2,4 Prozent aller Menschen in Japan aus.

Zum 14. Mal in Folge registrierten die Behörden in dem Land einen Bevölkerungsrückgang, wie aus Daten des japanischen Innenministeriums hervorgeht, die auf den Einwohnermeldedaten vom 1. Januar dieses Jahres basieren. Grund ist die sinkende Geburtenrate. Im vergangenen Jahr gab es einen Rekordtiefstand von nur 771.801 Geburten.

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Japans Ministerpräsident Fumio Kishida hat die Bewältigung des Geburtenrückgangs zu einer seiner obersten Prioritäten erklärt und versprochen, in den nächsten drei Jahren etwa 3,5 Billionen Yen (22,5 Milliarden Euro) für ein neues Paket zur Kinderbetreuung bereitzustellen. Es umfasst finanzielle Unterstützung für Geburten und Erziehung sowie höhere Subventionen für die Hochschulbildung.

Um den Bevölkerungszuwachs auch von anderer Seite zu unterstützen, sollen die nun etwa drei Millionen ausländischen Bürger einfacher in Japan eine Arbeitserlaubnis bekommen können. Kishidas Kabinett bestätigte kürzlich Pläne, die Liste der Berufskategorien, in denen ausländische Arbeitnehmer tätig sein dürfen, zu erweitern. Dadurch öffnet sich die Möglichkeit für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung im Land. Bisher war Japan für seine restriktive Einwanderungspolitik bekannt.

Regierungschef Kishida: Wie lässt sich der Trend umkehren?

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Foto: DAVID MAREUIL / POOL / EPA

Fachleute betonen jedoch, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Steigerung der Geburtenrate die tiefer liegenden Probleme nicht umfassend angehen. Sie fordern, dass die konservative Regierung Japans mehr tun müsse, um die Gehälter zu erhöhen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Gesellschaft inklusiver für Minderheiten und Menschen mit nicht-japanischen Wurzeln zu gestalten. Dadurch könnten ausländische Arbeitnehmer angelockt und langfristig in Japan gehalten werden.

wlf/AP