Afghanistan: Mehr als 20 Opfer bei Selbstmordanschlag in Kabul - DER SPIEGEL
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In der Nähe des Außenministeriums Mehr als 20 Opfer bei Selbstmordanschlag in Kabul

Seit der Rückkehr der Taliban gab es in Afghanistan vermehrt Anschläge, nun hat es in Kabul erneut eine Explosion mit Toten gegeben. Eine chinesische Delegation soll im Haus erwartet worden sein.
Eine Straßenblockade am Ort des Selbstmordanschlags
Eine Straßenblockade am Ort des Selbstmordanschlags

Eine Straßenblockade am Ort des Selbstmordanschlags

Foto: WAKIL KOHSAR / AFP

Bei einem Selbstmordanschlag nahe dem afghanischen Außenministerium in Kabul sind am Mittwoch mindestens 20 Menschen verletzt oder getötet worden. Er habe gesehen, wie ein Mann »sich in die Luft gesprengt« habe, sagte AFP-Mitarbeiter Jamshed Karimi. Er könne jedoch nicht sagen, wie viele der »20 bis 25 Opfer« tot und wie viele verletzt gewesen seien.

Die in Afghanistan regierenden Taliban beanspruchen für sich, seit ihrer Rückkehr an die Macht im August 2021 die Sicherheit im Land verbessert zu haben. Seitdem gab es jedoch eine große Anzahl von Bombenexplosionen und Angriffen. Zu den meisten bekannte sich der örtliche Ableger der Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS).

IS verstärkte Anschläge in Afghanistan

Seit der Machtübernahme der Taliban hat der IS seine Anschläge in Afghanistan verstärkt. Im Fokus stehen meist religiöse Minderheiten und ausländische Botschaften. Sowohl der IS als auch die Taliban gehören dem sunnitischen Islam an. Allerdings sind beide miteinander verfeindet.

Ein Team der Nachrichtenagentur AFP führte zum Zeitpunkt des Anschlags ein Interview im benachbarten Informationsministerium. Fahrer Karimi wartete im Auto, als er einen Mann mit Rucksack und einem Kalaschnikow-Gewehr über der Schulter sah. »Er ging an meinem Auto vorbei und nach ein paar Sekunden gab es eine laute Explosion«, sagte Karimi.

Bilder vom Anschlagsort zeigten Körper, die im Schnee auf der Straße vor dem Gebäude im Zentrum der Hauptstadt lagen. Polizeisprecher Chalid Sadran bestätigte die Explosion, »die leider Verluste zufolge hatte«. Sicherheitskräfte seien in der Gegend eingetroffen, erklärte Sadran im Onlinedienst Twitter.

Laut Vize-Informationsminister Muhadscher Farahi war für Mittwoch ein Besuch einer chinesischen Delegation im Außenministerium geplant. »Wir wissen nicht, ob sie zum Zeitpunkt der Explosion da waren«, sagte er laut AFP.

Am 12. Dezember hatten IS-Kämpfer einen Anschlag auf ein von Chinesen frequentiertes Hotel in Kabul verübt. Dabei starben mehrere Menschen.

til/AFP