René Pfister, DER SPIEGEL:
»Nach vier Tagen Dauershow wollte Kamala Harris heute zeigen, dass sie kämpfen kann. Und die Delegierten haben ihr das auch abgenommen.«
Kamala Harris, Präsidentschaftskandidatin der Demokraten:
»Und jeden Tag im Gerichtssaal habe ich stolz vor einem Richter gestanden und habe fünf Worte gesagt: Kamala Harris für das Volk. Und um eins klarzumachen: In meiner ganzen Karriere hatte ich nur einen Klienten: das Volk. Also: Im Namen des Volkes, im Namen aller Amerikanerinnen und Amerikaner, unabhängig von Partei, Ethnizität, Geschlecht oder der Sprache, die ihre Großmütter sprechen, im Namen meiner Mutter und allen, die sich jemals selbst zu ihrer unwahrscheinlichen Reise aufgebrochen sind, im Namen von Amerikanerinnen und Amerikanern wie denen, mit denen ich aufgewachsen bin, Menschen, die hart arbeiten, ihre Träume verfolgen und sich umeinander kümmern, im Namen aller, deren Geschichte nur im großartigsten Land der Welt geschrieben werden kann, akzeptiere ich eure Nominierung als Präsidentschaftskandidatin der USA.«
René Pfister, DER SPIEGEL:
»Zumindest inhaltlich ist Harris in die Fußstapfen von Joe Biden getreten. Sie hat vollkommen klargemacht, dass sie Donald Trump nicht als Witzfigur sieht. Was klar wurde heute Abend, ist, dass sie den Wahlkampf definiert als Kampf gegen eine Person, die sie als große Bedrohung für die amerikanische Demokratie sieht und sich als Alternative präsentiert, die nicht nur die Demokratie schützen will, sondern die auch will, dass Amerika wieder geeint ist. Wenn man eine Nuance zu beiden sehen will, dann war es beim Thema Gazakrieg.«
Kamala Harris, Präsidentschaftskandidatin der Demokraten:
»Präsident Biden und ich arbeiten dafür, dass dieser Krieg endet, sodass Israel sicher ist, die Geiseln frei sind, das Leid im Gazastreifen aufhört und das palästinensische Volk sein Recht auf Würde, Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung wahrnehmen kann.«
René Pfister, DER SPIEGEL:
»Sie hat indirekt Israel kritisiert für die Kriegsführung. Und sie hat auch vollkommen klargemacht, dass sie das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes unterstützt. Sie hat keine glänzende, aber eine ordentliche Rede gehalten. Eine Rede, die die Demokraten in ihrer Überzeugung stärken wird, dass es richtig war, Joe Biden zur Seite zu drängen und mit einem neuen Kandidaten, in dem Fall mit einer neuen Kandidatin, ins Rennen zu gehen.«
Janita Hämäläinen, DER SPIEGEL:
»Das Hauptziel dieses Parteitages war es ja, die neue Präsidentschaftskandidatin den Delegierten und den Gästen hier greifbarer zu machen.«
Martin Jäschke, DER SPIEGEL:
»Nach mehreren Tagen biografischer Geschichten über sie wollten wir wissen: Was ist bei den Leuten besonders hängengeblieben?«
Delegierte und Gäste:
»Ich glaube wirklich, dass sie eine Präsidentin der Freude ist.«
»Positive, positive, positive, positive Energie. Nur das ist das. Es gibt keine Negativität.«
»Ich wusste nicht, dass sie bei McDonald’s gearbeitet hat, als sie zur Howard University gegangen ist. Ich bin auch auf ein historisch afroamerikanisches College gegangen, nach Hampton. Das fand ich also cool.«
»Ich fand es toll, die Geschichten ihrer tiefgründigen Empathie und Familiengefühl zu hören. Davon hatten wir bisher noch nicht so viel gesehen.«
»Ich kenne Kamala Harris seit mehr als 20 Jahren. Das gelbe Haus, in dem sie aufgewachsen ist, ist tatsächlich drei Straßen von meinem Haus entfernt. Einige Leute glauben, dass ihre Videos inszeniert sind. Nein, sie ist einfach warmherzig und sehr einladend, sie ist toll mit ihrer Familie und sie ist eine großartige Köchin.«
»Ich glaube, sie hat eine tolle, jugendliche Energie, die dieses Land gerade braucht.«
»Sie bringt einfach alles mit, so sehe ich das.«
»Alles an ihr imponiert mir. Sie ist so brillant, sie drückt sich toll aus. Ich glaube, ihr sind diese Dinge wirklich wichtig. Und ich finde ihren Mann Doug ganz toll.«