Eine Haubitze sowjetischer Bauart in der Nähe der umkämpften Stadt Bachmut: Immer wieder schießen die ukrainischen Soldaten hier in der Ostukraine auf russische Stellungen. Ein 24-jähriger Soldat erzählt, seine Einheit konzentriere sich derzeit auf die Zerstörung feindlicher Waffensysteme. Dies habe Vorrang vor der Tötung russischer Soldaten.
Sergij, Soldat: »In diesem Gebiet sind die Russen aggressiv und setzen Artillerie ein. Die Infanterieeinheiten sind weniger aggressiv. Aber die Anzahl und der Umfang ihrer Kräfte ist höher im Vergleich zu anderen Gebieten, in denen unsere Einheiten stationiert sind.«
Die Lage in Bachmut ist weiterhin unübersichtlich. Die Kriegsparteien widersprechen sich: Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Putins Streitkräfte hätten zwei Blöcke in den westlichen Bezirken der fast vollständig zerstörten Stadt gesichert. Ein hochrangiger ukrainischer Kommandeur versicherte hingegen, seine Truppen hielten die Frontlinie durch die Stadt. Es wird erwartet, dass die Ukraine in diesem Frühjahr mit einer groß angelegten Frühjahrsoffensive beginnt.
Sergij, Soldat: »Wir werden den Feind mit einer glorreichen Gegenoffensive vertreiben. Und ich werde endlich mein friedliches Leben genießen können. Ich werde wahrscheinlich etwas anderes machen können als jetzt. Nach der Schule habe ich bisher nichts anderes gesehen als den Krieg.«
Am Dienstag übten ukrainische Soldaten in der Nähe der Grenze zu Belarus. In der Region Schytomyr ging es dabei um die Neutralisierung feindlicher Ausrüstung, Erstürmungen und Rückzug sowie die Evakuierung von Verwundeten. Der Chef der russischen Wagner-Söldnertruppe Jewgeni Prigoschin erklärte, er gehe davon aus, dass die ukrainische Gegenoffensive irgendwann nach dem 2. Mai beginnen werde. Dann werde es normalerweise wärmer und der Boden härter. Prigoschins Söldnertruppen wolle Bachmut aber um jeden Preis erobern.