Skandal-Rapper Auschwitz-Überlebende fordern Auftrittsverbot für Kanye West
Ye, ehemals Kanye West, in Los Angeles 2025
Foto:Javier Rojas / picture alliance
Auschwitz-Überlebende begrüßen die Einreiseverweigerung für den US-Rapper Ye, früher bekannt unter dem Namen Kanye West, durch die britische Regierung und fordern ähnliche Schritte auch von anderen europäischen Staaten. Das erklärte Christoph Heubner vom Internationalen Auschwitz-Komitee während eines Aufenthalts in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.
Die Entscheidung Londons sei von Überlebenden weltweit »mit großer Erleichterung und Zustimmung« aufgenommen worden, sagte Heubner. Zugleich dankten sie dem britischen Premierminister Keir Starmer für dessen Haltung.
Überlebende hoffen auf weitere Einreiseverbote
Aus Sicht der Überlebenden sollten auch von anderen Staaten in Europa solche Schritte unternommen werden. Hintergrund sind geplante Auftritte des Rappers in Polen und Italien im Sommer. Konzerte sind laut Heubner für Juni und Juli unter anderem im polnischen Chorzów sowie in der Region Emilia-Romagna vorgesehen. Die Überlebenden hofften, dass Veranstalter die Einladungen zurückziehen und die Regierungen eine mögliche Einreise verhindern.
Zur Begründung verwies Heubner auf frühere Äußerungen des Künstlers. Diese hätten nicht nur Überlebende des Holocaust und ihre Familien verletzt, sondern könnten auch antisemitische Einstellungen fördern.
Immer wieder rassistische und antisemitische Äußerungen
Am 7. April hatte die britische Regierung entschieden, dem US-Rapper die Einreise ins Vereinigte Königreich zu verweigern. Der 48-Jährige war ursprünglich als Act für ein Festival in London im Sommer vorgesehen. Ye war in der Vergangenheit immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als »zutiefst besorgniserregend« bezeichnet.
Nach der offiziellen Entscheidung des Innenministeriums sagten die Veranstalter das Festival über Instagram ab. Bereits im Vorfeld hatten sich mehrere Sponsoren von der Veranstaltung distanziert und ihre Unterstützung zurückgezogen.
West hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel »Heil Hitler« veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er in Form einer ganzseitigen Anzeige im »Wall Street Journal« um Entschuldigung gebeten. »Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit«, behauptete der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.