unbekannter Ort, Nordkorea
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zeigt sich in der Öffentlichkeit, doch besonders interessant ist, wen er dabeihat – nämlich seine Tochter.
Das nordkoreanische Staatsfernsehen zeigt den Auftritt: Zum ersten Mal, heißt es, sei Kim Ju Ae, so vermutlich der Name der etwa zehnjährigen Diktatoren-Tochter, in der Öffentlichkeit bei einer nicht-militärischen Veranstaltung zu sehen:
Ein Freundschaftsspiel der Ministerien fand anlässlich des Geburtstages des verstorbenen Führers Kim Jong Il statt, dem »Tag des leuchtenden Sterns«, einem wichtigen Feiertag in Nordkorea.
Diesmal gab es also zu Ehren der Familiendynastie eine Partie Fußball.
Mit auf der Tribüne sind Nordkoreas Außenminister, Vertreter aus dem Verteidigungsministerium sowie die Schwester des Machthabers.
Der Auftritt dürfte aus Kalkül geschehen. In den vergangenen Monaten hat Kim Jong Un seine Tochter, die von den staatlichen Medien »geliebtes« oder "respektiertes Kind" bezeichnet wird, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Zuletzt bei einem Staatsbankett mit hochrangigen Militärs.
Die Auftritte mit dem Militär sind laut Analysten kein Zufall: So wolle Kim Jong Un derzeit demonstrieren, dass er keinerlei Absicht hat, sein Atomarsenal oder die jahrzehntelange Herrschaft seiner Familiendynastie aufzugeben.
So hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs Nordkorea erneut eine Langstreckenrakete aufs Japanische Meer abgefeuert. Der Abschuss soll nur Tage vor einem geplanten Militärmanöver Südkoreas und den USA stattgefunden haben.
Erst im November hatte Kim Jong Un erklärt, er wolle sein Land zur »stärksten Atommacht der Welt« machen.
Bei dem Raketenstart hatte Kim seine Tochter erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, seitdem taucht sie mehrfach an der Seite ihres Vaters auf – wie hier, bei der Sportveranstaltung.
Der Familienauftritt nährt Spekulationen, ob Kim seine Tochter als potenzielle Nachfolgerin an der Spitze des Staates in Stellung bringen will, für einen 39-jährigen Machthaber wäre das allerdings eine frühe Entscheidung. Immerhin würdigt Nordkorea die Tochter seit Neuestem auf einer Briefmarkenserie – manche Experten sehen dies als Hinweis darauf, dass sie die künftige Nr. 1 im Staat sein wird.