Die USA haben vor wenigen Tagen angekündigt, die Ukraine mit Streumunition zu versorgen. Das Pentagon plant die Abgabe an Kiew aus eigenen Beständen.
Reporterin:
»Mister Präsident, warum Streumunition? Warum jetzt?«
Joe Biden, US-Präsident:
»Sie haben keine Munition mehr.«
Sergej Shoigu, Verteidigungsminister Russland:
»Ich möchte anmerken, dass Russland Streubomben für alle Gelegenheiten hat. Sie sind effektiver als amerikanische und vielseitiger.«
Der Einsatz, der in vielen Ländern geächteten Munition, ist eine heikle Entscheidung, denn der Schritt dürfte auch von mehreren westlichen Partnern Kiews kritisch gesehen werden.
Doch was ist Streumunition überhaupt?
Unter Streumunition versteht man Waffen, die bis zu mehrere Hundert Stück Submunition enthalten – auch verharmlosend »Bomblets«, zu Deutsch Bömbchen, genannt.
Sie wird vom Boden aus abgefeuert oder von Flugzeugen oder Hubschaubern abgeworfen. In dem Fall spricht man auch von Streubomben.
Was macht sie so gefährlich?
Nach dem Abwurf aus Flugzeugen oder dem Abschuss vom Boden sollen die Bomblets sich über dem Ziel großflächig verteilen und beim Aufprall oder kurz davor explodieren. Der militärische Zweck ist, Panzerkolonnen, Schützengräben oder andere militärische Infrastruktur zu zerstören.
Wer diese Waffen in dicht besiedelten Gebieten einsetzt, nimmt zivile Opfer bewusst in Kauf. Im Syrienkrieg wurden Streubomben beispielsweise auch in Städten abgeworfen und töteten und verletzten viele Zivilisten. Besonders tückisch: Viele Bomblets explodieren nicht und bleiben als Blindgänger liegen. Sie können auch noch Jahrzehnte später explodieren. Die Sprengladungen sehen oft harmlos aus und werden nicht als Bedrohung erkannt. Gerade Kinder halten sie für ein Spielzeug, auch noch Jahrzehnte, nachdem sie abgeworfen wurden.
Was wurde bisher gegen diese Art der Munition unternommen?
Seit 2010 gibt es einen Vertrag, der diese besonders heimtückischen Waffen ächtet. 110 Staaten sind dem Vertrag beigetreten. Russland, China, die USA und die Ukraine sind nicht darunter.