Ansprache zum orthodoxen Osterfest Selenskyj würdigt Standhaftigkeit der Ukrainer
Wolodymyr Selenskyj mit seiner Frau Olena Selenska bei Feierlichkeiten zum orthodoxen Osterfest
Foto: AFPIm fünften Jahr des russischen Angriffskriegs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Osterbotschaft in der Sophienkathedrale in Kyjiw den Mut und die Standhaftigkeit seiner Landsleute gewürdigt. Das Land habe den schwersten Winter seiner Geschichte überstanden, sagte Selenskyj mit Blick auf die heftigen russischen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen.
Die Ukraine verteidige sich unerschütterlich. »Damit auf das fünfte Osterfest in Kriegszeiten das erste friedliche Osterfest folgt. In unserem ganzen Land, für alle unsere Menschen«, sagte Selenskyj, der mit seiner Frau Olena auftrat. Die orthodoxen Christen feiern in diesem Jahr eine Woche nach den westlichen Kirchen Ostern.
»Wir vertrauen nicht nur auf die himmlischen Mächte, sondern auch auf unsere Sicherheits- und Verteidigungskräfte«, sagte Selenskyj. Das Land hoffe auf die Treffsicherheit seiner Waffen. Der Präsident appellierte auch an den Zusammenhalt der Ukrainer.
Putin lobt Rolle der Kirche in seinem Krieg
Dagegen ging Kremlchef Wladimir Putin in seinen Glückwünschen zum Osterfest in der Erlöser-Kathedrale in Moskau kaum auf den Krieg ein. Der russische Präsident würdigte aber die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche bei der Unterstützung der »militärischen Spezialoperation« in der Ukraine, wie er seine Invasion offiziell nennt.
Die Ukraine hat Russland unterdessen Hunderte Verstöße gegen die von Putin selbst angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab in Kyjiw teilte am Samstagabend mit, dass er 469 Verletzungen der Waffenruhe registriert habe. Es habe nicht nur Hunderte Angriffe mit Drohnen gegeben, sondern auch 153 Fälle von Beschuss und 22 Erstürmungen. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es aber demnach nicht.
Kurz vor Beginn der Feuerpause hatten Russland und die Ukraine erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei.