Kumbh-Mela-Festival: Mit allen Wassern gewaschen - DER SPIEGEL
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Foto: Jalees Andrabi / AFP

Kumbh-Mela-Festival Mit allen Wassern gewaschen

• aus SPIEGEL Chronik 1/2025

An vier Orten findet alle zwölf Jahre das Kumbh-Mela-Festival statt. Doch das Maha-Kumbh-Mela-Festival, das Große Fest des Kruges, ereignet sich nur alle 144 Jahre. Der Zeitpunkt der Feierlichkeiten richtet sich nach einer bestimmten Konstellation von Sonne, Mond und Jupiter, die im Hinduismus als besonders heilig gilt.

Zu diesem besonderen Anlass wurden dieses Jahr 400 Millionen Menschen in der indischen Millionenstadt Prayagraj erwartet, so die Schätzung der Veranstalter. Auf dem 40 Quadratkilometer großen Gelände haben sie eine gigantische Zeltstadt aufgebaut, samt mehr als hunderttausend Dixi-Toiletten. Rund 40.000 Einsatzkräfte und über 2700 Überwachungskameras sollen das Gefahrenrisiko minimieren.

45 Tage dauert das spirituelle Get-together, dieses Jahr startete es am 13. Januar. Zur kollektiven Glaubensbekundung kommen Asketen und Heilige aus allen Gesellschaftsschichten, aber auch ganz normale Pilgerinnen und Pilger. Der Glaube reicht so tief wie die hinduistische Mythologie, die den Ursprung des Kumbh Mela so erzählt: Als die Götter einst um den Krug mit dem Nektar der Unsterblichkeit kämpften, fielen vier Tropfen auf die Erde – genau auf die Orte, an denen heute das Fest gefeiert wird. Zu den Ritualen gehört das heilige Bad im Fluss. Wer in die Fluten taucht, glaubt, sich von Sünden zu reinigen.

Eine Luftaufnahme zeigt, wie unzählige Pilger ein solches Bad in einem sogenannten »Sangam« nehmen. So wird in Indien der Zusammenfluss von Flüssen bezeichnet. Am bekanntesten ist der Triveni Sangam hier in Prayagraj, dort treffen sich Ganga, Yamuna und der Saraswati.

Die Maha Kumbh Mela vereine das gesamte Land, sagt der indische Premierminister Narendra Modi. Doch Indien ist nach wie vor geprägt von Hindu-Nationalismus und geht gewaltsam gegen religiöse Minderheiten vor, wie die 200 Millionen im Land lebenden Muslime.

lph
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