Umstrittene Uno-Mission Minusma Großbritannien zieht seine Soldaten aus Mali ab
Malische Soldaten am Stadtrand von Bamako
Foto: Moustapha Diallo / APDas Vereinigte Königreich zieht seine Truppen in Mali früher ab als geplant. Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, James Heappey, begründete den Abzug der britischen Soldaten mit dem Verhalten der Militärregierung und politischer Instabilität in dem afrikanischen Land.
»Diese Regierung kann nicht das Militär unseres Landes einsetzen, um für Sicherheit zu sorgen, wenn die Regierung des Gastlandes nicht bereit ist, mit uns zusammenzuarbeiten, um für dauerhafte Stabilität und Sicherheit zu sorgen«, erklärte Heappey im Parlament in London. Zudem verwies er auf den von der Militärregierung gewünschten Einsatz der russischen Söldnertruppe Wagner. Dies sei kontraproduktiv für die Sicherheit in der Region.
Seit 2020 war Großbritannien mit rund 300 britische Soldaten an der Uno-Mission in dem Land beteiligt, um die lokale Bevölkerung vor islamistischem Extremismus zu schützen.
Debatte in Deutschland über Bundeswehreinsatz
Der Abzug der Briten dürfte nun in Deutschland die Debatte befeuern, inwiefern sich die Bundeswehr weiter an dem Uno-Einsatz beteiligen sollte. Im Sommer hatten die in Mali eingesetzten Bundeswehr-Soldaten ihren operativen Einsatz wegen Einschränkungen der malischen Regierung zeitweise ausgesetzt. Die Bundesregierung lehnt den Einsatz russischer Söldner in Mali entschieden ab. Im Februar hatte Frankreich den Einsatz seiner Soldaten in Mali für beendet erklärt und mit dem Abzug begonnen.
Die europäischen Staaten und auch Deutschland hatten sich in den vergangenen Jahren in der Sahel-Zone verstärkt engagiert, weil diese als wichtig für die Stabilität und Sicherheit der EU-Südgrenze angesehen wird. In der Region sind extremistische Milizen wie der sogenannte »Islamische Staat« aktiv. Außerdem verlaufen durch die Länder wichtige Routen der Migration und des Schmuggels Richtung EU.
Die malischen Militärs haben sich 2020 an die Regierung geputscht. Sie weigern sich, baldmöglichst Wahlen anzusetzen und weisen entsprechende Aufforderungen der EU zurück.