Marine Le Pen in Paris
Foto: Bloomberg / Getty ImagesRechtspopulistin Marine Le Pen In der Opferrolle
Frankreichs bekannteste Rechtspopulistin Marine Le Pen sieht sich gern als Opfer. Ein Gericht hat sie schuldig gesprochen, EU-Gelder zweckentfremdet zu haben. Der Clou an der Sache: Le Pen darf deswegen fünf Jahre lang nicht zu Wahlen antreten. Eine Kandidatur für die Präsidentschaft 2027 würde ihr damit unmöglich gemacht.
Statt das Urteil zu akzeptieren, wehrt sie sich nicht nur juristisch dagegen – sie spricht, unter anderem mit ihrem Schützling Jordan Bardella, dem Chef des rechtsradikalen Rassemblement National, zu Tausenden Anhängern bei einer Versammlung vor dem Invalidendom in Paris. Le Pen bezeichnet das Urteil als »eine politische Entscheidung, die den Rechtsstaat und den demokratischen Staat verhöhnt«. Ein Berufungsgericht will bis Sommer 2026 ein Urteil fällen. Aufgeben wolle sie nicht – und vergleicht sich ausgerechnet mit dem schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King.
Gleichzeitig formiert sich Widerstand gegen Le Pen und ihre Partei: Auf der Place de la République demonstrieren Tausende gegen das Erstarken der extremen Rechten und für den Schutz des Rechtsstaats. Zu dem Protest hat unter anderem die Linkspartei aufgerufen.