Libanon: Mehrere Krankenhäuser müssen nach Angriffen aus Israel schließen - DER SPIEGEL
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Krieg gegen die Hisbollah Mehrere Krankenhäuser im Libanon müssen nach israelischen Angriffen schließen

Seit Tagen bombardiert die israelische Armee medizinische Einrichtungen im Libanon. Zahlreiche Sanitäter wurden verletzt und getötet, es mangelt an Hilfsgütern.
Mardschajun im Libanon: Israelischer Angriff auf Sanitäter
Mardschajun im Libanon: Israelischer Angriff auf Sanitäter

Mardschajun im Libanon: Israelischer Angriff auf Sanitäter

Foto: ASSOCIATED PRESS

Wegen der anhaltenden israelischen Angriffe mussten mindestens drei Krankenhäuser im Libanon schließen. Zwei davon sollen bei Luftangriffen beschossen worden sein, einem weiteren gingen Personal und Vorräte aus.

Das Sainte-Thérèse-Krankenhaus in einem Vorort der Hauptstadt Beirut meldete laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA schwere Schäden nach Beschuss durch israelische Kampfflugzeuge.

Am Haupteingang des staatlichen Krankenhauses von Mardschajun im Südlibanon wurden nach Angaben der Klinikleitung Rettungswagen und Sanitäter getroffen. Laut NNA wurden bei dem Luftangriff mindestens vier Sanitäter des der Hisbollah nahestehenden islamischen Gesundheitskomitees getötet. Der Krankenhausdirektor sprach gegenüber der BBC von sieben Toten und fünf Verletzten. Der Angriff sei ohne Vorwarnung erfolgt.

Strom, Wasser und Hilfsgüter fehlen

Auch das Mais-al-Dschabal-Krankenhaus unweit der Grenze zu Israel stellte die Arbeit vor dem Wochenende ein. Medienberichten zufolge fehlte es an medizinischen Hilfsgütern, Strom und Wasser. Es sei unmöglich gewesen, den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Israel geht seit Tagen mit massiven Luftangriffen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon vor. Zu Beginn der Woche startete das israelische Militär zudem nach eigenen Angaben einen »begrenzten« Bodeneinsatz im Süden des Nachbarlandes.

Krankenhausmitarbeiter im Südlibanon berichteten der BBC, dass Gesundheitseinrichtungen, in denen verwundete Zivilisten behandelt wurden, von israelischen Angriffen getroffen wurden.

37 Einrichtungen bereits geschlossen

Durch die neuesten Krankenhausschließungen spitzt sich die humanitäre Lage im Libanon weiter zu. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind mindestens 37 Einrichtungen in den vergangenen zwei Wochen geschlossen worden. Dutzende Mitarbeiter wurden getötet oder verletzt.

Der libanesische Gesundheitsminister Firas Abiad erklärte am Donnerstag, dass seit Beginn der Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel im vergangenen Jahr 97 Sanitäter getötet worden seien. Wegen der anhaltenden israelischen Bombardierung flüchten außerdem viele medizinische Fachkräfte, wodurch sich die ohnehin angespannte Versorgungslage drastisch verschärft.

Israel wirft der Hisbollah indes vor, medizinische Fahrzeuge für den Transport von Kämpfern und Waffen zu nutzen. Am späten Freitagabend gab das israelische Militär eine Erklärung ab, in der es ankündigte, jedes verdächtige Fahrzeug anzugreifen.

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lrm/AFP