Kommunalwahlen in Mexiko Unbekannte töten Lokalpolitikerin während Facebook-Livestream
Mexikanische Marinesoldaten stehen in der Nähe eines Fahrzeugs Wache, das in eine Schießerei in Veracruz verwickelt war
Foto: Victoria Razo / picture alliance / APEin Facebook-Livestream hält das Grauen fest: Bei einem Wahlkampfevent im mexikanischen Bundesstaat Veracruz werden am Sonntag eine Bürgermeisterkandidatin und drei weitere Personen erschossen. Der Stream zeigt, wie die Kandidatin Yesenia Lara Gutiérrez die Einwohner begrüßt und in die Menge lächelt. Plötzlich übertönen Schüsse den Jubel der Menschen. Auf dem Video, das auch am nächsten Tag noch auf der Facebook-Seite der getöteten Lokalpolitikerin zu sehen war, waren etwa 20 Schüsse zu hören, berichtet CNN.
Die Gouverneurin von Veracruz, Rocío Nahle, teilte am Montag mit, dass auch die Tochter von Kandidatin Gutiérrez unter den Toten sei. »Kein (gewähltes) Amt ist es wert, dafür zu sterben«, sagte Nahle auf einer Pressekonferenz. »Die gesamte Staatsmacht wird in den kommenden Tagen anwesend sein, damit die Wahlen frei und demokratisch verlaufen.«
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Lara Gutiérrez ist bereits die zweite politische Person, die während des Wahlkampfes in Veracruz getötet wurde. Am 29. April, dem ersten offiziellen Wahlkampftag, töteten Bewaffnete Germán Anuar Valencia in seinem Wahlkampfbüro in Coxquihui im Norden von Veracruz.
Sowohl Lara Gutiérrez als auch Anuar Valencia gehörten der Morena-Partei von Präsidentin Claudia Sheinbaum an. Die Kommunalwahlen von Veracruz sind für den 1. Juni angesetzt. Laut der Gouverneurin Nahle hatten im Vorfeld 57 Kandidaten für lokale Ämter den von der Landes- und Bundesregierung angebotenen Personenschutz beantragt. Ob Lara Gutiérrez darunter war, ist noch unklar.
Kandidaten für lokale politische Ämter sind in Mexiko häufig am stärksten von Gewalt bei Wahlen betroffen. Regelmäßig versuchen organisierte kriminelle Gruppen, die Kontrolle über die lokalen Regierungen zu erlangen.