Nordkorea Drohnen-Drama in Pjöngjang
Gesprengte Straße
Foto:KCNA / Xinhua / eyevine / laif
Machthaber Kim Jong Un hat seine Truppen an der Grenze zum Süden angewiesen, sich schussbereit zu machen. Diktatorenschwester Kim Yo Jong warnt vor einer »furchtbaren Katastrophe«, sollten weitere Drohnen folgen. Die Flüge Anfang Oktober hatten Nordkoreas Staatsmedien selbst gemeldet. In drei Nächten sollen demnach Drohnen Flugblätter mit »empörenden Gerüchten« abgeworfen haben. Zu dieser Zeit befanden sich offenbar viele Menschen im Zentrum von Pjöngjang, weil dort Feierlichkeiten stattfanden – für die Führung des abgeschotteten Landes peinlich.
Die Flugblätter hatten wohl die Verschwendung der Herrscherfamilie und die Armut im Land angeprangert. Obwohl die Fotos in Staatsmedien verpixelt wurden, sind Kim Jong Un mit einer Luxusuhr und seine Tochter in einem Designermantel zu erkennen. Grafiken auf den Flugblättern sollen zeigen, wie viel mehr Essen man mit einem Durchschnittsgehalt in Südkorea kaufen kann.
Unklar ist, wer genau die Drohnen geschickt hat. Beobachter mutmaßten, dass die südkoreanische Regierung dahinterstecken könnte, möglicherweise als Antwort auf die mit Unrat gefüllten Ballons, die Nordkoreas Führung über die Grenze schweben lässt. Verteidigungsminister Kim Yong-hyun wollte die Anschuldigungen weder bestätigen noch dementieren. Beobachter mahnen den südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk-yeol zu Besonnenheit, weil Nordkoreas Machthaber solche Vorfälle nutzt, um die Bedrohung des Landes durch feindliche Kräfte hochzuspielen. Diese Woche ließ er mehrere Straßen sprengen, die gen Süden führen. Sie werden seit Langem nicht mehr befahren, aber die Explosionen erzeugten wuchtige Bilder.