Nordkorea: Kim Jong Un überwacht Raketenstart von Zerstörer »Choe Hyon« - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kim Jong Un schaut zu Nordkorea feuert Raketen von Marinezerstörer »Choe Hyon« ab

Unter den Augen des Machthabers persönlich will Nordkorea strategische Marschflugkörper und Schiffsabwehrraketen getestet haben. Im Anschluss hieß es natürlich: ein voller Erfolg.
Das von KCNA veröffentlichte Bild soll einen Testabschuss vom Zerstörer »Choe Hyon« zeigen
Das von KCNA veröffentlichte Bild soll einen Testabschuss vom Zerstörer »Choe Hyon« zeigen

Das von KCNA veröffentlichte Bild soll einen Testabschuss vom Zerstörer »Choe Hyon« zeigen

Foto:

KCNA / REUTERS

Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge erneut mehrere Raketentests durchgeführt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, handelte es sich bei den abgefeuerten Geschossen um strategische Marschflugkörper sowie Antischiffsraketen. Sie seien vom im Vorjahr präsentierten Marinezerstörer »Choe Hyon« abgefeuert worden.

Machthaber Kim Jong Un hat die Waffentests demnach persönlich beobachtet, zusammen mit hochrangigen Verteidigungsbeamten und Marinekommandeuren.

Kim Jong Un (M.) beim aktuellen Raketentest

Kim Jong Un (M.) beim aktuellen Raketentest

Foto:

KCNA / REUTERS

Die Tests seien als Teil von Prüfungen der operativen Effizienz ‌des Kriegsschiffs durchgeführt worden, meldete KCNA. Es seien zwei strategische Marschflugkörper und drei Schiffsabwehrraketen abgefeuert worden, um das ​integrierte Waffenkommandosystem des Schiffs zu überprüfen, die Besatzungen in den Abschussverfahren zu trainieren ⁠und ⁠die Genauigkeit sowie die Störfestigkeit der verbesserten Navigationssysteme zu verifizieren, hieß es.

Die Marschflugkörper seien etwa 7869 bis 7920 Sekunden geflogen (also bis 132 Minuten). Die Antischiffsraketen waren laut KCNA ‌etwa 1960 bis 1973 Sekunden in der Luft über den ​Gewässern vor ‌der Westküste des Landes, also bis zu knapp 33 Minuten. Beide hätten ihre Ziele mit ultrapräziser Genauigkeit getroffen.

Nordkorea-Propaganda: Skurrile Spezialkräfte-Show des Diktators
1 Min

Kim sei am selben Tag über die Waffensystempläne für zwei weitere im ‌Bau befindliche Zerstörer unterrichtet worden, hieß es in dem Bericht weiter. Er habe erklärt, die Stärkung der nuklearen Abschreckung des Landes bleibe oberste Priorität. ‌

Pjöngjang hatte ‌erstmals im ​April 2025 Waffen auf dem 5000-Tonnen-Kriegsschiff der »Choe Hyon«-Klasse getestet. Kim hatte im vergangenen ​März persönlich einen Raketentest ⁠von dem Schiff aus ​überwacht (mehr dazu hier).

In den vergangenen Wochen hat Nordkorea wieder vermehrt Raketen getestet (mehr dazu hier), darunter auch mit umstrittener Streumunition bestückte ballistische Raketen. Als Streumunition werden Waffensysteme bezeichnet, die in der Luft aufbrechen und viele kleine Sprengkörper über ein großes Gebiet freisetzen. Wegen der großflächigen Streuung und der damit verbundenen verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung sind Streubomben international geächtet.

Mehrere Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats untersagen Nordkorea grundsätzlich, ballistische Raketen abzufeuern.

aar/dpa/Reuters