Russland: Norwegen beschlagnahmt Kreuzfahrtschiff »Professor Moltschanow« in Arktis - DER SPIEGEL
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Auf Drängen aus der Ukraine Norwegen beschlagnahmt russisches Kreuzfahrtschiff in der Arktis

Mit der »Professor Moltschanow« schippern normalerweise Touristen durch eisige Gewässer. Jetzt aber wurde das russische Schiff in Spitzbergen festgesetzt. Das dürfte in Moskau gar nicht gut ankommen.
Longyearbyen auf Spitzbergen (im August 2026)
Longyearbyen auf Spitzbergen (im August 2026)

Longyearbyen auf Spitzbergen (im August 2026)

Foto: Ole Berg-Rusten / NTB / IMAGO

Norwegen hat auf Betreiben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz ein russisches Kreuzfahrtschiff in der Arktis beschlagnahmt. Wie Naftogaz am Mittwoch mitteilte, beschlagnahmten die norwegischen Behörden die »Professor Moltschanow« in der Inselgruppe Spitzbergen auf der Basis eines Gerichtsbeschlusses, der Russland zu Entschädigungszahlungen an Naftogaz verpflichtet.

Der Schritt erfolgte demnach auf Anordnung eines norwegischen Gerichts. Die norwegische Zeitung »Aftenposten« zitierte einen Polizeivertreter aus Spitzbergen, der den Vorgang bestätigte.

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Mit der Beschlagnahme soll die Entscheidung eines Schiedsgerichts durchgesetzt werden, das Russland zur Zahlung von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) an Naftogaz für beschlagnahmte Vermögenswerte auf der annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim verpflichtete. Moskau ist dem Schiedsspruch bislang nicht nachgekommen.

Die »Professor Moltschanow«, benannt nach dem sowjetischen Meteorologen, war 1983 in Finnland für die Sowjetunion gebaut worden. Seit Jahren wird sie für Expeditionskreuzfahrten im hohen Norden eingesetzt. Bis zu 48 Passagiere können mitreisen, Heimathafen ist das russische Murmansk.

Russland unterhält Siedlung in der Gegend

Naftogaz-Chef Serhiy Fedorenko nannte die norwegische Maßnahme »einen weiteren wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit« im Zusammenhang mit den Beschlagnahmungen auf der Krim, die Russland 2014 annektiert hatte. Kyjiw werde »weiterhin weltweit gegen russische Vermögenswerte vorgehen, bis die Naftogaz und anderen Unternehmen des Naftogaz-Konzerns zugesprochene Entschädigung vollständig beglichen ist«.

Das an Rohstoffen reiche Spitzbergen ist doppelt so groß wie Belgien und liegt auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Russland unterhält auf dem Archipel die Bergarbeitersiedlung Barentsburg. Laut der Ortungs-Website »Vesselfinder« lag die »Professor Moltschanow« vor Barentsburg vor Anker.

Anmerkung der Redaktion: Eine frühere Version des Textes enthielt eine falsche Währungsumrechnung. Wir haben den Fehler korrigiert.

jok/AFP