Pressefreiheit: So viele Journalisten weltweit in Haft wie noch nie - DER SPIEGEL
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Komitee zum Schutz von Journalisten So viele Journalisten weltweit in Haft wie noch nie

Zum sechsten Mal in Folge erreicht die Zahl inhaftierter Journalisten einen Höchststand. Die meisten Berichterstatter sitzen in chinesischen Gefängnissen – doch das gefährlichste Land bleibt ein anderes.
Die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia wurde 2017 ermordet
Die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia wurde 2017 ermordet

Die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia wurde 2017 ermordet

Foto: STRINGER/ AFP

Die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten hat nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) einen neuen Höchststand erreicht. Wie das CPJ am Donnerstag mitteilte, sitzen derzeit 293 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit hinter Gittern – rund ein Viertel davon in China und Myanmar. Im vergangenen Jahr zählte die Organisation 280 inhaftierte Journalisten.

»Dies ist das sechste Jahr in Folge, in dem das CPJ einen Höchststand von inhaftierten Journalisten weltweit dokumentiert«, erklärte CPJ-Chef Joel Simon. Er bezeichnete die Inhaftierung von Medienschaffenden aufgrund ihrer Berichterstattung als »Kennzeichen eines autoritären Regimes«.

Vietnam und Belarus stehen auf der Liste weit oben

In China sitzen nach Angaben des CPJ derzeit 50 Journalisten in Haft. Myanmar folgt an zweiter Stelle mit 26 inhaftierten Medienvertretern, in Ägypten sind es 25. Auch Vietnam (23 inhaftierte Journalisten) und Belarus (19) stehen auf der Liste des CPJ weit oben.

»Es ist erschütternd, viele Länder Jahr für Jahr auf der Liste zu sehen, aber es ist besonders entsetzlich, dass Myanmar und Äthiopien die Tür zur Pressefreiheit so brutal zugeschlagen haben«, erklärte Simon.

Nach Angaben des CPJ wurden im Jahr 2021 zudem 24 Medienschaffende getötet. Mexiko sei weiterhin das gefährlichste Land »der westlichen Hemisphäre für Journalisten«, hieß es in der Studie des CPJ. Demnach wurden dort drei Journalisten getötet, sechs weitere mutmaßliche Tötungsdelikte würden noch untersucht.

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Laut CPJ spiegeln die Zahlen die »zunehmende Intoleranz gegenüber unabhängiger Berichterstattung auf der ganzen Welt« wider.

Laut einer Umfrage von »Reporter ohne Grenzen« aus dem Frühjahr spielt auch die Pandemie eine Rolle bei den internationalen Tendenzen abnehmender Pressefreiheit. »In so unterschiedlichen Staaten wie China, Venezuela, Serbien und dem Kosovo wurden Medienschaffende wegen ihrer Corona-Berichterstattung festgenommen«, so das Fazit der globalen Umfrage.

muk/AFP/dpa