Zurab Tsertsvadze / AP / dpa
Sie protestieren für eine Zukunft, die im Westen liegt: Demonstranten in Georgiens Hauptstadt Tiflis stemmen sich bereits seit Ende Oktober gegen den umstrittenen Sieg der Regierungspartei Georgischer Traum bei der Parlamentswahl. Ein Riss geht durch das Land.
Auf der einen Seite stehen die prowestliche Präsidentin Salome Surabischwili und mehrere Oppositionsparteien, die das Kaukasusland mit seinen knapp vier Millionen Einwohnern schnell in die EU führen wollen und die Wahl als gefälscht betrachten. Auf der anderen Seite betreibt die Regierungspartei mit ihrem Gründer Bidsina Iwanischwili und Premier Irakli Kobachidse immer offener eine am Kreml orientierte Politik. Die Partei hatte Wahlkampf mit antiwestlichen Verschwörungserzählungen gemacht. Welchen Kurs das Land künftig einschlägt? Präsidentin Surabischwili hat vor dem Verfassungsgericht Beschwerde gegen das offizielle Wahlergebnis eingereicht. Sie fordert Neuwahlen.