Russland-Ukraine-Krieg: Papst Leo mahnt Wladimir Putin zu Waffenstillstand in ukrainischer Frontstadt - DER SPIEGEL
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Telefonat mit Russlands Machthaber Papst Leo mahnt Putin zu Waffenstillstand in ukrainischer Frontstadt

In der Kleinstadt Oleschky im Süden der Ukraine droht eine humanitäre Katastrophe. Nun hat das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Telefongespräch mit dem russischen Machthaber für eine Feuerpause geworben.
Papst Leo am Dienstag auf dem Weg in die Gemelli-Klinik
Papst Leo am Dienstag auf dem Weg in die Gemelli-Klinik

Papst Leo am Dienstag auf dem Weg in die Gemelli-Klinik

Foto: Marco Iacobucci / IPA / ddp

Papst Leo XIV. hat den russischen Machthaber Wladimir Putin in einem Telefonat zu einem Waffenstillstand im Süden der Ukraine aufgefordert. Der Pontifex habe seine »tiefe Besorgnis« über die humanitäre Lage in der Frontstadt Oleschky in der Region Cherson zum Ausdruck gebracht, teilte der Vatikan mit. Ein Waffenstillstand solle die »Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung« ermöglichen. Wie der Kremlherrscher auf die Aufforderung des Papstes reagierte, ist nicht bekannt.

Hilfsorganisationen beklagen seit Langem die humanitäre Lage in der Kleinstadt Oleschky, die auf dem südlichen Ufer des Dnipro liegt. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt. Dazwischen verläuft jedoch die Front. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.

Nach jahrelangem wechselseitigen Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Nach ukrainischen Angaben sind etwa 2000 Menschen in der Stadt, darunter fast 50 Kinder. Der letzte Laden schloss nach Uno-Angaben im Januar. Seit Mai seien keine Lebensmittel mehr in den Ort gelangt.

Ende September hatte sich bereits der Sondergesandte des Papstes für humanitäre Fragen im russisch-ukrainischen Krieg, Kardinal Matteo Zuppi, bei einem Moskau-Besuch für eine Verbesserung der Situation in Oleschky eingesetzt.

Papst Leo bekräftigte nun erneut das Engagement des Heiligen Stuhls für die Förderung von Dialog und Frieden, wie es hieß. Das Oberhaupt der katholischen Kirche befindet sich seit Dienstag in der römischen Gemelli-Klinik, wo ihm ein bösartiger Tumor aus dem rechten Lungenflügel entfernt wurde.

»In Oleschky essen sie Unkraut, um zu überleben«: Mehr über die sich anbahnende Hungerkatastrophe in Oleschky und warum sich Moskau und Kyjiw nicht auf eine Evakuierung einigen können, lesen Sie hier .

jml/dpa