Angriff auf Munitionslager Ukraine meldet mindestens 37 Tote bei russischem Angriff nahe Kyjiw
Ukraine: Rauch steigt auf nach einem Drohnenangriff nahe Kyjiw
Foto: Serhii Okunev / AFPEin russischer Drohnenangriff hat in einem Munitionslager nahe der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw einen Großbrand und zahlreiche Explosionen ausgelöst. In Onlinemedien verbreitete Videos zeigten gewaltige Explosionen. Offiziellen Angaben zufolge kamen mindestens 37 Menschen ums Leben. In den umliegenden Wohngebieten wurden dutzende weitere Menschen verletzt.
Einer der Toten ist Berichten zufolge der Vorsteher der Gemeinde Dmytriwka, Taras Didytsch, der sofort zum Unglücksort geeilt sei. Mehr als 300 Rettungskräfte seien im Einsatz. Im Umkreis wurden offiziellen Angaben zufolge fast 400 Menschen evakuiert. Die Hauptverbindungsstrecke von Kyjiw Richtung Westen musste für die Lösch- und Rettungsarbeiten komplett gesperrt werden.
Mutmaßlich illegale Lagerung von Munition
In dem Depot sei Munition für die ukrainische Armee gelagert gewesen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. »Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt«, so Selenskyj. Die Waffen hätten »dort absolut nicht sein dürfen«. Selenskyj kündigte an, die Verantwortlichen für die verbotene Waffenlagerung nahe Wohngebieten zur Rechenschaft zu ziehen. Die Staatsanwaltschaft nahm Berichten zufolge bereits Ermittlungen auf.
Der ukrainische Regierungschef Serhij Korezkyj bedauerte im Onlinedienst Telegram, es seien »keine Lehren« aus einem ähnlichen Angriff auf ein Munitionsdepot nahe Kyjiw im Juli gezogen worden. Ermittlungen hatten damals ergeben, dass der vorgeschriebene Mindestabstand zu Wohngebäuden nicht eingehalten worden war. »Immer wieder denselben Fehler zu machen«, sei »kriminelle Fahrlässigkeit«, kritisierte Korezkyj.
Angriffe auch in Odessa
Auch im südukrainischen Gebiet Odessa kam bei nächtlichen russischen Angriffen ein Mensch ums Leben. Weitere drei seien verletzt, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Fünf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschädigt worden. Alle Brände konnten demnach gelöscht werden.
Die ukrainische Bahn galt trotz des Krieges lange als relativ sicher und fuhr pünktlich. Jetzt machen die Russen regelrecht Jagd auf fahrende Züge, sagt Bahnchef Oleksandr Pertsovsky. Lesen Sie hier , wie er Fahrgäste und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen will.