Es ist die Ruhe vor dem Sturm in der ukrainischen Hauptstadt Kiew: Menschen verbarrikadieren die Hauptstraßen mit Sandsäcken – in Erwartung der russischen Truppen.
Laut ukrainischem Generalstab hat Moskau damit begonnen, seine Ressourcen für den Sturm auf Kiew zusammenzuziehen. Experten gehen davon aus, dass der Kampf um die Hauptstadt die Schlüsselschlacht der nächsten Tage wird.
Derweil sind die Kämpfe im rund 25 Kilometer nordwestlich gelegenen Irpin bereits seit Tagen in vollem Gange. Verzweifelt versuchen sich die Menschen hier in Sicherheit zu bringen. Die Kleinstadt ist ein wichtiges strategisches Ziel für die russischen Truppen. Von hier aus führen mehrere Straßen direkt nach Kiew.
Beim Versuch, aus Irpin zu fliehen, sind nach Angaben der »New York Times« mindestens drei Angehörige einer Familie getötet worden.
In einer Videobotschaft verurteilte der ukrainische Präsident Selenskyj die Gewalt der vergangenen Tage.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine
»Wir werden die zerstörten Häuser nicht verzeihen. Wir werden die Raketen, die unsere Luftabwehr über Okhmatdyt abgeschossen hat, nicht verzeihen – und auch nicht die mehr als 500 Raketen, die unser Land, unser Volk und unsere Kinder getroffen haben. Wir werden nicht verzeihen, dass unbewaffnete Menschen beschossen werden, dass unsere Infrastruktur zerstört wird. Wir werden die hunderten Opfer nicht verzeihen, die tausenden, die leiden müssen. Gott wird nicht verzeihen. Nicht heute. Nicht morgen. Niemals. Statt Vergebung wird es einen Tag des Jüngsten Gerichts geben.«
Am Montag wollen sich Vertreter von Russland und der Ukraine zu einer dritten Verhandlungsrunde treffen. Wann und wo genau die Gespräche stattfinden, ist bisher unklar.