Ukraine-Krieg: Wladimir Putin beruft Krisensitzung wegen Treibstoffmangels ein - DER SPIEGEL
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Ukrainische Angriffe Putin räumt Treibstoffmangel in Russland ein

Nach ukrainischen Attacken sind in vielen russischen Regionen Benzin und Diesel knapp. Lange schwiegen Machthaber Putin und die Staatsmedien dazu. Nun berief der Präsident eine Krisensitzung ein.
Putin bei Krisensitzung: Nach Wochen äußert er sich
Putin bei Krisensitzung: Nach Wochen äußert er sich

Putin bei Krisensitzung: Nach Wochen äußert er sich

Foto: Gavriil Grigorov / SPUTNIK / KREMLIN / EPA

Wochenlang hat sich Kremlchef Wladimir Putin nicht zum Ausmaß der Treibstoffkrise in Russland geäußert. Nun ist die Lage offenbar zu gravierend geworden: Putin hat eine Krisensitzung zu den Versorgungsproblemen mit Treibstoff einberufen. An der Sitzung nahmen Vertreter diverser Ministerien sowie der wichtigsten Erdöl-Produzenten Russlands teil.

Die Ukraine greift derzeit immer wieder Ölanlagen an, das hinterlässt im Alltag der Russinnen und Russen tiefe Spuren. Die Treibstoffkrise hat inzwischen fast sämtliche Regionen des Landes erfasst. Begonnen hatte sie auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim.

Putin sagte, zuallererst müssten die Auswirkungen der wiederholten ukrainischen Angriffe gegen Raffinerien und andere Objekte der Erdölindustrie abgefedert werden. Dabei stellte er die Ukraine, die sich gegen den russischen Angriffskrieg verteidigt, als Aggressor dar: »Wir müssen die Folgen terroristischer Anschläge auf unsere zivilen Einrichtungen und die Infrastruktur reduzieren«, zitierte die Staatsagentur Tass den Kremlchef.

Russland zapft Benzinreserven an

Die zuletzt verstärkten ukrainischen Angriffe gegen die Erdölindustrie in Russland haben zu ernsthaften Versorgungsproblemen geführt. »An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig«, sagte Putin. Er bestätigte, dass bereits über ein Exportverbot für Diesel-Treibstoff nachgedacht werde. Russland habe inzwischen begonnen, seine Benzinreserven anzuzapfen.

Derzeit bilden sich lange Schlangen an den Tankstellen, die noch Benzin verkaufen. Auf der Krim geben die Tankstellen den Treibstoff gar nicht mehr an Privatpersonen ab.

Putin erwartet dem Bericht zufolge schon im Juli eine deutliche Erhöhung der Produktion der wichtigsten Treibstoffarten. »Die sich stellenden außergewöhnlichen Aufgaben werden gelöst, und zwar klar, zügig und kompetent im Interesse des Landes und unserer Bürger«, versprach er.

In Russland ist der Treibstoffmangel zu einem der wichtigsten Gesprächsthemen geworden. Lesen Sie hier  die Kolumne von Mikhail Zygar darüber, weshalb die Benzinkrise für Putin heikel werden könnte.

kko/dpa