Russland: Wladimir Putin verlegt Waldai-Konferenz wegen Sicherheitsbedenken von Sotschi nach Moskau - DER SPIEGEL
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Gefahr ukrainischer Drohnen Putin verlegt Konferenz wegen Sicherheitsbedenken von Sotschi nach Moskau

Ukrainische Drohnen verändern Putins Alltag offenbar spürbar. Die Waldai-Konferenz findet kurzfristig nicht in Sotschi statt, und auch privat meidet Russlands Präsident den Ferienort am Schwarzen Meer zunehmend.
Russlands Präsident Putin bei der Konferenz des Waldai-Diskussionsclubs in Sotschi (2025)
Russlands Präsident Putin bei der Konferenz des Waldai-Diskussionsclubs in Sotschi (2025)

Russlands Präsident Putin bei der Konferenz des Waldai-Diskussionsclubs in Sotschi (2025)

Foto: Sergei Bulkin / ITAR-TASS / IMAGO

Für Russlands Präsident Wladimir Putin gilt die Konferenz des Waldai-Diskussionsclubs als wichtiges außenpolitisches Forum. Sie findet seit 2014 jedes Jahr in Sotschi statt. Die diesjährige Konferenz wurde kurzfristig nach Moskau verlegt. Offenbar aus Sicherheitsgründen, wie die »Financial Times«  unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete.

Bei dem Forum werden rund 120 Gäste aus Dutzenden Ländern erwartet – Vertreter aus der Politik, Wirtschaft sowie Kreml-Beamte. Vor 2022, vor der russischen Invasion der Ukraine, haben auch vereinzelt Staats- oder Regierungschefs, etwa aus Aserbaidschan oder Kasachstan, teilgenommen.

Ukrainische Drohnenangriffe offenbar Auslöser

Von dem neuen Veranstaltungsort haben die diesjährigen Gäste dem Bericht zufolge erst im August erfahren, nachdem sie ursprünglich Einladungen für Sotschi erhalten hatten. Die Änderung erfolgte auf Drängen von Putins präsidialem Sicherheitsdienst, wie zwei der Quellen berichteten.

Im Laufe des Sommers griff die Ukraine Ölraffinerien in der Nähe von Sotschi und anderen Ferienorten am Schwarzen Meer an. Dabei kamen laut der russischen Nachrichtenseite »Agentstvo« seit Beginn der Touristensaison im Mai mindestens 19 Menschen ums Leben, 188 wurden verletzt.

Vor wenigen Tagen trafen ukrainische Drohnen eine Raffinerie in der Nähe des internationalen Flughafens von Sotschi, wodurch Flüge ausfielen und eine große schwarze Rauchwolke über der Stadt aufstieg.

Russlands Präsident nur noch selten in Sotschi

Putin hat Sotschi seit der Waldai-Club-Konferenz Anfang Oktober 2025 nicht mehr besucht und war in den vergangenen beiden Jahren jeweils nur zweimal in der Region. Zum Vergleich: 2021, im Jahr vor dem groß angelegten Angriff auf die Ukraine, besuchte er Sotschi rund 24-mal.

In diesem Jahr hat Putin laut der »Financial Times« den Großteil seiner Zeit in Moskau, Sankt Petersburg und in seiner Residenz am Waldai-See in Nordrussland verbracht. Nach diesem See ist auch der Diskussionsclub benannt, der die Konferenz veranstaltet.

Ende vergangenen Jahres beschuldigte Putin die Ukraine, seine Residenz am Waldai-See angegriffen zu haben. Damals reagierte US-Präsident Donald Trump schockiert auf den angeblichen Drohnenangriff. Warum die Behauptungen des russischen Machthabers Fragen aufwerfen, lesen Sie hier .

jmm