Russlands Krieg gegen die Ukraine: Selenskyj meldet Schlag gegen russische Raffinerie in Perm - DER SPIEGEL
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Russlands Krieg gegen die Ukraine Selenskyj meldet Schlag gegen russische Raffinerie in Perm

Mehr als tausend Kilometer entfernt von Moskau hat die Ukraine nach eigenen Angaben eine Ölanlage attackiert. Unterdessen kamen bei russischen Drohnenangriffen im Osten der Ukraine zwei Frauen ums Leben.
Ukrainischer Präsident Selenskyj im Februar 2026 bei einem Termin in Deutschland
Ukrainischer Präsident Selenskyj im Februar 2026 bei einem Termin in Deutschland

Ukrainischer Präsident Selenskyj im Februar 2026 bei einem Termin in Deutschland

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Die Ukraine hat laut Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Raffinerie im russischen Perm angegriffen. Die Attacke habe in der Nacht stattgefunden, teilte Selenskyj auf Telegram mit . Laut Medienberichten kam es zu einem Brand. Perm liegt etwa tausend Kilometer nordöstlich von Moskau im russischen Hinterland. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Mehr als vier Jahre nach der russischen Vollinvasion in die Ukraine hat Kyjiw zuletzt immer wieder gezielt Anlagen der russischen Ölindustrie angegriffen, um der Wirtschaft des Landes zu schaden.

Die Attacken verursachen eine Kraftstoffkrise: Tankstellen haben oft kein Benzin oder müssen die Abgabemengen rationieren. Insgesamt hat die Ukraine aktuell Hunderte Drohnen gegen russische Ziele eingesetzt. In Moskau stellten wegen Luftalarms mehrere Hauptstadtflughäfen vorübergehend den Flugbetrieb ein. Die russische Flugabwehr meldete in nicht überprüfbaren Angaben, sie habe 325 ukrainische Drohnen abgeschossen.

Die Gegenschläge der Ukraine sind eine Antwort auf die zunehmend tödlichen Attacken der russischen Streitkräfte auf ukrainische Städte. Im Juli seien 437 ukrainische Zivilisten ums Leben gekommen, meldet die Uno-Menschenrechtsmission in der Ukraine. Zuletzt war die Opferzahl im MAi 2022 so hoch. Kyjiws größte Schwachstelle sind fehlende Patriot-Raketen : Die einzig wirksame Abwehrwaffe gegen die ballistischen Raketen der russischen Armee steht kaum mehr zur Verfügung.

Auch der russische Drohnenkrieg erreichte laut der Ukraine zuletzt eine neue Dimension. Präsident Selenskyj sprach nach einem Angriff Russlands auf einen zivilen Bus von einer »Drohnen-Safari«; Russland mache mit Drohnen regelrecht Jagd auf zivile Ziele.

Nun sind im Osten der Ukraine laut ukrainischen Behördenangaben erneut mindestens zwei Menschen bei russischen Drohnenangriffen getötet worden.

Bei der Attacke mit sechs Drohnen auf das Dorf Lebjaschje im Gebiet Charkiw seien zwei Frauen im Alter von 66 und 73 Jahren getötet worden, zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Das teilte Oleh Synjehubow, Militärgouverneur in Charkiw, bei Telegram mit. Fünf Häuser seien in Brand geraten, drei zerstört und viele weitere beschädigt worden. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr setzte Russland gegen das Land insgesamt 135 Drohnen ein, davon seien 107 abgeschossen worden.

»Fleisch«, »Ankunft«, »Null«: Im Krieg gegen die Ukraine schreiben Soldaten Wörtern eine neue Bedeutung zu. Inzwischen nutzen auch Zivilisten den Militärjargon, um eine Realität zu beschreiben, die der Kreml negiert. Welche Codes russische Soldaten verwenden, wenn sie über den Tod sprechen, lesen Sie hier .

jml/dpa