Saudi-Arabien: Huthis melden Angriffe in Riad, Türkei und Pakistan entsenden Soldaten - DER SPIEGEL
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Konflikt mit Huthis Explosionen in Riad – Türkei und Pakistan entsenden Soldaten

Detonationen erschüttern Saudi-Arabiens Hauptstadt, die proiranischen Huthi-Milizen sprechen von Angriffen auf die Infrastruktur. Nach einer Krisensitzung wollen nun zwei Verbündete Riads Streitkräfte zur Unterstützung schicken.
Rauchsäule über einer Einrichtung des Aramco-Konzerns
Rauchsäule über einer Einrichtung des Aramco-Konzerns

Rauchsäule über einer Einrichtung des Aramco-Konzerns

Foto: AFP

Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad ist von zahlreichen Explosionen erschüttert worden. Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz erklärte, sie habe den internationalen Flughafen von Riad, eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco sowie mehrere weitere Ziele in dem Königreich angegriffen.

Zeitgleich meldete die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen die Zerstörung von Huthi-Stellungen in Hudaida an der Küste des Roten Meeres. Der Sprecher der Koalition, Turki al-Malki, erklärte beim Kurznachrichtendienst X, die Seestreitkräfte hätten »Waffendepots sowie Einrichtungen zur Lagerung von mit Sprengfallen versehenen Booten und Seeminen zerstört«. Zudem habe die Koalition einen »geplanten Angriff« auf Schifffahrtswege im südlichen Roten Meer vereitelt.

Vor dem Hintergrund der seit Wochen anhaltenden Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien hatten zuvor die Türkei und Pakistan die Entsendung von Truppen zur Unterstützung des Königreichs bekannt gegeben. Sie hätten sich darauf geeinigt, »unverzüglich mit der Umsetzung des gegenseitigen Verteidigungsabkommens« zu beginnen, erklärten die drei Länder in einer gemeinsamen Stellungnahme nach einer Dringlichkeitssitzung in Riad. Die »vereinbarten Streitkräfte und militärischen Mittel« sollten »schnell im Königreich stationiert« werden. Aus der gemeinsamen Stellungnahme ging nicht hervor, welche Aufgaben die Truppen nach ihrer Ankunft in Saudi-Arabien übernehmen sollten.

Die mehrheitlich sunnitischen Staaten Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan hatten den Verteidigungspakt Anfang August unter dem Namen »Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka« vor dem Hintergrund des Irankriegs und dessen Folgen gegründet. Im Falle eines Angriffs auf eines der drei Mitglieder sind die übrigen verpflichtet, es zu verteidigen.

Die Huthis kontrollieren seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Im September hatte die proiranische Miliz die Kontrolle über große Teile der westjemenitischen Küste übernommen. Am Sonntag hatte der von Saudi-Arabien unterstützte Präsidialrat des Jemen eine Offensive zur Rückeroberung aller Gebiete angekündigt.

jpe/AFP/Reuters