Saudi-Arabien: Zahl der Hinrichtungen laut Amnesty »erschreckend« hoch - DER SPIEGEL
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»Düstere und tödliche Realität« Zahl der Hinrichtungen in Saudi-Arabien laut Amnesty »erschreckend« hoch

Rund 1800 Todesurteile hat das Regime in Riad in den vergangenen zehn Jahren vollstreckt, zuletzt das an einem Journalisten. Auch viele ausländische Staatsbürger wurden hingerichtet.
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Foto: Victoria Jones / PA Wire / picture alliance

In Saudi-Arabien ist die Zahl der Hinrichtungen laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International auf »erschreckende Weise« gestiegen. Unter den Hingerichteten der vergangenen Jahre seien viele ausländische Staatsbürger, die wegen Drogendelikten verurteilt wurden, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht. Danach seien insbesondere Menschen aus Pakistan, Syrien, Jordanien, dem Jemen sowie Ägypten und Somalia betroffen gewesen.

»Wir erleben einen wahrhaft entsetzlichen Trend, in dem ausländische Staatsbürger in erschreckendem Tempo hingerichtet werden für Verbrechen, für die niemals die Todesstrafe vorgesehen sein sollte«, sagte Kristine Beckerle, die bei Amnesty für die Region zuständig ist. Hinter dem »progressiven Image«, das das Land weltweit ausstrahlen wolle, stehe eine »düstere und tödliche Realität«.

So wurden in Saudi-Arabien seit 2014 etwa 1.800 Menschen durch vollstreckte Todesstrafen getötet. Fast jede Dritte davon betraf Verurteilungen wegen Drogendelikten.

Doch auch abseits von Rauschmittelkriminalität setzt das Regime in Riad Todesstrafen gezielt ein. Hingerichtet wurde dieses Jahr etwa der Journalist Turki al-Jassir, der nach Angaben der Menschenrechtsorganisation ALQST 2018 festgenommen wurde. Al-Jassir hatte sich mit Themen wie Frauenrechten und Korruption befasst. ALQST zufolge wurden ihm unter anderem »Terrorismus« und die Gefährdung der nationalen Sicherheit vorgeworfen.

Höchste Zahl von Hinrichtungen seit drei Jahrzehnten

Vergangenes Jahr gab es in Saudi-Arabien 345 Hinrichtungen und damit laut Amnesty so viele wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht. Die Regierung hatte zuvor angekündigt, die Todesstrafe in einigen Fällen nicht mehr einzusetzen. Wegen der Praxis steht das Land international seit Längerem in der Kritik.

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Geführt wird Saudi-Arabien seit mehreren Jahren von Kronprinz und De-facto-Herrscher Mohammed bin Salman (MbS). Der 39-Jährige steht für einen autoritären Regierungsstil, der sich aus einer Mischung aus wirtschaftlichen Reformen, repressiver Politik und teurem Staats-Marketing zusammensetzt.

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Foto: cavanimages / Pond5 Images / IMAGO

Der Kronprinz und Premierminister verfolgt das Ziel, sein Land für Touristen und neue Investitionen zu öffnen. 2034 wird in Saudi-Arabien die Fußball-WM stattfinden.

bre/dpa