Türkei: Schwedischer Journalist Joakim Medin freigelassen - DER SPIEGEL
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Haft in der Türkei Schwedischer Journalist freigelassen

Mehr als 50 Tage lang saß Joakim Medin in türkischem Gewahrsam. Der Journalist soll Präsident Erdoğan mit Artikeln über eine regierungskritische Demo in Schweden beleidigt haben. Nun kam er frei, das Verfahren geht aber weiter.
Reporter Medin in Syrien (2015)
Reporter Medin in Syrien (2015)

Reporter Medin in Syrien (2015)

Foto: AFP

Der Journalist Joakim Medin ist nach schwedischen Angaben aus türkischer Haft freigelassen worden und auf dem Rückweg in sein Heimatland. Harte Arbeit in relativer Stille habe Ergebnisse gezeigt, verkündete Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson am Abend auf der Plattform X. »Der schwedische Journalist Joakim Medin ist auf dem Heimweg von der Türkei nach Schweden. Er wird in einigen Stunden landen.« Kristersson dankte dem schwedischen Außenministerium sowie behilflichen europäischen Kollegen. »Willkommen zu Hause, Joakim!«, sagte er.

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Medin arbeitet für die schwedische Tageszeitung »Dagens ETC«, die seine Freilassung ebenfalls bestätigte. »Joakim Medin ist frei«, titelte die Zeitung online.

Präsidentenbeleidigung und Terrorvorwürfe

Der Journalist war Ende März kurz nach seiner Landung in Istanbul festgenommen und verhaftet worden. Vor rund zwei Wochen wurde er dann wegen des Vorwurfs der Präsidentenbeleidigung im Zusammenhang mit einer länger zurückliegenden Demonstration in Stockholm zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Wegen eines weiteren Verfahrens im Zusammenhang mit Terrorvorwürfen musste er zu dem Zeitpunkt aber weiter in Untersuchungshaft bleiben. In beiden Fällen wies er die Vorwürfe zurück.

Auch die Anwaltsvereinigung MLSA teilte mit, dass Medin freigelassen worden sei und die Türkei verlassen habe. Den Angaben zufolge laufen dennoch Gerichtsverfahren gegen ihn, die voraussichtlich auch weiter fortgesetzt würden. Die erste Anhörung im Prozess zu den Terrorismusvorwürfen sei für den 25. September angesetzt worden. Der Ausgang dieses Verfahrens könnte MLSA zufolge weitere Auswirkungen auf Medin haben, der über kurdische Fragen und Menschenrechte in der Türkei berichtete.

Schwedens Außenministerin Maria Malmer Stenergard will sich auf einer Pressekonferenz am Samstag näher zu Medins Freilassung äußern. Auf X wies sie darauf hin, dass ihn zu Hause seine schwangere Frau erwartet. »Jetzt können sich Joakim Medin und seine Frau in aller Ruhe darauf vorbereiten, Eltern zu werden. Gemeinsam«, schrieb die Ministerin.

lph/dpa