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Von der Weltöffentlichkeit weitgehend vergessen, taumelt der Sudan Richtung Abgrund. Die regulären Streitkräfte unter Führung von De-facto-Präsident Abdel Fattah al-Burhan, die paramilitärischen Rapid Support Forces von al-Burhans einstigem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo sowie weitere Milizen führen im drittgrößten Staat Afrikas bereits seit April 2023 einen verheerenden Bürgerkrieg.
Es kommt zu Massakern und massenhaften Vergewaltigungen, in Teilen des Landes grassiert eine Hungersnot. Zehntausende Menschen wurden in dem Konflikt bereits getötet, rund elf Millionen sind geflüchtet oder wurden vertrieben, es ist eine der größten humanitären Krisen der Gegenwart. Etliche suchen Schutz im benachbarten Südsudan, einem ebenfalls bitterarmen, bürgerkriegsversehrten Land. Diese Menschen in einem Flüchtlingslager nahe der Stadt Renk haben es zwar über die Grenze geschafft, doch auch in den überfüllten Camps mangelt es an allem.
SPIEGEL-Korrespondent Fritz Schaap reist 2024 als einer der ersten westlichen Journalisten seit Kriegsbeginn in den Sudan. »Die Lage im Land ist absolut verheerend. Keine Seite schafft es, militärisch die Oberhand zu gewinnen, doch verhandeln wollen beide Seiten genauso wenig. Darunter leidet in fast unvorstellbarem Maße die Bevölkerung«, sagt Schaap.