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Was Diplomaten seit Monaten nicht dauerhaft gelingt, vermag im September kurzzeitig ein Virus: Israels Armee und die Terrororganisation Hamas lassen im Gazastreifen Anfang September an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen für einige Stunden die Waffen ruhen, damit im Kriegsgebiet Kinder gegen Poliomyelitis geimpft werden können.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Erreger der Kinderlähmung zunächst in Proben aus dem abgeriegelten Küstenstreifen entdeckt, kurz darauf wurde der erste Infektionsfall in Gaza seit 25 Jahren bekannt. Unter immensem logistischen Aufwand gelingt es der WHO während der Feuerpausen, mehr als einer halben Million Kindern eine erste Dosis der Schluckimpfung zu verabreichen. Wenig später eskaliert die Gewalt erneut. Die zweite Runde der Impfkampagne muss teilweise verschoben werden, erst Anfang November wird sie unter erschwerten Bedingungen abgeschlossen.