Krisenregion Darfur Dutzende Tote bei Kämpfen im Sudan
Soldat im Sudan (Archivaufnahme)
Foto: ESPEN RASMUSSEN/ AFPZu den Zusammenstößen sei es am Sonntag in der Nähe des Ortes Gereida gekommen, nachdem ein Hirte getötet worden sei. Zwischen Mitgliedern der beiden Bevölkerungsgruppen – die einen sind vor allem Bauern, die anderen Hirten – hatte es in der Vergangenheit immer wieder Kämpfe gegeben.
Im Jahre 2003 brach in Darfur ein Konflikt zwischen Bevölkerungsgruppen, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung des damaligen Präsidenten Omar al-Baschir aus. Regierungskräfte und die verbündete arabische Miliz Dschandschawid gingen brutal gegen die Bevölkerung vor, Schätzungen zufolge wurden 300.000 Menschen getötet.
Al-Baschir wurde 2019 gestürzt und jüngst einigte sich die Übergangsregierung mit mehreren Rebellengruppen, darunter einige in Darfur, auf ein Friedensabkommen. Daraufhin wurde die Uno-Mission in Darfur (Unamid) Ende vergangenen Jahres beendet. Bis Mitte dieses Jahres sollen die Blauhelmsoldaten abziehen. Stattdessen soll eine neue Mission (Unitams) nun den Aufbau der Demokratie und den Friedensprozess im Sudan unterstützen. Daran beteiligt sich auch Deutschland. Allerdings kommt es immer wieder in Darfur zur Gewalt. Erst am Wochenende griffen Milizen die Stadt Al-Dschunaina im Bundesstaat West-Darfur an. Dabei wurden einem Ärzteverband zufolge 129 Menschen getötet.