Sudan: Mindestens 72 Tote bei Luftangriff auf Goldmine an Grenze zu Ägypten - DER SPIEGEL
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Konflikt mit Ägypten Dutzende Tote bei Luftangriff auf Goldmine im Sudan

Durch den Beschuss einer Goldmine an der ägyptisch-sudanesischen Grenze wurden laut Menschenrechtsaktivisten mindestens 72 Menschen getötet. Ägyptens Luftwaffe sei für den Schlag verantwortlich.
Goldmine im Sudan (Archivbild)
Goldmine im Sudan (Archivbild)

Goldmine im Sudan (Archivbild)

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MOHAMED NURELDIN ABDALLAH/ REUTERS

Bei einem Luftangriff auf eine Goldmine an der Grenze zwischen dem Sudan und Ägypten sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 72 Arbeiter getötet worden. Die sudanesische Organisation Emergency Lawyers erklärte, die ägyptische Luftwaffe habe am Samstag einen Angriff auf die Mine geflogen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Ägypten gab vorerst keine Stellungnahme ab.

Zwei Überlebende schilderten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP ihre Flucht aus der Mine. Der Arbeiter Abdelasis Jussef sagte, gegen 20 Uhr am Samstagabend habe ein Kampfflugzeug fünfmal auf die Mine gefeuert. »Viele Menschen wurden getötet«, sagte Jussef. »Aus Angst vor einem weiteren Angriff rannten wir den Berg hinauf.«

Die Grenze zwischen dem Sudan und Ägypten ist umstritten

Der Überlebende Scharaf Ali sagte, zum Zeitpunkt des Angriffs hätten Tausende Menschen an dem abgelegenen Standort gearbeitet. »Nach dem Luftangriff liefen die Menschen auseinander«, berichtete Ali. Einige seien zum Goldmarkt Al-Ansary gelaufen, andere in die entgegengesetzte Richtung. »Deshalb weiß niemand genau, wie viele getötet wurden«, sagte Ali. Beide Überlebende sagten, sie hätten auf ihrer Flucht Leichen gesehen. Viele weitere Tote werden den Angaben zufolge unter den Trümmern der Mine vermutet.

Im Juni hatte es schon einmal einen Angriff auf eine nicht lizenzierte Goldmine in der Region Jabal al-Uqaydat an der Grenze zu Ägypten gegeben. Dabei wurden 23 Arbeiter getötet. Der Angriff war ebenfalls Ägypten zugeschrieben worden. Die ägyptische Armee hatte damals mitgeteilt, sie habe einen »Großeinsatz« gegen illegalen Goldabbau auf ägyptischem Staatsgebiet ausgeführt. Von einem Angriff auf eine Mine sprach sie nicht.

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Die Grenze zwischen dem Sudan und Ägypten ist umstritten, beide Länder beanspruchen das rohstoffreiche Halaib-Dreieck für sich. Ägypten ist zugleich ein wichtiger Verbündeter der sudanesischen Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan, die seit mehr als drei Jahren gegen die RSF-Miliz seines ehemaligen Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo kämpft. In dem Krieg im drittgrößten Land Afrikas wurden bereits mehr als 200.000 Menschen getötet.

sei/AFP

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