Südkorea: Oppositionsführer Lee Jae-myung auf Weg der Besserung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Messerangriff bei Pressetermin Südkoreanischer Oppositionsführer Lee auf Weg der Besserung

Am Dienstag stach ein Angreifer auf den südkoreanischen Oppositionsführer Lee ein. Nach einer Not-OP wurde Lee auf eine Intensivstation verlegt. Ein Arzt sagte nun, Lee gehe es besser – man müsse ihn aber weiter beobachten.
Südkoreanischer Oppositionsführer Lee Jae-myung
Südkoreanischer Oppositionsführer Lee Jae-myung

Südkoreanischer Oppositionsführer Lee Jae-myung

Foto: Jung Yeon-Je / AFP

Der bei einem Messerangriff verletzte südkoreanische Oppositionsführer Lee Jae-myung ist nach Angaben seines Arztes auf dem Weg der Besserung. Lee erhole sich nah dem Angriff vor zwei Tagen »glücklicherweise gut«, sagte Lees behandelnder Arzt Min Seung-kee vor Journalisten. Der Gesundheitszustand des 59-Jährigen müsse aber weiterhin eingehend beobachtet werden, da die Wunde zu Komplikationen führen könne.

Durch den Angriff habe Lee eine »1,4 Zentimeter große Stichwunde erlitten«, die Teile seiner Vene verletzt habe, sagte der Arzt. Hinweise auf Schäden an Arterien, Hirnnerven, Rachen oder Atemwegen gebe es aber nicht.

Lee war am Dienstag bei einem Messerangriff auf einer Baustelle in der Hafenstadt Busan im Süden des Landes am Hals verletzt worden. Jüngsten Umfragen zufolge gilt er als aussichtsreicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2027.

Bei dem Angreifer handelte es sich um einen 66-jährigen Mann, der sich bei einer Kundgebung als Anhänger Lees ausgab und sich dann plötzlich auf den Politiker stürzte. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap sagte der Mann bei einer ersten Vernehmung aus, dass er Lee habe töten wollen. Laut Yonhap prüft ein Gericht in Busan am Donnerstag einen von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Dieser würde es der Polizei ermöglichen, den Verdächtigen weiterhin festzuhalten.

Südkoreanische Politiker mehrmals Ziel von Angriffen

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Lee zusammenbricht, ihm Menschen zu Hilfe eilen und ihm ein Tuch an den Hals gedrückt wird. Der 59-Jährige wurde zunächst in ein Krankenhaus in Busan gebracht und dann in eine Klinik in die Hauptstadt Seoul geflogen. Dort wurde er laut Parteiangaben zwei Stunden lang operiert. Am Mittwoch wurde Lee dann von der Intensivstation auf die allgemeine Station verlegt.

Lees Demokratische Partei sprach von »purem Glück«, dass ihr Vorsitzender noch am Leben sei. Demnach hätte er getötet werden können, wenn das Messer des Angreifers die Arterie und nicht die Vene getroffen hätte.

Mehr zum Thema

Politiker sind in Südkorea bereits mehrmals Ziel von tätlichen Angriffen geworden. Im Jahr 2022 wurde Lees Vorgänger als Chef der Demokratischen Partei, Song Young-gil, von einem älteren Mann mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen. 2006 war die damalige Konservativen-Chefin Park Geun-hye, die später Präsidentin des Landes wurde, bei einer Kundgebung mit einem Messer angegriffen worden.

aka/AFP

Mehr lesen über