Staatskrise in Südkorea Ein Volk jubelt
Die Staatskrise in Südkorea nähert sich ihrem Ende – und viele jubeln. Viele Menschen haben sich hier in Seoul versammelt, um die Amtsenthebung von Präsident Yoon Suk-yeol zu feiern: mit satirischen Kostümen, Leuchtstäben und Schildern.
Yoon, ein Hardliner der konservativen Partei PPP, hatte im Dezember 2024 überraschend das Kriegsrecht ausgerufen – zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten in dem demokratischen Land. Südkorea kämpfe mit einer nationalen Krise, die linke Opposition sei staatsfeindlich und kommunistisch.
Im Parlament versammelten sich Abgeordnete, um gegen Yoon zu stimmen. Daraufhin entsandte er nicht nur Soldaten, er gab ihnen das Recht, notfalls Gewalt anzuwenden, um sich durchzusetzen. Das beweisen später Dokumente der Staatsanwaltschaft. Ein Putschversuch, gescheitert.
Den Kriegsrechtserlass muss Yoon auf parlamentarischen Druck bereits einen Tag später zurücknehmen. Er selbst wird suspendiert, Anfang April folgt die endgültige Amtsenthebung, das Verfassungsgericht bestätigt das entsprechende Votum des Parlaments. Innerhalb von 60 Tagen müssen nun Neuwahlen stattfinden. Im Juni wird der linksliberale Oppositionsführer Lee Jae-myung diese mit 49,4 Prozent der Stimmen gewinnen.